Szenario wie 2020 droht

FC Bayern in der Pavard-Klemme: Wollte sich der Franzose wegstreiken?

  • Florian Schimak
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Dem FC Bayern droht in den kommenden Tagen ein Transfer-Drahtseilakt. Lässt man Benjamin Pavard ohne Ersatz ziehen oder findet man noch Verstärkung?

Update vom 25. August, 14.56 Uhr: Jetzt kommt etwas Licht ins Dunkle! Benjamin Pavard hat Thomas Tuchel offiziell von seinem Wechselwunsch informiert. „Benji hat nach einem Wechsel gebeten, aber wir müssen auch an den Klub denken“, sagte der Bayern-Coach auf der Spieltags-Pressekonferenz am Freitag.

Allerdings sei das Timing nicht perfekt, wie Tuchel erklärte: „Wir sind ziemlich spät dran“. Man werde Pavard nur ziehen lassen, wenn adäquater Ersatz in Aussicht ist. Da dieser intern nicht vorhanden ist, müssten die Münchner einen neuen Rechts- bzw. Innenverteidiger verpflichten. Und dies gestaltet sich schwierig, weshalb sich Tuchel auf der PK auch zurückhaltend bezüglich eines Verkaufs von Pavard zeigte.

Dies schmeckt dem Franzosen natürlich nicht, der laut Tuchel allerdings „nicht der erste Spieler ist, der nur seine Situation sieht“. Dass Pavard am Mittwoch im Training fehlte und er sich womöglich wegstreiken wollte, verneinte Tuchel. Ebenso ein angeblich deeskalierendes Telefonat mit Berater Pini Zahavi. „Das kläre ich in einem normalen Gespräch mit dem Spieler“, sagte Tuchel.

FC Bayern und die Zukunft von Pavard: Franzose will weg

Erstmeldung vom 24. August:

München – Eine Erkältung im Sommer ist eher ungewöhnlich. Anderseits hört man in München zuletzt immer häufiger wieder von Corona-Infektionen oder grippalen Infekten. Insofern darf man Benjamin Pavard nichts Böses unterstellen.

Der Franzose, der den FC Bayern lieber heute als morgen verlassen möchte, fehlte am Mittwoch erkältet und war daher auch nicht beim Medien-Termin bei Sponsor Audi in Ingolstadt zugange. Vielleicht, weil er gar keinen neuen Dienstwagen mehr benötigt?

Benjamin Pavard
Geburtsdatum:28. März 1996 (27 Jahre)
Verein:FC Bayern München (Vertrag bis 2024)
Position:Rechtsverteidiger
Marktwert: 40 Millionen Euro

Benjamin Pavard vor Wechsel zu Inter Mailand – Bayern-Bossen droht Drahtseilakt

Letztlich haben die Bayern-Bosse das Heft des Handelns in der Hand. Inter Mailand bietet 30 Millionen plus Boni für Pavard. An und für sich ein passabler Preis, doch in München stellt sich die Frage, ob man den 27-Jährigen in diesem Sommer tatsächlich abgeben kann.

Durch die Leihe von Josip Stanisic zu Bayer Leverkusen, die selbst den Akteur überrascht hat, sowie der gescheiterte Transfer von Kyle Walker, droht den Bayern in den kommenden Tagen ein Transfer-Drahtseilakt. Denn: Sollte man Pavard ziehen lassen, befindet sich mit Noussair Mazraoui lediglich ein tauglicher Rechtsverteidiger im Kader.

FC Bayern befindet sich in der Pavard-Klemme: Wie kann Thomas Tuchel mit dem Abwehrspieler planen?

Transfer-Drahtseilakt beim FC Bayern: Intern könnte Pavard-Abgang kein Spieler auffangen

Bouna Sarr ist zwar auf dem Zettel auf dieser Position zu Hause. Doch sportlich spielt der Senegalese seit seiner Ankunft 2020 keine Rolle. Intern könnten die Bayern einen Pavard-Verkauf also nicht auffangen. Das bedeutet: Ein Ersatz müsste her!

Doch die Sache gestaltet sich schwierig. Lutsharel Geertruida von Feyenoord Rotterdam steht nach tz-Infos auf der Liste. Auch DFB-Nationalspieler Armel Bella-Kotschap wurde intern diskutiert. Allerdings soll auch der BVB Interesse am Innenverteidiger von Premier-League-Absteiger FC Southampton haben. Zudem wäre der 21-Jährige aufgrund seiner Position eher eine Not-Notlösung.

