Widerspricht dem Selbstverständnis

Tuchel-Aussage nach BVB-Pleite kam bei Bayern-Bossen offenbar gar nicht gut an

  • VonAndre Oechsner
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Thomas Tuchel gratulierte Bayer Leverkusen nach der Niederlage gegen den BVB öffentlich zur Meisterschaft. Beim FC Bayern kam das offenbar gar nicht gut an.

München – Nach dem 0:2 im deutschen Fußballklassiker gegen Borussia Dortmund war es Thomas Tuchel ein Bedürfnis, dem aktuellen Bundesliga-Tabellenführer Bayer Leverkusen öffentlich zum Gewinn der Meisterschaft zu gratulieren. In der Führungsetage des FC Bayern soll Tuchels Aussage gar nicht gut angekommen sein.

Thomas Tuchel
Geboren:29. August 1973 (Alter 50 Jahre), Krumbach (Schwaben)
Aktuelles Team:FC Bayern
Position:Trainer

Thomas Tuchel soll dem Selbstverständnis des FC Bayern widersprochen haben

Wie die Sport Bild berichtet, stieß die Art und Weise, wie Tuchel den Leverkusenern zum Titel gratulierte, vielen Verantwortlichen sauer auf. Um welchen Protagonisten es sich dabei konkret handeln soll, wird nicht bekannt. Es widerspreche dem Selbstverständnis des FCB, wie Tuchel der Konkurrenz den roten Teppich ausgerollt habe, heißt es.

„Ja, selbstverständlich“ und „klar, ja, natürlich“, antwortete Tuchel nach der Niederlage im Klassiker bei Sky auf die Frage, ob die Saison in der Bundesliga entschieden sei. „Nach dem Spiel heute brauchen wir nichts erzählen. (...) Glückwunsch nach Leverkusen.“ Genau diese Aussage brachte die Münchner Vereinsführung offenbar in Rage.

Beim FC Bayern soll es wegen Thomas Tuchel nach dessen BVB-Aussagen Stress geben.

Bayer Leverkusen auf dem Weg zum Titel – wohl keine vorzeitige Tuchel-Entlassung

Bei noch sieben auszutragenden Bundesliga-Spielen beträgt der Vorsprung von Bayer Leverkusen auf den FC Bayern bereits 13 Punkte. In der aktuellen Überform der Rheinländer rechnet niemand wirklich ernsthaft mehr damit, dass Leverkusen den ersten Meistertitel in seiner Geschichte tatsächlich noch abgeben wird. Hierzu gibt es bereits erste Leverkusener Rechenspiele – wann Bayer 04 Meister werden kann.

An eine vorzeitige Trennung von Tuchel denken die Bayern-Bosse aber wohl nicht. Das Verhältnis zur Mannschaft sei zwar kaum noch existent, schreibt die Sport Bild. Es sei allerdings extrem schwer, den passenden Trainer für die verbleibenden Spiele zu finden. Brightons Roberto de Zerbi und der aktuelle Bundestrainer Julian Nagelsmann haben sich unlängst als Topkandidaten für die Tuchel-Nachfolge herauskristallisiert.

Tuchel-Nachfolger beim FC Bayern: Die Kandidaten-Liste in der Übersicht

Der niederländische Coach Erik ten Hag ist bei seinem aktuellen Klub Manchester United nicht unumstritten. Es ist möglich, dass sich beide Parteien im Sommer trennen. Laut Ex-Profi und Insider Jan Aage Fjörtoft scheint sogar ein Trainertausch mit FCB-Noch-Coach Tuchel nicht ausgeschlossen, wie der Norweger auf X schreibt.
Der frühere Bayern-Profi und spätere Reserve-Coach Martín Demichelis wird immer wieder von Experten als mögliche Übergangslösung auf der Trainerbank genannt, die im Erfolgsfall zur Dauerlösung werden könnte. Demichelis trainiert aktuell den argentinischen Spitzenklub River Plate. Trotz einiger Erfolge und der Meisterschaft im letzten Jahr ist der Coach in Buenos Aires nicht unumstritten. Die Argentinier könnten Demichelis bei einem tatsächlichen Bayern-Interesse ziehen lassen.
Der arbeitslose Spanier Julen Lopetegui ist ebenfalls einer der Kandidaten. Der FC Bayern muss sich laut Sky aber mit Premier-League-Klub West Ham United um den früheren Coach von Real Madrid streiten, die den Coach ebenfalls verpflichten wollen.
Zwischen Zinédine Zidane und dem FC Bayern soll es laut der italienischen Sportzeitung Corriere dello Sport bereits Kontakt gegeben haben. Laut Sportbild kommt ein Engagement des dreimaligen Weltfußballers in München aber nicht infrage, weil er einen Verein trainieren wolle, dessen Sprache er beherrsche. Für den Franzosen, der langfristig als designierter Nachfolger von Frankreichs Nationaltrainer Didier Deschamps gilt, wäre ein Engagement in der bayerischen Landeshauptstadt die erste Trainerstation seit seinem Ausscheiden bei Real Madrid 2021. Als Coach der „Königlichen“ gewann er in zwei Amtszeiten unter anderem zweimal die spanische Meisterschaft und dreimal die Champions League.
Tuchel-Nachfolger beim FC Bayern: Die Kandidaten-Liste in der Übersicht

FC Bayern spielt schwächste Rückrunde seit 15 Jahren

Der BVB fügte den Bayern im zehnten Rückrunden-Spiel die bereits vierte Niederlage (5 Siege, 1 Remis) zu. Mit 16 Punkten nach zehn Rückrunden-Spieltagen spielt der FCB seine schwächste Rückrunde seit 15 Jahren. In der Saison 2008/09 waren es unter der Leitung von Jürgen Klinsmann ebenfalls 16 Punkte nach zehn Rückrunden-Partien. (aoe)

Rubriklistenbild: © IMAGO/Mladen Lackovic

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