Thomas Tuchel wohl Nachfolger

Experten fassungslos über Nagelsmann-Aus beim FC Bayern: „Dieser Verein bleibt ein Rätsel“

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Der FC Bayern München trennt sich von Trainer Julian Nagelsmann. Bei Fußball-Experten findet dieser Schritt nicht nur auf Zustimmung.

München - Diese Meldung kam völlig überraschend: Julian Nagelsmann und der FC Bayern München gehen getrennte Wege. Die Bosse des deutschen Rekordmeisters sollen über die Entwicklung der Mannschaft unter dem ehemaligen Leipzig-Trainer alles andere als zufrieden sein und sehen die Ziele in der laufenden Saison stark gefährdet. Der lustlose und blutleere Auftritt bei der Niederlage in Leverkusen brachte das Fass wohl zum Überlaufen, weshalb der Klub reagiert und Nagelsmann von seinen Aufgaben entbindet. Als Nachfolger soll Ex-Chelsea-Coach Thomas Tuchel bereitstehen.

NameJulian Nagelsmann
Alter35
Profi-Vereine als TrainerTSG Hoffenheim, RB Leipzig, FC Bayern München
Größter ErfolgDeutscher Meister 2021/22

FC Bayern München trennt sich von Julian Nagelsmann

Nach der überraschenden Meldung überschlagen sich die Reaktionen auf Social Media. Zahlreiche Fußball-Fans und Anhänger des FC Bayern München äußern sich zum Nagelsmann-Aus an der Säbener Straße und auch Experten melden sich zu Wort. Wir geben einen Überblick über die einzelnen Experten-Statements.

Fernsehmoderatorin Dunja Hayali zeigte sich überrascht bei Twitter und postete ein Statement von Bayern-Sportvorstand Hasan Salihamidzic von vor einem Monat. „Es nervt mich! Es ärgert mich! Alle Diskussionen sind unnötig. Ich wünsche mir, dass man unseren Trainer in Ruhe arbeiten lässt“, sagte Salihamidzic damals. DAZN-Moderator Florian Schmidt-Sommerfeld nahm es mit Humor: „Ich erkläre euch das mal so simpel, wie ich es für irgend möglich halte. Jetzt ersetzt der, den Chelsea aus sportlichen Gesichtspunkten nie hätte entlassen dürfen, den, den Bayern aus sportlichen Gesichtspunkten nicht hätte entlassen dürfen.“

Dunja Hayali (l.) und Alex Schlüter (r.) zeigen Unverständnis über das Aus von Julian Nagelsmann beim FC Bayern.

Nagelsmann-Aus: „Halte die Entscheidung für grundverkehrt“

Sportjournalist Uli Hebel zeigte sich ebenfalls sehr überrascht von der Entscheidung des FC Bayern München. „Halte die Entscheidung für grundverkehrt. Nagelsmann ist jetzt, was Tuchel vorher war. Eine Drohung für jeden Trainer, bei dem es gerade nicht läuft. Und eine Option für Vereine, die mit dieser nicht rechneten“, twitterte er. Sein DAZN-Kollege Alex Schlüter teilte die Meinung: „Sportliche Gründe sind es nicht“, lautet sein Statement bei Twitter zur Nagelsmann-Entlassung.

Die größten Flop-Transfers des FC Bayern München

Breno, von Januar 2008 bis 2012 beim FC Bayern, 12 Millionen Euro Ablöse, 33 Spiele für den FC Bayern. 
Im Winter 2008 kam der hochtalentierte Innenverteidiger für eine beachtliche Ablösesumme vom FC São Paulo nach München. Schwere Knieverletzungen warfen den Brasilianer immer wieder zurück. Nachdem er unter Alkohol- und Medikamenteneinfluss 2011 sein Haus in Grünwald in Brand setzte, wurde er zu 3 Jahren und 9 Monaten Haft verurteilt. Nach seiner frühzeitigen Haftentlassung kehrte Breno zu seinen Jugendverein São Paulo zurück.
Edson Braafheid, von 2009 bis Januar 2011 beim FC Bayern, 2 Millionen Euro Ablöse, 19 Spiele für den FC Bayern.
Als Wunschtransfer von Louis van Gaal an die Säbener Straße gekommen, fand sich der Niederländer meistens auf der Bank wieder. Wurde 2010 für ein halbes Jahr an Celtic Glasgow verliehen und verließ Anfang 2011 München ablösefrei in Richtung Hoffenheim.
Danijel Pranjić, von 2009 bis 2012 beim FC Bayern, 7,7 Millionen Euro Ablöse, 85 Spiele für den FC Bayern. 
Für eine satte Ablöse wechselte der Kroate vom SC Heerenveen an die Säbener Straße. Genauso wie Braafheid ein Wunschtransfer von Louis van Gaal. Kam Pranjić unter dem Niederländer noch regelmäßig zum Einsatz, änderte sich dies in der Saison 2011/12 unter Jupp Heynckes. Der Vertrag wurde nicht verlängert und der Außenverteidiger verließ ablösefrei den Verein zu Sporting Lissabon. Ein sattes Minusgeschäft für den FC Bayern.
Landon Donovan, von Januar bis März 2009 beim FC Bayern, ausgeliehen, 7 Einsätze (kein Tor) für den FC Bayern.
Ausgeliehen von LA Galaxy während der Klinsmann-Ära, konnte der US-Boy auch im zweiten Anlauf in Deutschland nicht durchstarten (zuvor bei Bayer Leverkusen). Die Verantwortlichen in München waren froh, dass sie keiner festen Verpflichtung zugestimmt hatten und so trennten sich die Wege schnell wieder. In den folgenden Jahren wurde Donovan von Los Angeles zweimal zum FC Everton ausgeliehen. Auch hier blieb es bei Kurzbeschäftigungen.
Die größten Flop-Transfers des FC Bayern München

Sportkommentator Benni Zander brachte auf Twitter sein großes Unverständnis für die Verantwortlichen des FC Bayern München zum Ausdruck: „Der FC Bayern also damit der Verein, bei dem weder Carlo Ancelotti noch Julian Nagelsmann funktioniert haben und Titelhamster Hansi Flick am Ende keinen Bock mehr hatte. Dieser Verein bleibt ein einziges großes Rätsel.“ (smr)

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