ÖFB-Coach ist Top-Kandidat

Rangnick und die Trainersuche: Uneinigkeit bei Bayern-Bossen nach Real-Spiel

  • VonAndre Oechsner
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  • Florian Schimak
    Florian Schimak
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Der FC Bayern liefert gegen Real Madrid ein überragendes Spiel ab. Thema Nummer eins aber bleibt die Trainerfrage. Da herrscht in einer Sache Unklarheit.

München – Die Frage nach einem Nachfolger für den scheidenden Thomas Tuchel beschäftigte die Entscheidungsträger des FC Bayern vor und nach dem Hinspiel im Halbfinale der Champions League gegen Real Madrid (2:2). Unfassbare neue Erkenntnisse gab es aber auch am Dienstag nicht.

Ralf Rangnick
Geboren:29. Juni 1958 (Alter 65 Jahre), Backnang
Trainer von:Österreich, Vertrag bis Ende Juli 2026
Vorherige Klubs als Trainer:Manchester United, RB Leipzig, Schalke 04, TSG Hoffenheim

Boss Hainer nach Real-Duell: FC Bayern „in guten Gesprächen“ mit Ralf Rangnick

Am konkretesten wurde da schon Herbert Hainer. Der FC Bayern bemühe sich so schnell wie möglich, einen neuen Trainer zu finden, meinte der Präsident. Mit dem inzwischen letzten verbliebenen Kandidaten Ralf Rangnick sei man in „guten Gesprächen“, wie Hainer ausführte. „Wir müssen ein paar Tage abwarten, ob es dann auch final so rausgeht.“

Mit einem sogenannten Schnellschuss ist in der Personalie also wohl eher nicht zu rechnen. Am Mittwoch, 8. Mai, findet in Madrid das Rückspiel des Halbfinales in der Champions League statt. Vor dem nächsten Highlight in der Königsklasse dürfte die Rangnick-Frage nicht final geklärt werden. Zumal ja am Samstag (15.30 Uhr) erst mal der Bundesliga-Südgipfel beim VfB Stuttgart ansteht.

Ralf Rangnick wird wohl neuer Trainer des FC Bayern. Die Münchner Chefetage will aber noch nichts bestätigen.

Uneinigkeit bei Bayern-Bossen zu Rangnick – Dreesen zieht kuriosen Vergleich

„Wir sind nach wie vor dabei, mit möglichen Kandidaten zu sprechen und wir werden sicherlich in aller Kürze dann auch eine Entscheidung finden“, kommentierte Jan-Christian Dreesen die Nachfragen zur laufenden Trainersuche. Der Vorstandsboss driftete danach kurioserweise in die Meteorologie ab und versuchte, metaphernstarke Vergleiche heranzuziehen.

Es sei wie mit dem Wetter-Vorhersagen, meinte Dreesen, „das sollte man nie so genau nehmen. Ich glaube, nachdem so viel darüber geredet wurde, die letzten zwei, drei Wochen, spielt das keine Rolle mehr. Also da ist ja schon alles dazu geschrieben, was man nur so schreiben kann.“ Als Wunschkandidat der Bayern galt Xabi Alonso, der sich allerdings zu Bayer Leverkusen bekannte und dem FCB damit eine schwerwiegende Absage erteilte.

Kompany folgt auf Tuchel: Alle Bundesliga-Trainer des FC Bayern

Vincent Kompany (ab 1. Juli 2024): Offiziell wird Vincent Kompany den FCB erst ab der Saison 24/25 übernehmen, vorgestellt wurde der Tuchel-Nachfolger aber schon Ende Mai. Zuvor coachte der langjährige Weltklasse-Innenverteidiger den FC Burnley und RSC Anderlecht.
Thomas Tuchel (24.03.2023 bis 30.06.2024): Im März 2023 wurde Thomas Tuchel überraschend während einer Länderspielpause als Trainer des FC Bayern verpflichtet. Er folgte auf den zuvor beurlaubten Julian Nagelsmann.
Julian Nagelsmann (01.07.2021 bis 23.03.2023): Mit gerade mal 33 Jahren übernimmt der Trainer-Emporkömmling den deutschen Rekordmeister. Zwei Super-Cup Siege und eine Meisterschaft reichen in der Summe jedoch nicht aus, die Arbeit weiter fortsetzen zu können. Im März 2023 wird er während einer Länderspielpause überraschend freigestellt.
Hansi Flick (03.11.2019 bis 30.06.2021): Unter Flick gewinnt der FC Bayern wieder alles, was es zu gewinnen gibt. Champions-League, Klub-WM, UEFA-Super-Cup, zwei Meisterschaften, einen Pokal- und einen Super-Cup-Sieg hinterließ Flick dem Klub, bevor es ihn zum DFB zog.
Kompany folgt auf Tuchel: Alle Bundesliga-Trainer des FC Bayern

Max Eberl: Vor CL-Rückspiel gegen Real wohl kein neuer FCB-Trainer

„Manchmal kommen die Schauer im April, obwohl man sie nicht erwartet. Manchmal kommt die Sonne dann im Mai und wir werden schauen. Daran, dass wir das Wetter nicht beeinflussen können“, so Dreesen. Sportvorstand Max Eberl hüllte sich wie in den vergangenen Wochen seit seinem Amtsantritt in der Trainerfrage allumfassend in Diplomatie.

Er wisse zwar, dass es jeden interessiere. Er und Sportdirektor Christoph Freund erledigen ihre Aufgaben allerdings in Ruhe. „Und wenn es dann fertig ist, dann sagen wir es auch. Es ist eine Thematik, die uns umtreibt.“

Eberl geht davon aus, dass es vor dem Rückspiel in der Champions League keine Entscheidung geben wird. „Wir haben sechs Tage bis zum Real-Spiel, das ist jetzt alles, was nebenbei ist, was die neue Saison betrifft. Natürlich ist der neue Trainer wichtig, aber was jetzt die nächsten sechs Tage zählt ist Real Madrid.“ (Florian Schimak, aoe)

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