Umbenennung zur EM diskutiert

Allianz Arena bald das „Franz-Beckenbauer-Stadion“? FC Bayern und Rummenigge bremsen

  • VonLuca Hartmann
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Zu Ehren von Franz Beckenbauer könnte die Allianz Arena zur Europameisterschaft im Sommer seinen Namen tragen – eine Umbenennung gestaltet sich jedoch schwierig.

München – Auch knapp eine Woche nach dem Tod von Franz Beckenbauer ist die Trauer um die deutsche Fußball-Legende weiterhin groß. Am Freitagabend bestreitet der FC Bayern das erste Ligaspiel nach dem Tod des „Kaisers“ in der Münchner Allianz Arena. Am 19. Januar hält der Rekordmeister dort auch eine große Trauerfeier für Beckenbauer ab – in dem Stadion, das bald nach dem Weltmeister selbst benannt werden könnte.

Trägt Allianz Arena bald den Namen von Franz Beckenbauer?

Um die Fußball-Ikone zu würdigen, hatten sich ehemalige Weggefährten wie Berti Vogts und Olaf Thon bereits für eine Umbenennung des DFB-Pokals in Franz-Beckenbauer-Pokal ausgesprochen. Ex-Bayern-Torwart Sepp Maier, der sich emotional von seinem Freund verabschiedete, hatte angeregt, Beckenbauer vor der Allianz Arena ein Denkmal zu setzen. Trainer-Legende Ottmar Hitzfeld schlug sogar vor, das Stadion nach Beckenbauer zu benennen.

„Die Ausstrahlung des FC Bayern hat er zusammen mit Gerd Müller, Uli Hoeneß, Karl-Heinz Rummenigge und ein paar anderen mitaufgebaut. Deshalb würde es auch gut passen, wenn man die Allianz Arena in Franz-Beckenbauer-Arena umbenennen würde“, sagte Hitzfeld in einem Interview mit t-online.de und spricht damit sicherlich vielen Fans aus der Seele. Bereits in dieser Woche erleuchtet auf der Außenseite der Arena der Schriftzug „Danke Franz“.

Die Allianz Arena ist mit dem Schriftzug „Danke Franz“, in Erinnerung an den gestorbenen Franz Beckenbauer, beleuchtet – auch eine Umbenennung wird diskutiert.

Arena-Umbennenung gestaltet sich offenbar schwierig

Der Vorschlag ist keinesfalls abwegig, muss die Allianz Arena für die Heim-EM ohnehin einen anderen Namen tragen, da die UEFA keine Sponsoren im Stadionnamen duldet. Laut Bild wird der Vorschlag deshalb bereits von den EM-Organisatoren und der UEFA diskutiert – doch ob es wirklich zur Umbenennung kommt, ist fraglich.

Unter anderem, weil beim Verband bereits seit Monaten die Vorbereitungen zum Namen „Munich Football Arena“ beziehungsweise „Fußball Arena München“ laufen. Offenbar seien verschiedene Produktionen mit dem Namen schon zu weit fortgeschritten, was eine Umbenennung mit dem Namen Beckenbauers schwierig gestalte.

Franz Beckenbauer: Karriere und Leben des Kaisers in Bildern

Beckenbauer-Trikot am Dach der Allianz Arena.
Aufstiegsrunde zur 1. Fussabll-Bundesliga 1964: FC Bayern Muenchen - FC St. Pauli (6:1/28.06.1964). Franz Beckenbauer (l
Franz Beckenbauer war dreimal verheiratet. 1966 heiratete er die Sekretärin Brigitte Wittmann. Aus der Ehe, die bis 1990 hielt, gehen zwei Söhne hervor. Bereits 1963 wurde Beckenbauer nach einer kurzen Affäre erstmals Vater eines Sohnes.
Mit seinem langjährigen Mitspieler Sepp Maier (links), der auch bei Beckenbauers Debüt fünf Jahre zuvor im Tor stand, feiert „der Kaiser“ in der Saison 1968/1969 seine erste von vier deutschen Meisterschaften mit dem FC Bayern.
Franz Beckenbauer: Karriere und Leben des Kaisers in Bildern

Rummenigge zurückhaltend: „Gilt Vereinbarung zu respektieren“

Auch der FC Bayern äußerte sich zurückhaltend zu einer möglichen Umbenennung. „Es gibt eine Vereinbarung mit unserem langjährigen, treuen und sehr seriösen Partner Allianz, und die gilt es zu respektieren“, sagte Karl-Heinz Rummenigge, der langjährige Vorstandsvorsitzende des FC Bayern, der Süddeutschen Zeitung.

„Franz Beckenbauer ist vor wenigen Tagen gestorben“, fuhr Rummenigge fort: „Nun ist die Zeit der Trauer, und der FC Bayern wird am nächsten Freitag eine würdige Gedenkfeier zu Ehren von Franz ausrichten. Für alles Weitere sollte man sich Zeit nehmen“. Rummenigge machte jedoch auch klar: „Ohne Franz Beckenbauer gäbe es die Allianz Arena nicht.“

Am Freitag fand Beckenbauer bei der Beerdigung im Familiengrab in München schließlich seine letzte Ruhe. (LuHa)

Rubriklistenbild: © Lennart Preiss/dpa

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