„Wetter-Krimi“

Wetter in Baden-Württemberg: Wüstenluft und Polarluft – Kampf der Luftmassen in Deutschland

  • Franziska Schuster
    VonFranziska Schuster
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Größer könnten die Unterschiede beim Wetter nicht sein: In Norddeutschland sorgt kalte Polarluft in den kommenden Tagen und Wochen für einen Temperatursturz. Unterdessen beschert Wüstenluft dem Süden Hitze.

Stuttgart - Hitze, Gewitter, Unwetter: Das Wetter in Baden-Württemberg hat im Juli von allen Wetterkapriolen etwas im Gepäck. Die Aussichten für den Juli 2023 bleiben heiß. Grund dafür sind Heißluftvorstöße, die immer wieder von Nordafrika über Spanien und Portugal und über Frankreich in den Süden Deutschlands gelangen. Zur gleichen Zeit strömt von Norden her Polarluft ins Land. In Norddeutschland könnten die Nachtwerte sogar wieder am einstelligen Bereich kratzen. Größer könnten da die Unterschiede zwischen Nord- und Süddeutschland kaum sein, schließlich stehen Baden-Württemberg weitere Tropennächte bevor.

In weiten Teilen Europas sorgt Heißluft aus der Sahara im Juli für Extrem-Temperaturen. Auch Süddeutschland ist betroffen.

„Der Blick auf die nächsten 16 Tage ist ziemlich spannend. Das ist fast ein Wetter-Krimi“, schlussfolgert auch Bernd Madlener von wetter.com. „Es bauen sich große Gegensätze auf zwischen Polarluft im Norden und Wüstenluft im Süden.“

Heiße Luftmassen aus der Sahara treiben in Süddeutschland Temperaturen in die Höhe

Die Großwetterlage bis zum 23. Juli – was außerdem den Startpunkt der Hundstage markiert – soll festgefahren sein. Ein Tief über Skandinavien leitet kalte Polarluft in den Norden Deutschlands, teilweise auch bis zu den nördlichen Mittelgebirgen. „Im Süden lauert immer wieder die Wüstenluft“, erklärt Bernd Madlener. „Das Ganze wird noch gestützt durch ein kräftiges Hoch über dem zentralen Mittelmeerraum.“ Die besagte Wüstenluft lässt in Baden-Württemberg und Bayern die Temperaturen immer wieder auf 35 Grad und mehr ansteigen.

Den Prognosen der Großwetterlage zufolge soll bis zum 23. Juli ein Hochdruckgebiet heiße Wüstenluft nach Baden-Württemberg führen, erklärt Bernd Madlener.

In den kommenden Tagen werden Baden-Württemberg unmittelbar aus der Sahara strömende Luftmassen erreichen, die eine beträchtliche Hitze mit sich bringen. Durch starke Aufwinde in der Sahara werden Staubpartikel und Wärme in die Atmosphäre emporgehoben und gelangen anschließend mit den Luftströmungen nach Europa. Die Saharaluftmassen führen zu äußerst hohen Temperaturen, da sie auf ihrem Weg nach Europa bereits erhebliche Mengen an Sonnenenergie aufnehmen. Sobald diese heiße Luft Deutschland erreicht, bringt sie schwüle Hitze mit sich.

„Süddeutschland ist immer 5 bis 10 Grad wärmer als Norddeutschland“, erklärt Bernd Madlener mit Blick auf München. Immer wieder zeigt der Temperaturtrend Ausreißer von 35 Grad und mehr für die bayrische Landeshauptstadt an. Schauer und Gewitter wechseln sich mit längeren, sonnigen und trockenen Phasen ab. Dieser Trend für München spiegelt auch die Prognosen für baden-württembergische Städte wie Stuttgart wider. Baden-Württemberg steht im Juli ein Zick-Zack-Sommer bevor. Nach dem Hitzepeak am kommenden Wochenende (15. und 16. Juli) gehen die Temperaturen am Montag (17. Juli) und Dienstag (18. Juli) zunächst leicht zurück, ehe sie ab Mittwoch (18. Juli) wieder auf 30 Grad und mehr ansteigen.

Polarluft sorgt in Norddeutschland für krassen Temperatursturz

Unterdessen ist in Norddeutschland stellenweise Bibbern angesagt. Vor allem nachts und bei klarem Himmel können die Temperaturen auf unter 10 Grad rutschen. Wie der Temperaturtrend beispielhaft anhand von Hamburg zeigt, rutschen ab dem 16. Juli die Temperaturen auch tagsüber nach unten. Die Tageshöchstwerte liegen in der Hansestadt nur noch wenig über 20 Grad. Hinzu kommen immer wieder durchziehende Regenfronten.

Der Wettertrend für Deutschland der kommenden zwei Wochen zusammengefasst:

  • in Norddeutschland fast ständig markant kühler als in Süddeutschland
  • im Norden phasenweise windig und nass
  • im Norden nachts bei Aufklaren frisch um rund 10 Grad
  • im Süden teils um 35 Grad heiß, schwül und gewittrig
  • überall immer wieder Sonnenschein

(Quelle: wetter.com)

Rubriklistenbild: © imago images/Beata Zawrzel

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