Transfergerüchte um Pavard-Nachfolger beim FC Bayern: Kenny Tete vom FC Fulham?

Lukas Klostermann von RB Leipzig ist offenbar kein Kandidat an der Säbener Straße. Auch Thilo Kehrer von West Ham United, der rein positionstechnisch durchaus Sinn ergeben könnte, ist eher unrealistisch. Also wer dann?

Am Donnerstag tauchte ein neuer Name im Transfer-Kosmos des FC Bayern auf. So schreibt die britische Sun, dass die Münchner an Kenny Tete vom FC Fulham interessiert sein sollen. Positiv: Der Vertrag des Niederländers läuft 2024 aus. Zudem kommt der 27-Jährige aus der Jugend von Ajax Amsterdam.

Die größten Flop-Transfers des FC Bayern München

Breno, von Januar 2008 bis 2012 beim FC Bayern, 12 Millionen Euro Ablöse, 33 Spiele für den FC Bayern. 
Im Winter 2008 kam der hochtalentierte Innenverteidiger für eine beachtliche Ablösesumme vom FC São Paulo nach München. Schwere Knieverletzungen warfen den Brasilianer immer wieder zurück. Nachdem er unter Alkohol- und Medikamenteneinfluss 2011 sein Haus in Grünwald in Brand setzte, wurde er zu 3 Jahren und 9 Monaten Haft verurteilt. Nach seiner frühzeitigen Haftentlassung kehrte Breno zu seinen Jugendverein São Paulo zurück.
Edson Braafheid, von 2009 bis Januar 2011 beim FC Bayern, 2 Millionen Euro Ablöse, 19 Spiele für den FC Bayern.
Als Wunschtransfer von Louis van Gaal an die Säbener Straße gekommen, fand sich der Niederländer meistens auf der Bank wieder. Wurde 2010 für ein halbes Jahr an Celtic Glasgow verliehen und verließ Anfang 2011 München ablösefrei in Richtung Hoffenheim.
Danijel Pranjić, von 2009 bis 2012 beim FC Bayern, 7,7 Millionen Euro Ablöse, 85 Spiele für den FC Bayern. 
Für eine satte Ablöse wechselte der Kroate vom SC Heerenveen an die Säbener Straße. Genauso wie Braafheid ein Wunschtransfer von Louis van Gaal. Kam Pranjić unter dem Niederländer noch regelmäßig zum Einsatz, änderte sich dies in der Saison 2011/12 unter Jupp Heynckes. Der Vertrag wurde nicht verlängert und der Außenverteidiger verließ ablösefrei den Verein zu Sporting Lissabon. Ein sattes Minusgeschäft für den FC Bayern.
Landon Donovan, von Januar bis März 2009 beim FC Bayern, ausgeliehen, 7 Einsätze (kein Tor) für den FC Bayern.
Ausgeliehen von LA Galaxy während der Klinsmann-Ära, konnte der US-Boy auch im zweiten Anlauf in Deutschland nicht durchstarten (zuvor bei Bayer Leverkusen). Die Verantwortlichen in München waren froh, dass sie keiner festen Verpflichtung zugestimmt hatten und so trennten sich die Wege schnell wieder. In den folgenden Jahren wurde Donovan von Los Angeles zweimal zum FC Everton ausgeliehen. Auch hier blieb es bei Kurzbeschäftigungen.
Die größten Flop-Transfers des FC Bayern München

FC Bayern in der Pavard-Klemme: Es droht ein Szenario wie 2020

Daher dürften sich Tete, Matthijs de Ligt und Mazraoui noch kennen, auch wenn die drei nie gemeinsam auf dem Platz standen. Aber ob er das Zeug zum Pavard-Nachfolger beim FC Bayern hätte? Fraglich.

Bis zum 1. September haben die Bosse bekanntlich noch Zeit, eine Entscheidung zu fällen. Möglicherweise läuft es auf einen Last-Minute-Transfer hinaus. So wie im Sommer 2020, als am Deadline Day vier Stars den Weg nach München fanden. Eric Maxim Choupo-Moting, Marc Roca, Douglas Costa und eben Sarr wurden kurz vor Schuss vom damaligen Sportvorstand Hasan Salihamdzic verpflichtet.

Zum Glück, muss man fast schon sagen, suchen die Bayern dieses Jahr nur einen Spieler – wenn überhaupt. Denn am Ende kommt alles doch ganz anders. Am Donnerstag trainierte Benjamin Pavard nämlich wieder mit … (smk)

Rubriklistenbild: © IMAGO/Frank Hoermann/SVEN SIMON