„Gibt genug warnende Beispiele“

Effenberg rät Führich von Wechsel zum FC Bayern ab

  • VonLuca Hartmann
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Der FC Bayern soll an einer Verpflichtung von Nationalspieler Chris Führich interessiert sein. Stefan Effenberg rät jedoch zu einem Verbleib beim VfB Stuttgart.

München/Stuttgart – Chris Führich ist der Shooting-Star der laufenden Saison und das Aushängeschild des wiedererstarkten VfB Stuttgart. Bereits auf 14 Torbeteiligungen (sieben Tore, sieben Vorlagen) kommt der Flügelspieler in dieser Saison bei den Schwaben und hat damit maßgeblichen Anteil, dass der VfB in der Tabelle derzeit auf Champions-League-Platz drei liegt.

Nicht nur Bundestrainer Julian Nagelsmann ist auf den 26-Jährigen aufmerksam geworden und hat ihn deswegen im März bereits zum zweiten Mal in den DFB-Kader berufen, sondern auch mehrere Topklubs sollen Führich beobachten. Medienberichten zufolge sollen neben dem FC Bayern auch Borussia Dortmund, Bayer Leverkusen und RB Leipzig Interesse an einer Verpflichtung haben.

Stefan Effenberg (links) rät Chris Führich zu einem Verbleib beim VfB Stuttgart.

Effenberg rät Führich von Bayern-Wechsel ab

Für Ex-Nationalspieler Stefan Effenberg käme ein Wechsel von Führich im kommenden Sommer jedoch verfrüht. „Für seine eigene Entwicklung würde ich ihm dringend raten, die Reise beim VfB noch eine Weile mitzugehen“, mahnte Effenberg beim Nachrichtenportal t-online.

„Wenn du etwas bei einem Verein mitaufbaust, wie Führich jetzt beim VfB, dann kannst du nicht nach 365 Tagen sagen: Ich gehe“, führte der Effenberg weiter aus. Führich sei noch jung, und „gut beraten, die Entscheidung über seinen nächsten Klub erst in ein, zwei oder vielleicht auch drei Jahren zu treffen – und nicht jetzt“, so Effenberg, der jüngst beim FC Bayern einen brisanten Vergleich zog.

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Der niederländische Coach Erik ten Hag ist bei seinem aktuellen Klub Manchester United nicht unumstritten. Es ist möglich, dass sich beide Parteien im Sommer trennen. Laut Ex-Profi und Insider Jan Aage Fjörtoft scheint sogar ein Trainertausch mit FCB-Noch-Coach Tuchel nicht ausgeschlossen, wie der Norweger auf X schreibt.
Der frühere Bayern-Profi und spätere Reserve-Coach Martín Demichelis wird immer wieder von Experten als mögliche Übergangslösung auf der Trainerbank genannt, die im Erfolgsfall zur Dauerlösung werden könnte. Demichelis trainiert aktuell den argentinischen Spitzenklub River Plate. Trotz einiger Erfolge und der Meisterschaft im letzten Jahr ist der Coach in Buenos Aires nicht unumstritten. Die Argentinier könnten Demichelis bei einem tatsächlichen Bayern-Interesse ziehen lassen.
Der arbeitslose Spanier Julen Lopetegui ist ebenfalls einer der Kandidaten. Der FC Bayern muss sich laut Sky aber mit Premier-League-Klub West Ham United um den früheren Coach von Real Madrid streiten, die den Coach ebenfalls verpflichten wollen.
Zwischen Zinédine Zidane und dem FC Bayern soll es laut der italienischen Sportzeitung Corriere dello Sport bereits Kontakt gegeben haben. Laut Sportbild kommt ein Engagement des dreimaligen Weltfußballers in München aber nicht infrage, weil er einen Verein trainieren wolle, dessen Sprache er beherrsche. Für den Franzosen, der langfristig als designierter Nachfolger von Frankreichs Nationaltrainer Didier Deschamps gilt, wäre ein Engagement in der bayerischen Landeshauptstadt die erste Trainerstation seit seinem Ausscheiden bei Real Madrid 2021. Als Coach der „Königlichen“ gewann er in zwei Amtszeiten unter anderem zweimal die spanische Meisterschaft und dreimal die Champions League.
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„Gibt genug warnende Beispiele“: Effenberg warnt vor Wechsel

Vielmehr solle Führich den Flow in Stuttgart beibehalten und das Vertrauen in seine Person nutzen, welches er sich „erarbeitet und verdient“ habe. „Das gibt ihm eine gewisse Sicherheit. Das sollte er nicht einfach so aufgeben“, meint Effenberg, der ergänzt: „Da gibt es genug warnende Beispiele, die ihre Karriere mit falschen Entscheidungen gegen die Wand gefahren haben, weil sie schlecht beraten waren.“

Außerdem könne Führich in Stuttgart in der kommenden Saison wohl auch auf absolutem Top-Niveau in der Champions League sein Können beweisen, sollte der VfB den aktuellen Tabellenplatz verteidigen können. „Für ihn gilt es, auch dort zu performen, seine Leistung zu bestätigen und verbessern“, so Effenberg.

Dabei ist sich der frühere Bayern-Spieler sicher, dass Führich eines Tages zu einem Topklub wie dem FC Bayern wechseln wird. „Er wird mit Sicherheit irgendwann den Schritt von Stuttgart zu einem dauerhaften Champions-League-Vertreter gehen, möglicherweise sogar zum FC Bayern“, meint Effenberg – auch wenn die Bayern in dieser Saison sogar um die Champions-League zittern müssen. (LuHa)

Rubriklistenbild: © IMAGO / Sven Simon und IMAGO / Sportfoto Rudel