Um weitere Ausschreitungen zu verhindern!
Nach Stuttgarter Krawall-Nacht: Stadt beschließt drastische Maßnahme!
VonSimon Monesschließen
Nach der Stuttgarter Krawall-Nacht wurden verschiedene Maßnahmen diskutiert. Eine davon wurde nun beschlossen!
- In der Nacht vom 20. auf den 21. Juni kam es in Stuttgart zu schweren Ausschreitungen.
- Seit der Krawall-Nacht ist die Polizei besonders verstärkt auf Streife.
- Eine Maßnahme der Stadt soll für mehr Sicherheit sorgen.
Stuttgart: Nach Krawall-Nacht beschließt Stadt drastische Maßnahme
Rund einen Monat ist es her, dass es in der Stuttgarter Innenstadt zu schweren Ausschreitungen kam. Seitdem läuft die Aufarbeitung der Ereignisse der Nacht vom 20. auf den 21. Juni und immer wieder wurden Tatverdächtige festgenommen.
Zudem wurde die Präsenz der Polizei in Stuttgart deutlich erhöht. Doch bereits kurz nach den Randalen kam die Forderung nach Videokameras zur Überwachung von Plätzen auf, die als Kriminalitätsschwerpunkt gelten. Ein Alkoholverbot wurde in Stuttgart bereits umgesetzt.
Stuttgart: Videoüberwachung in Deutschland umstritten
Während die Videoüberwachung in anderen Ländern wie Großbritannien - London gilt beispielsweise als Europas Hauptstadt in Sachen Videoüberwachung - zum Alltag gehört, ist das Thema in Deutschland nach wie vor äußerst umstritten.
Dennoch hat sich der Stuttgarter Gemeinderat am Mittwochabend, 29. Juli, mit einem Vorschlag von Oberbürgermeister Fritz Kuhn beschäftigt und diesen durchgewunken. "Der Beschluss macht den Weg frei, auf städtischen Flächenrund 30 Kameras zu installieren", erklärte die Stadt gegenüber StN.de. Zunächst soll der Beschluss für ein halbes Jahr gelten. Ob die Überwachung fortgesetzt wird, soll der Gemeinderat ebenfalls alle sechs Monate neu entscheiden.
Stuttgart: Keine 24/7-Videoüberwachung
Allerdings sollen die Kameras anders als in Großbritannien nicht ständig laufen. Lediglich in den Nächten von Samstag auf Sonntag sowie vor Feiertagen sind die Kameras von 20 Uhr bis 6 Uhr eingeschaltet.
Gegenüber StN.de betonte der Stuttgarter Vize-Polizeichef Thomas Berger, dass es nicht um die Überwachung aller Bürger gehe: "Wir wollen Menschen an 20 Stunden in der Woche besser beschützen können".
Stuttgart: Kritik an Videoüberwachung
Ganz billig ist die Anschaffung der Überwachungskameras allerdings nicht, insgesamt 1,1 Millionen kosten sie. Im Gegenzug soll dafür aber die Polizei in der Stuttgarter Innenstadt wieder weniger präsent sein.
In #Stuttgart wird es künftig an zentralen Plätzen Kameras geben, um nachts neue Ausschreitungen zu verhindern. Kosten soll die Maßnahme etwa eine Million Euro. #StuttgartRiots #Überwachung https://t.co/dJ6fzQut6i
— taz (@tazgezwitscher) July 30, 2020
Aus der Linksfraktion kam aber dennoch Kritik. Christoph Ouasek erklärte laut StN.de, durch die Videoüberwachung würde die ganze Stadt für das Fehlverhalten Einzelner bestraft. Der Liberale Armin Serwani forderte derweil, dass das Geld besser für präventive Maßnahmen verwendet werden sollte.
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