Regen, Schnee, Hitze, Sturm und Co.
Wetter in Deutschland: Klimamittel, Rekorde und wie sich die Temperaturen ändern
Die Wettervorhersage spielt im Alltag eine große Rolle. Aber: Welches Wetter gibt es in Deutschland generell und was sind die bestehenden Rekorde?
„Wie wird das Wetter heute?“ – mit dieser Frage beschäftigen sich viele Menschen in Heilbronn, Baden-Württemberg und Deutschland jeden Tag aufs Neue. Gibt es Regen oder Sonne? Wird es kalt oder warm? Doch abgesehen von der täglichen Wettervorhersage gibt es über das Wetter noch vieles mehr zu wissen. Rekorde beispielsweise, aber auch die Klimazone und die Veränderung des langjährigen Klimamittels. Das Wetter in Deutschland hat einiges zu bieten.
Wetter in Deutschland: Die kühlgemäßigte Klimazone
Um das Wetter in Deutschland besser zu verstehen, sollte man zuerst auf die Klimazone schauen. Zwar lässt sich durch die Zuordnung zu einer Klimazone nicht auch gleich das Klima ableiten, aber zumindest gibt es einen ersten Eindruck, was einen in der Gegend erwartet. Klimazonen sind schließlich Bereiche, die sich durch Klimatypen auszeichnen, die wiederum nur in der jeweiligen Zone vorkommen. Und was bedeutet das nun für Deutschland?
| Land | Deutschland |
|---|---|
| Hauptstadt | Berlin |
| Anzahl der Bundesländer | 16 |
| Bevölkerung | 83,5 Millionen (2024) |
| Fläche | 357.588 km² |
Die kühlgemäßigte Klimazone, in der Deutschland liegt, ist die wärmere der gemäßigten Zonen. Zum einen beträgt die mittlere Temperatur des wärmsten Monats über 20 Grad, anders als beim kaltgemäßigten Klima. Zum anderen liegt das Jahresmittel jedoch unter 20 Grad, was wiederum gegen die Subtropen spricht. Dazu kommt, dass die kühlgemäßigte Zone typischerweise aus Laubmischwäldern und Nadelwäldern besteht oder in niederschlagsarmen Gebieten (Teile Zentralasiens) auch aus Grassteppen und Wüsten.
Wetter in Deutschland: Das langjährige Klimamittel
Die Klimazone in der Deutschland liegt, ist also geklärt. Beim Wetter hört man jedoch immer wieder „im Vergleich zum langjährigen Klimamittel“. Aber was hat es damit auf sich? Derzeit wird von Wetter-Experten wie Dominik Jung häufig mit dem „alten langjährigen Klimamittel“ und dem neuen Klimamittel verglichen. Diese geben einen Mittelwert der Temperatur wieder, zeigen aber auch die Niederschlagsmenge, Bewölkung und Feuchtigkeit.
Das alte Klimamittel fasst den Mittelwert der Jahre 1961 bis 1990 zusammen. Das neue Klimamittel bezieht sich auf die Jahre 1991 bis 2020. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) schreibt von vier Bezugszeiträumen: 1961 bis 1990, 1971 bis 2000, 1981 bis 2010 und 1991 bis 2020.
Wenn man bei den oft herangezogenen Perioden bleibt und dann beispielsweise die mittlere Lufttemperatur über das Jahr hinweg betrachtet, fällt auf, dass in Heilbronn die Temperatur im alten Klimamittel bei 9,9 Grad lag, nach dem neuen Mittel bei 8,2 Grad.
Wetter-Rekorde in Deutschland: Regen, Wind, Schnee und Hitze
Dennoch gibt es immer wieder neue Wetter-Rekorde in Deutschland – und auch solche, die seit Jahrzehnten bestehen. Dazu zählt der Rekord-Niederschlag. Der besteht seit dem 25. Mai 1920, denn damals kamen in Füssen im Allgäu 126 Liter pro Quadratmeter vom Himmel, binnen nur acht Minuten! Den Tagesrekord hält Zinnwald im Osterzgebirge, wo es am 12. August 2002 312 Liter pro Quadratmeter regnete.
