Experte nennt Zeitraum

Erster Schnee in Baden-Württemberg: Wann der Winter ins Flachland kommt

  • Michaela Ebert
    VonMichaela Ebert
    schließen

Prognosen kündigen einen frühen Wintereinbruch im Jahr 2024 in Baden-Württemberg an. Ende November soll erstmals Schnee im Flachland fallen. Doch was sagen die Statistiken der letzten Jahre dazu?

Die ersten Flocken sind bereits vom Himmel gerieselt. Während die Alpenregionen in der Schweiz und Österreich bereits Mitte September mit einem heftigen Wintereinbruch zu kämpfen hatten, sorgte das schuldige HV-Tief auch in Bayern und Baden-Württemberg für leichten Schneefall. Auf der Zugspitze und dem Feldberg blieben sogar ein paar der Flocken liegen.

Den Meteorologen zufolge ist der erste Schnee im Herbstmonat September dabei gar nichts Ungewöhnliches, wie die „Heilbronner Stimme“ bereits berichtete. Zumindest, wenn man die Höhe bedenkt. Denn gerade in den Bergregionen wie Alpenrand und Schwarzwald kann es im Herbst schon gut und gerne etwas frostiger zugehen. Im Flachland hingegen lässt der Schnee häufig länger auf sich warten.

Schnee-Alarm in den Alpen: Bilder zeigen heftigen Wintereinbruch in Österreich

In Österreich wird vor starken Regenfällen, Schnee und Sturm am Wochenende gewarnt.
Schneefall in Österreich
Österreich, Kals am Grosglockner: Die verschneite Landschaft rund um einen Bergbauernhof in Osttirol auf 1.735 Metern Höhe. Die Lage in Tirol ist weiterhin ruhig. Schnee ist bis in tiefere Lagen möglich. Oberhalb von 1.500 Metern Seehöhe kann es bis zu einem Meter Neuschnee geben.
Unwetter in Österreich
Schnee-Alarm in den Alpen: Bilder zeigen heftigen Wintereinbruch in Österreich

Wintereinbruch im Flachland: Das sagen die Statistiken zur ersten Schneedecke in Baden-Württemberg

Doch bereits jetzt gibt es Prognosen für den ersten, echten Wintereinbruch im deutschen Tiefland. Dem Wetter-Experten Dominik Jung zufolge könnte es in diesem Jahr bereits Ende November – und damit recht früh für die Saison – losgehen. Doch wie wahrscheinlich ist der erste echte Schnee im Tiefland überhaupt, wenn man die Statistiken der letzten Jahre vergleicht?

Wie Hanns Ulrich Kümmerle, Klimatologe beim Deutschen Wetterdienst, auf Anfrage der Stimme-Mediengruppe verrät, „kommt für Lagen bis 800 Meter als mittleres Datum der 29.11. als Tag der ersten Schneedecke raus.“ Zumindest, wenn es um den ersten Schnee in Baden-Württemberg geht. Betrachtet man ganz Deutschland, wäre es der 30. November. „Die Spannbreite ist allerdings groß und schwankt in Baden-Württemberg zwischen dem 24.9.2002 in Gerstetten im Landkreis Heidenheim und bis nach dem 31.12“, merkt Kümmerle an.

  • Die früheste, gemessene Schneedecke in Baden-Württemberg: 24. September 2002 in Gerstetten im Landkreis Heidenheim (Höhe 624 m)
  • An diesem Tag gibt es in Baden-Württemberg im Schnitt die erste geschlossene Schneedecke: 29. November
  • In den meisten Fällen aber zwischen Mitte November und Mitte Dezember

Wann und wo Winterfans auf die erste Schneedecke in Baden-Württemberg hoffen können

„Häufig fällt der erste Schnee aber um den Mittelwert herum, also zwischen Mitte November und Mitte Dezember. In den Höhenlagen etwas früher, im Tiefland häufig etwas später“, weiß der Klima-Experte. Dass der Winter, wie von Jung bereits angekündigt, also doch schon Ende November in Deutschland Einzug hält, ist aus klimatologischer Sicht gar nicht mal so unwahrscheinlich.

Doch nicht überall im Tiefland wird es gleichermaßen weiß. Grundsätzlich gilt laut Kümmerle: „Je höher oben, desto früher können die ersten Schneeflocken der Saison tanzen“. Besonders in engen Tälern, in denen sich die Luft in Zusammenhang mit starken Niederschlägen rascher abkühlen kann, kann es in Einzelfällen auch schon deutlich vor dem mittleren Datum weiß werden.

Wann bleibt der Schnee auch liegen? Winter-Statistiken geben Überblick

Doch kurzzeitiges Schneegestöber hin oder her – echte Winterfans können erst dann den Schlitten auskramen, wenn die weiße Pracht auch liegen bleibt. Laut dem Klimatologen muss sich dafür in der Regel etwas länger geduldet werden: Laut den Statistiken war dies in der Vergangenheit am häufigsten zwischen Dezember und Februar der Fall. „Hier sind die Tage besonders kurz oder im Februar die Böden im zu Ende gehenden Winter noch kalt, was die Wahrscheinlichkeit der Ausbildung einer Schneedecke über mehrere Tage erhöht“, so Kümmerle.

Rubriklistenbild: © Michaela Ebert