„Sind in gutem Austausch“

Sagt Rangnick dem FC Bayern ab? Zuversicht bei Österreichern wächst plötzlich

  • Marius Epp
    VonMarius Epp
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Der FC Bayern wirbt um die Dienste von Ralf Rangnick. Doch will der ÖFB-Coach überhaupt nach München? Sein derzeitiger Arbeitgeber schöpft Hoffnung auf einen Verbleib.

München – Wird er es nun? Ralf Rangnick ist seit geraumer Zeit der Top-Favorit auf den heißen Trainerstuhl beim FC Bayern. Nach tz-Informationen hat der „Fußballprofessor“ grundsätzlich Bereitschaft signalisiert, die Nachfolge von Thomas Tuchel anzutreten. Details über die Zusammenarbeit gilt es aber noch zu klären.

Der Österreichische Fußballverband (ÖFB) hat die Hoffnung auf einen Rangnick-Verbleib (sein Vertrag läuft bis 2026) derweil noch nicht aufgegeben. Der ÖFB erwartet eine Entscheidung seines Teamchefs in der ersten Mai-Woche.

ÖFB-Präsident lässt Österreicher auf Rangnick-Verbleib hoffen

ÖFB-Präsident Klaus Mitterdorfer sagte am Mittwoch (1. Mai) im Interview mit dem ORF: „Wir sind in einem guten Austausch mit dem Teamchef, noch hat er keine endgültige Entscheidung getroffen. Es ist noch offen, ich hoffe, es fällt in naher Zukunft eine Entscheidung für uns.“

Für uns? Zwischenzeitlich berichteten bereits einige Medien, der ÖFB befände sich schon auf der Suche nach einem Rangnick-Nachfolger, der nach der EM übernehmen soll. Mitterdorfer klingt allerdings nicht wirklich nach einem Präsidenten, der die Personalie Rangnick bereits abgehakt hat.

Ralf Rangnick steht vor einer wichtigen Entscheidung: ÖFB oder FC Bayern?

Sagt Rangnick dem FC Bayern ab? ÖFB-Präsident nennt mögliches Argument dafür

„Wichtig für einen Menschen wie Ralf Rangnick sind seine Gestaltungsmöglichkeiten“, so Mitterdorfer weiter. „Er hat gemerkt, wie er die Spieler mitreißen kann, und welche Emotionen er entfachen kann. Er ist ein Mensch, der sich überall einbringen möchte, diese Möglichkeit hätte er bei uns. Die letzte Entscheidung liegt bei ihm.“

Seinen Aussagen nach zu urteilen, besteht also durchaus noch die Möglichkeit, dass sich die Bayern die dritte Absage einhandeln. Xabi Alonso und Julian Nagelsmann haben bereits abgelehnt. Laut Mitterdorfer habe es – Stand Mittwoch – noch „keinen Kontakt mit Bayern München“ gegeben.

Tuchel-Nachfolger beim FC Bayern: Die Kandidaten-Liste in der Übersicht

Der niederländische Coach Erik ten Hag ist bei seinem aktuellen Klub Manchester United nicht unumstritten. Es ist möglich, dass sich beide Parteien im Sommer trennen. Laut Ex-Profi und Insider Jan Aage Fjörtoft scheint sogar ein Trainertausch mit FCB-Noch-Coach Tuchel nicht ausgeschlossen, wie der Norweger auf X schreibt.
Der frühere Bayern-Profi und spätere Reserve-Coach Martín Demichelis wird immer wieder von Experten als mögliche Übergangslösung auf der Trainerbank genannt, die im Erfolgsfall zur Dauerlösung werden könnte. Demichelis trainiert aktuell den argentinischen Spitzenklub River Plate. Trotz einiger Erfolge und der Meisterschaft im letzten Jahr ist der Coach in Buenos Aires nicht unumstritten. Die Argentinier könnten Demichelis bei einem tatsächlichen Bayern-Interesse ziehen lassen.
Der arbeitslose Spanier Julen Lopetegui ist ebenfalls einer der Kandidaten. Der FC Bayern muss sich laut Sky aber mit Premier-League-Klub West Ham United um den früheren Coach von Real Madrid streiten, die den Coach ebenfalls verpflichten wollen.
Zwischen Zinédine Zidane und dem FC Bayern soll es laut der italienischen Sportzeitung Corriere dello Sport bereits Kontakt gegeben haben. Laut Sportbild kommt ein Engagement des dreimaligen Weltfußballers in München aber nicht infrage, weil er einen Verein trainieren wolle, dessen Sprache er beherrsche. Für den Franzosen, der langfristig als designierter Nachfolger von Frankreichs Nationaltrainer Didier Deschamps gilt, wäre ein Engagement in der bayerischen Landeshauptstadt die erste Trainerstation seit seinem Ausscheiden bei Real Madrid 2021. Als Coach der „Königlichen“ gewann er in zwei Amtszeiten unter anderem zweimal die spanische Meisterschaft und dreimal die Champions League.
Tuchel-Nachfolger beim FC Bayern: Die Kandidaten-Liste in der Übersicht

FC Bayern will Rangnick – ÖFB-Präsident hat Hoffnung nicht aufgegeben

Außergewöhnlich ist das nicht. Erst, wenn die Bayern-Bosse eine finale Zusage von Rangnick haben, werden sie den Kontakt zum Verband suchen, um die Ablösemodalitäten zu klären. Im Raum steht eine Summe zwischen 10 und 15 Millionen Euro. Nach dem Spiel gegen Real Madrid machte Bayern-Sportvorstand Christoph Freund eine Andeutung.

Klar ist aber: Rangnick scheint immer noch mit sich zu ringen. Und das lässt die Zuversicht bei den Österreichern wachsen. „Je länger es dauert, desto größer ist die Chance, dass er sich für uns entscheidet“, sagt Mitterdorfer. Vielleicht sei das Zögern Rangnicks auch „ein gutes Zeichen. Ich habe das Gefühl, dass ihm der Einfluss in Österreich einiges wert ist.“

Gewissen Einfluss (vor allem auf die Kadergestaltung) sollen Max Eberl und Christoph Freund Rangnick zugesichert haben. Annähernd so viel Spielraum und Macht wie beim ÖFB hätte der 65-Jährige aber beim FC Bayern nicht – das steht schon jetzt fest. (epp)

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