Heißes Wochenende voraus

Wetter in Baden-Württemberg: Nach Sommerorkan kehrt Hitze zurück

  • Franziska Schuster
    VonFranziska Schuster
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Ein heftiges Unwetter zieht am Mittwoch über Deutschland hinweg. In Baden-Württemberg sorgt das für schwere Gewitter und teils Sturmböen.

Stuttgart - Nach sonnigen und heißen Wochen nahm das Wetter in Baden-Württemberg am Mittwoch (5. Juli) eine Wende. Ein Orkantief zog vom Atlantik her über Deutschland hinweg. Und das hatte es in sich: „Wir erwarten heute einen Sommersturm oder besser gesagt einen Sommerorkan“, erklärt Meteorologe Dominik Jung von wetter.net. Am heftigsten bekam es hierbei der Norden sowie der Westen Deutschlands ab. Es gab Orkanböen und Starkregen. Die Spitzenböen wurden schon zuvor mit Windgeschwindigkeiten zwischen 100 und 140 Kilometer pro Stunde berechnet. „Im Juli ist das wirklich eine extreme Wetterentwicklung, was uns da erwartet.“ Der Diplom-Meteorologe warnte: „Da besteht Lebensgefahr durch umstürzende Bäume, herabstürzende Äste.“

Infolge des Sommerorkans in Norddeutschland zogen am Mittwoch schwere Gewitter über Baden-Württemberg hinweg.

Zwar reichte der heftige Orkan selbst nicht bis in den Südwesten, jedoch belam auch Baden-Württemberg lokal heftige Gewitter und Sturmböen ab. So geht die Wetterlage weiter.

Sturmlage über Baden-Württemberg: Gewitter, Schauer und Sturmböen

Am Mittwoch war es im Vergleich zu den Vortagen deutlich kühler in Baden-Württemberg. Grund war eine Kaltfront des Tiefs „Poly“, das den Südwesten überquert hat und feucht labile Luft heranbrachte. Diese wiederum hatte starke Gewitter zur Folge. Bis zum Mittag warnte der Deutsche Wetterdienst (DWD) vor schweren Gewittern. In Oberschwaben hatten diese Gewitter sogar bis in den Nachmittag hinein Bestand. Teils traten stürmische Böen bis 70 Kilometern pro Stunde sowie kleinkörniger Hagel und Starkregen mit 15 Liter Regen pro Quadratmeter auf.

Am Mittwoch zieht ein Sommersturm über Deutschland hinweg. Meteorologe Dominik Jung warnt vor umstürzenden Bäumen.

Im Tagesverlauf zogen die Gewitter nach Südosten hin ab. Bereits am späteren Vormittag wurde es von Nordwesten zunehmend trocken und die Wolken lockerten auf. Besonders windig wurde es unterdessen im Schwarzwald. Die Temperaturen sanken im Südwesten unterdessen am Mittwoch leicht ab, durch die schwülwarme Gewitterluft brachten Temperaturen um 18 Grad im Südschwarzwald und 26 Grad an Rhein, Neckar und Tauber jedoch kaum Abkühlung.

Gewitter ziehen in der Nacht zum Donnerstag ab – Extrem-Hitze folgt

In der Nacht zum Donnerstag (6. Juli) gab es in der Bodenseeregion sowie im Allgäu weitere einzelne Schauer. Bis Donnerstagfrüh kann es im Norden Baden-Württembergs noch Spitzenböen von bis zu 60 Kilometern pro Stunde geben. Auch solche Windgeschwindigkeiten seien angesichts der dicht belaubten Bäume nicht zu unterschätzen, warnt Dominik Jung. Jedoch tritt in der Nacht dann auch wieder eine Wetterberuhigung ein. „Da zieht das Ganze dann ab, die Wolken lockern auf und zum Teil wird es angenehm kühl werden“, sagt Dominik Jung. Die Tiefstwerte liegen in Baden-Württemberg dann bei 13 bis 7 Grad.

Ideal, um die Wohnung mal wieder schön durchzulüften. Denn lange bleibt es nicht so kühl. Im Tagesverlauf des Donnerstags steigen die Temperaturen schon wieder an. Die Höchsttemperaturen reichen von 21 Grad im Bergland bis zu 28 Grad an der Grenze zu Rheinland-Pfalz. Der Hochsommer kommt quasi über Nacht, wie die Prognosen für den Monat Juli zeigen.

StadtDonnerstag (6. Juli)Freitag (7. Juli)Samstag (8. Juli)Sonntag (9. Juli)
Stuttgart11 bis 24 Grad13 bis 30 Grad16 bis 31 Grad22 bis 34 Grad
Mannheim13 bis 26 Grad13 bis 32 Grad18 bis 32 Grad23 bis 35 Grad
Heidelberg12 bis 24 Grad14 bis 29 Grad20 bis 31 Grad24 bis 33 Grad
Ludwigsburg11 bis 24 Grad12 bis 30 Grad16 bis 31 Grad22 bis 34 Grad
Heilbronn12 bis 24 Grad13 bis 30 Grad17 bis 31 Grad22 bis 34 Grad
Freiburg im Breisgau12 bis 23 Grad13 bis 29 Grad18 bis 30 Grad22 bis 34 Grad

(Quelle: wetter.com)

Wer da schon ins Schwitzen kommt, hat zum Ende der Woche das Nachsehen: Am Freitag werden vielerorts die 30 Grad geknackt. „Da dreht die Hitze im Südwesten ordentlich auf“, kündigt Dominik Jung an. Bei viel Sonnenschein schießt das Thermometer auf 26 Grad in hohen Lagen und 33 Grad im Oberrheingraben. In der Landeshauptstadt Stuttgart werden ebenfalls 30 Grad erwartet. Auslöser für den erneuten Temperaturanstieg ist Heißluft aus Nordafrika. Diese treibt die Werte am Samstag abermals ein gutes Stück in die Höhe. 26 Grad gibt es dann im Südschwarzwald, 31 Grad in Stuttgart und Oberschwaben sowie bis zu 33 Grad am Rhein.

Auch die Nacht zum Sonntag (9. Juli) verspricht da keine Erfrischung. Die Temperaturen reichen verbreitet von 20 bis 13 Grad im Minimum. In Baden-Württemberg sollen dann Spitzenwerte von 38 Grad erreicht werden. Die 40 Grad könnten schon bald wieder geknackt werden. Die Hitze bleibt nicht ohne Folgen: Gegen Nachmittag können von Westen her Gewitter aufziehen.

Rubriklistenbild: © imago images/Bernd März

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