DFB-Pokal-Achtelfinale steht an

Nach Siegtreffer gegen Bayern: Schießt Gaus den 1. FC Saarbrücken gegen die Eintracht erneut eine Runde weiter?

  • Marius Gogolla
    VonMarius Gogolla
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Am Mittwoch spielt der 1. FC Saarbrücken im Achtelfinale des DFB-Pokals gegen Eintracht Frankfurt – und hofft erneut auf eine Sensation.

Saarbrücken – Im DFB-Pokal gibt es immer wieder Überraschungen. So auch vor etwas mehr als vier Wochen, als der Drittligist 1. FC Saarbrücken den Rekordmeister FC Bayern München aus dem Wettbewerb schoss. Marcel Gaus konnte in der 6. Minute der Nachspielzeit das 2:1 erzielen – und sorgte damit für eine Sensation.

FC Saarbrücken schafft die Sensation gegen den FC Bayern München: Marcel Gaus (rechts) jubelt über seinen 2:1-Siegtreffer.

Mit dem Erfolg über die Bayern hat Saarbrücken es ins Achtelfinale des Pokals geschafft. Am Mittwochabend (6. Dezember) geht es für den FCS zu Hause gegen Eintracht Frankfurt, wo die Mannschaft von Trainer Rüdiger Ziehl mit einem Sieg den Einzug ins Viertelfinale erreichen kann.

Eintracht Frankfurt wird Saarbrücken vor neue Herausforderungen stellen

Mit der SGE steht für Saarbrücken der nächste schwere Gegner im DFB-Pokal auf dem Programm. Zwar habe er nach dem Sieg über die Bayern „etwas mehr Glauben“ an einen Sieg, aber die Aufgabe „wird dadurch nicht weniger schwierig“, sagte Gaus dem kicker. Die Eintracht sei ein völlig anderer Gegner als Bayern und stelle Saarbrücken vor neue Herausforderungen.

Einen Vorteil gegen die SGE sieht Gaus in dem Zustand des Rasens im Ludwigsparkstadion. Gegen die Bayern sei der Platz noch in einem recht guten Zustand gewesen. „Das war eigentlich genau das, was wir nicht haben wollten“, so Gaus. Nach drei Saarbrücker Heimspielen innerhalb von sieben Tagen dürfte die Frankfurter ein weniger gutes Geläuf erwarten.

Marcel Gaus: Von Vereinslosigkeit zum Helden gegen FC Bayern

Noch vor einem Jahr war Gaus vereinslos. Bis dahin hatte der 34-jährige Linksverteidiger 233 Spiele in der 2. Fußball-Bundesliga und 68 Spiele in der 3. Liga absolviert. „Die Zeit war grausam, aber auch selbstbestimmt“, erzählt er. „Saarbrücken war dann von Beginn an einer der Favoriten für mich, wenn es doch noch mal in die 3. Liga gehen sollte.“

Die sieben Pokal-Blamagen des FC Bayern

Zum zweiten Mal innerhalb von sieben Monaten verspielen die Bayern unter Trainer Thomas Tuchel ihre Chance auf den DFB-Pokal. Zuvor waren sie im April dem SC Freiburg vor eigenem Publikum im Viertelfinale unterlegen (1:2).
Es ist Corona, Trainer Julian Nagelsmann sitzt daheim in der Küche, unter seinem Assistenten Dino Toppmöller kommen die Bayern unter die Räder. Alle Treffer fallen in den ersten 57 Minuten. Überragend: Breel Embolo (2 Tore/2 Vorlagen).
Wegen Corona sind die Tribünen leer in Kiel, zeitweise schneit es. Die Bayern gehen zweimal in Führung, der Ausgleich durch Hauke Wahl fällt spät (90.+5). Im Elfmeterschießen hält KSV-Keeper Ioannis Gelios den Versuch von Marc Roca.
Die Bayern kommen als Double-Gewinner zum Aufsteiger. Zur Pause liegen sie 0:3 zurück, holen durch Lukas Podolski und Mark van Bommel auf, ehe Jan Schlaudraff den Deckel drauf macht - am Saisonende wechselt er nach München.
Die sieben Pokal-Blamagen des FC Bayern

Tatsächlich suchte der Traditionsklub im vergangenen Winter nach einem linken Außenverteidiger. Obwohl die Vereinsführung Ausschau nach jüngeren Spielern hielt, setzte sich der Routinier Gaus nach einem halben Jahr ohne Anstellung durch und erspielte sich einen Stammplatz.

Gaus hatte im Juni seinen Abgang geplant – Vertragsverlängerung „aus Dankbarkeit“

Gaus‘ Vertrag in Saarbrücken wäre eigentlich im Juni ausgelaufen, aber er verlängerte „aus Dankbarkeit für die Chance“, die ihm noch einmal gegeben wurde. Spätestens im Sommer 2024, wenn sein Sohn eingeschult wird, soll aber Schluss sein, sagt Gaus: „Unser Familienplan sah immer vor, dass wir dann zurück in die Heimat nach Düsseldorf gehen. Man soll aber auch niemals nie sagen.“

Am Mittwoch hat Gaus auf jeden Fall die Möglichkeit, nach dem Siegtreffer über die Bayern einen weiteren Höhepunkt zu seiner Karriere als Fußballer hinzuzufügen. Anpfiff ist um 18 Uhr, übertragen wird das Spiel kostenpflichtig bei „Sky“. (mag)

Rubriklistenbild: © IMAGO/Eibner-Pressefoto/Alexander Neis

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