Schutz vor Gewitter

Gefahr bei Unwetter: Experten erklären richtiges Verhalten bei Blitzschlag

Wer sich bei einem Gewitter mit Blitzschlag im Freien aufhält, riskiert im Ernstfall sein Leben. Wetter-Experten erklären, welche Fehler auf jeden Fall vermieden werden sollten.

Ein Blitzeinschlag in einen Baum im Landkreis Esslingen hatte 2023 dramatische Folgen. Denn: Eine Personengruppe hatte Schutz unter dem Baum gesucht. Ein 35-Jähriger erlag nach dem Einschlag seinen Verletzungen, eine 43-Jährige verstarb vier Tage später in einer Klink. Andere Personen hatten bei dem Gewitter in Unterensingen Schutz in einer Scheune gesucht. Um sich bei einem Unwetter richtig zu verhalten, sollte man einige Ratschläge von Experten beachten.

Nicht unter Bäume stellen – richtiges Verhalten bei Blitz und Donner

Blitze kommen am häufigsten als Wolkenblitze vor – innerhalb einer oder zwischen zwei Wolken. Gefährlich für Mensch und Technik sind Erdblitze. Sie schlagen in hohen Gebäuden wie Fernsehtürmen oder Funkmasten ein – oder eben in Bäume. „Wenn der Baum der höchste Punkt in der Umgebung ist und einschlägt, dann kann es sein, dass der Blitz auf den Menschen übergreift“, erklärt Thomas Schuster vom Deutschen Wetterdienst in Stuttgart. Das liege am höheren Wassergehalt des Menschen. „Nicht unter Bäume stellen“, rät deshalb auch Diplom-Meteorologe Jürgen Schmidt von Wetterkontor.de.

Doch es gibt ja das alte Sprichwort: Buchen sollst du suchen, Eichen sollst du weichen – was hat es damit auf sich? „Der Baum ist egal, der Blitz unterscheidet nicht“, klärt Schmidt auf. Der Spruch kommt wohl daher, dass Eichen häufiger mal vereinzelt auf freier Fläche stehen. Im Wald, wo Buchen vorkommen, „ist es etwas sicherer als neben einer freistehenden Eiche“.

Sicher im Auto bei Gewitter: Faradayscher Käfig wirkt als Blitzableiter

Noch besser als sich im Wald unter einen kleinen Baum zu stellen, ist es, anderweitig Schutz zu suchen. „Sicher ist man im Auto“, sagt Schmidt. Grund ist der Faradaysche Käfig, der wie ein Blitzableiter wirkt. Ist man ohne Pkw unterwegs, empfiehlt der Experte, sich hinzuknien – und zwar auf einem nicht-erhobenen Punkt. Dieses richtige Verhalten erlebe man aber kaum. „Die Menschen suchen sich eher einen Unterstand.“ Ein Haus oder anderes Gebäude sind dabei nicht verkehrt.

Überschwemmungen und Hitze: So extrem war der Sommer 2023 – Bilder zeigen Ausmaß

Die Schäden durch die Überschwemmungen dürften massiv sein.
 Feuerwehrwagen stehen vor einer überfluteten Brücke über die Sulm am Ortsausgang von Leibnitz in der Steiermark.
Touristen werden aus ihren Unterkünften mit Zillen (Booten) auf überfluteten Straßen in Sicherheit gebracht.
ine überflutete Brücke über die Sulm im Bezirk Leibnitz in der Steiermark.
Überschwemmungen und Hitze: So extrem war der Sommer 2023 – Bilder zeigen Ausmaß

Thomas Schuster weist daraufhin, dass auch ein nasser Boden die Gefahr birgt, sich bei einem Einschlag lebensgefährlich zu verletzen. Sein Tipp lautet: „Sich immer übers Wetter informieren und es im Blick behalten.“ Gerät man im Freien doch in ein Unwetter, empfiehlt auch Schuster, sich so klein wie möglich zu machen.

Sportplätze bei Gewitter besonders gefährlich – Wettkämpfe sollten abgebrochen werden

Sportplätze hält Jürgen Schmidt übrigens für keine guten Orte, um sich dort bei einem Gewitter aufzuhalten. Der Grund? Die hohen Flutlichtmasten. „Sportliche Wettkämpfe sollten bei einem nahenden Gewitter abgebrochen werden. Da besteht aber noch keine Sensibilität.“

In der aktuellen Woche drohen in Baden-Württemberg weitere Unwetter. „Die schwüle Luftmasse bleibt uns erhalten“, sagt Thomas Schuster. Am Montag ist Schwerpunkt die Nordhälfte von Baden-Württemberg, am Dienstag dann das gesamte Bundesland „mit örtlichen Schauern und Gewittern mit Unwetterpotenzial“. (Von Tobias Wieland)

Rubriklistenbild: © Patrick Pleul/dpa