Auf das Jahr betrachtet liegt der Rekord in Balderschwang im Allgäu: 3.503 Liter Niederschlag pro Quadratmeter gab es dort, laut wetterprognose-wettervorhersage.de. Übrigens: Im weltweiten Vergleich sind das Kinkerlitzchen. Denn: In Cilaos im Indischen Ozean sind am 15. März 1952 demnach 1870 Liter heruntergeprasselt – innerhalb von nur 24 Stunden.
Stürmisches Wetter: Deutschland und die Sturmwarnungen
Wenn der Deutsche Wetterdienst eine Sturmwarnung herausgibt, dann geht es oft um Böen mit 100 bis 130 Kilometern pro Stunde. Weit entfernt von einem Rekord! Denn im Flachland liegt der Sturmrekord laut wetterdienst.de bei 184 Kilometern pro Stunde in List auf Sylt. Das kam am 3. Dezember 1999 vor. Im Bergland ist die Zugspitze spitze. Mit 335 Kilometern pro Stunde rauschte dort am 12. Juni 1985 eine Böe hinweg.
Wer weniger Wind und dafür sonniges Wetter mag, sollte sich in Deutschland weniger im Thüringer Wald niederlassen, schon gar nicht am Großen Inselsberg. Dort schien die Sonne im Dezember 1965 exakt null Stunden! Das Gegenteil, also die meisten Sonnenstunden in einem Monat gab es im Juli 1994: Am Kap Arkona (Rügen) erlebten die Menschen 403 Sonnenstunden.
Hitze in Deutschland: Dieser Rekord gilt immernoch
Der Rekord, über den die meisten Menschen sprechen, ist allerdings die Rekordtemperatur. Immer wieder wird im Sommer in Deutschland von rekordverdächtigen Temperaturen berichtet. Die bislang gemessene Höchsttemperatur in Deutschland gab es am 25. Juli 2019 in Duisburg-Baerl und in Tönisvorst (beides NRW): 41,2 Grad!
In Stuttgart liegt die Höchsttemperatur schon etwas länger zurück. 37,7 Grad gab es am Flughafen am 13. August 2003. Doch die Sommer werden im Schnitt immer wärmer.
So hat sich das Wetter in Deutschland verändert
Bei all den Rekorden stellt sich dennoch die Frage, ob das Wetter in Deutschland sich großartig verändert hat in den vergangenen Jahrzehnten. Der Deutsche Wetterdienst schreibt dazu, dass die Temperatur von 1881, also dem Beginn der Wetteraufzeichnungen, bis 2021 statistisch gesehen um 1,6 Grad angestiegen ist.
Und: „Die Temperaturen in Deutschland sind damit deutlich stärker gestiegen als im weltweiten Durchschnitt (etwa ein Grad).“ Hinzu kommt, dass auch die Geschwindigkeit des Temperaturanstiegs in den vergangenen 50 Jahren deutlich zugenommen haben soll. Das gilt jedoch nicht nur für Deutschland, sondern weltweit. Dennoch sind die reinen Rekorde oft interessanter:
- Höchste Temperatur: 41,2 Grad am 25.7.2019 in Duisburg-Baerl und in Tönisvorst (beides NRW)
- Niedrigste Temperatur: -37.8°C am 12.2.1929 in Hüll (Bayern)
- Größter Niederschlagssumme an einem Tag: 312 Liter pro Quadratmeter in Zinnwald (Osterzgebirge) am 12.8.2002
- Stärkste Sturmböe: 335 Kilometern pro Stunde auf der Zugspitze am 12.6.1985
Facettenreiches Wetter in Deutschland: Vorhersagen nur wenige Tage im Vorfeld möglich
Das Wetter in Deutschland ist facettenreich. Von wunderbaren Sommern, unerträglicher Hitze, unfassbaren Rekorden und großen Katastrophen kann man hierzulande erzählen. Wie sich das Wetter entwickeln wird, bleibt abzuwarten, denn schließlich sind genaue Prognosen meist nur drei bis sieben Tage im Vorfeld möglich.
Zwar sorgen Wetterdienste mit langfristigen Berechnungen für ebenso langfristige Prognosen. Aber diese gelten bei Experte, wie dem Deutschen Wetterdienst, Meteorologen und Wetterportalen oft nur als Tendenz und nicht als sicher. Auf echo24.de gibt es jedoch immer wieder die neusten Entwicklungen zum Wetter.

