Boss Dreesen kündigt an

„Wir schlagen zurück“: Bayern-Schwur fürs Finale dahoam

  • Manuel Bonke
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  • Philipp Kessler
    Philipp Kessler
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Nach dem bitteren Halbfinal-Aus gegen Real Madrid blicken die Bayern bereits auf das Champions-League-Finale 2025 in München.

Madrid - Ins Restaurant Platea, ein paar hundert Meter entfernt vom berühmten Cibeles-Brunnen, lud der FC Bayern nach dem Halbfinal-Aus gegen Real Madrid am Mittwoch zum Champions-League-Bankett. Die Veranstaltungsstätte ist als Gourmet-Tempel in der spanischen Hauptstadt bekannt, doch der Appetit war den Münchnern nach dem 1:2 (0:0) gegen die Königlichen freilich vergangen. Entsprechend schnell leerten sich die Plätze der Spieler. „Das ist für mich die schwierigste Situation, diese Bankettrede zu halten“, sagte Vorstandschef Jan-Christian Dreesen und sprach von einer „sehr, sehr schmerzlichen Niederlage“.

Jan-Christian Dreesen
Geboren:4. September 1967 in Aurich
Funktion:Vorstandsvorsitzender der FC Bayern München AG
FC-Bayern-Engagement seit:27. Mai 2023

Dreesens Bayern-Schwur für das Finale dahoam

Bis zur 88. Minute sah es noch danach aus, als würde dem Rekordmeister der Einzug ins Finale in Wembley gegen Dortmund gelingen. Alphonso Davies hatte in der 68. Minute mit einem Traumtor in Arjen-Robben-Gedächtnis-Manier für die überraschende Führung gesorgt. Doch dann patzte Manuel Neuer, Joselu sagte danke und staubte zum 1:1 ab. 180 Sekunden erzielte der Stürmer dann das 2:1 – und machte die Münchner Endspielträume auf schmerzhafte Art zunichte.

„Nach einer komplizierten Saison waren wir sehr nah dran, ins Champions League-Finale einzuziehen. Es ist sehr bitter“, sagte Sportvorstand Max Eberl und erklärte abschließend: „Die Mannschaft hat eine sehr gute Champions League-Saison gespielt.“ Dreesen ergänzte: „Das Finale war unser großer Traum, wir wollten eine außergewöhnliche Champions-League-Saison mit dem deutschen Finale in Wembley krönen.“

FC-Bayern-CEO Dreesen will mit den Münchnern in der kommenden Saison neu angreifen.

Bayern-CEO Dreesen erinnert an Situation im Jahr 2012

Der CEO war bemüht, dem Abend trotzdem etwas Positives abzugewinnen und beschwor das Mia san mia: „Wir sind auch schon in der Vergangenheit durch tiefe Gräben gegangen. Das ist es, was uns als Bayern-Familie auszeichnen soll: Dass wir nach so bitteren Niederlagen stärker als zuvor zurückkommen. Das ist das, was wir immer als unseren Mia san mia-Reflex bezeichnen. Das sollte uns leiten, auch an so einem schweren Tag wie heute.“

Der Vorstandsvorsitzende erinnerte an die Situation im Jahr 2012, als die Münchner ebenfalls titellos blieben und ein Jahr später das Triple holten. Es war der Grundstein für eine Erfolgsserie, die mit elf Meisterschaften in Folge, zwei Champions-League-Siegen und fünf Pokalsiegen ihres Gleichen sucht.

Was gestern passiert ist, tut extrem weh, aber im nächsten Jahr schlagen wir zurück.

Thomas Müller (FC Bayern München)

Dreesen zitiert Müller-Nachricht

Mit diesem Wissen zitierte Dreesen in seiner Rede Thomas Müller, der damals nach dem verlorenen Finale dahoam eine WhatsApp-Nachricht an die Mannschaft schrieb: „Kopf hoch Jungs! Was gestern passiert ist, tut extrem weh, aber nächstes Jahr schlagen wir zurück!“

Heißt im Klartext: Der Ober-Bayer spricht im bittersten Moment der jüngeren Vereinsgeschichte eine Kampfansage aus! Und wer die Münchner kennt, weiß: Nach den schwierigsten Momenten kamen sie stets am Stärksten zurück.

Tuchel-Nachfolger beim FC Bayern: Die Kandidaten-Liste in der Übersicht

Der niederländische Coach Erik ten Hag ist bei seinem aktuellen Klub Manchester United nicht unumstritten. Es ist möglich, dass sich beide Parteien im Sommer trennen. Laut Ex-Profi und Insider Jan Aage Fjörtoft scheint sogar ein Trainertausch mit FCB-Noch-Coach Tuchel nicht ausgeschlossen, wie der Norweger auf X schreibt.
Der frühere Bayern-Profi und spätere Reserve-Coach Martín Demichelis wird immer wieder von Experten als mögliche Übergangslösung auf der Trainerbank genannt, die im Erfolgsfall zur Dauerlösung werden könnte. Demichelis trainiert aktuell den argentinischen Spitzenklub River Plate. Trotz einiger Erfolge und der Meisterschaft im letzten Jahr ist der Coach in Buenos Aires nicht unumstritten. Die Argentinier könnten Demichelis bei einem tatsächlichen Bayern-Interesse ziehen lassen.
Der arbeitslose Spanier Julen Lopetegui ist ebenfalls einer der Kandidaten. Der FC Bayern muss sich laut Sky aber mit Premier-League-Klub West Ham United um den früheren Coach von Real Madrid streiten, die den Coach ebenfalls verpflichten wollen.
Zwischen Zinédine Zidane und dem FC Bayern soll es laut der italienischen Sportzeitung Corriere dello Sport bereits Kontakt gegeben haben. Laut Sportbild kommt ein Engagement des dreimaligen Weltfußballers in München aber nicht infrage, weil er einen Verein trainieren wolle, dessen Sprache er beherrsche. Für den Franzosen, der langfristig als designierter Nachfolger von Frankreichs Nationaltrainer Didier Deschamps gilt, wäre ein Engagement in der bayerischen Landeshauptstadt die erste Trainerstation seit seinem Ausscheiden bei Real Madrid 2021. Als Coach der „Königlichen“ gewann er in zwei Amtszeiten unter anderem zweimal die spanische Meisterschaft und dreimal die Champions League.
Tuchel-Nachfolger beim FC Bayern: Die Kandidaten-Liste in der Übersicht

FC Bayern: Veränderungen müssen sitzen

Mit Sportvorstand Max Eberl und Sportdirektor Christoph Freund hat man sich Fußball-Fachkompetenz auf allerhöchstem Niveau an die Säbener Straße geholt. Die beiden Ex-Banker Dreesen und Michael Diederich als Finanzvorstand werden die nötigen Mittel auftreiben (müssen), um den anvisierten Umbruch erfolgreich vorantreiben zu können.

Die Veränderungen müssen sofort sitzen – immerhin bleibt nicht viel Zeit für das „Finale dahoam 2.0“, das am 31. Mai 2025 in der Allianz Arena in Fröttmaning steigen wird. (Manuel Bonke, Philipp Kessler)

Rubriklistenbild: © IMAGO/Ulrich Wagner

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