Nach deutlichem FCB-Statement

Hamann entschuldigt sich bei Tuchel und FC Bayern

  • Korbinian Kothny
    VonKorbinian Kothny
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Didi Hamann hat sich für seine Aussagen gegenüber Thomas Tuchel entschuldigt. Der FC Bayern hatte zuvor Konsequenzen angekündigt.

Update vom 30. Januar, 15.20 Uhr: Didi Hamann hat auf die Ankündigung des FC Bayern reagiert, „unsachliche Aussagen gegen unseren Trainer in Zukunft nicht mehr zu akzeptieren.“ Zuvor hatte Hamann Tuchel dafür kritisiert, dass der Bayern-Coach bei einem Fanclub-Besuch über die Nachfolge von Xavi beim FC Barcelona gesprochen habe.

Tuchel äußerte sich aber nicht über eine mögliche Xavi-Nachfolge, sondern sprach lediglich über die Möglichkeit in der Zukunft in Spanien trainieren zu können. Hamann entschuldigte sich nun für seine getätigten Aussagen.

„Wir haben im Rahmen von „Sky90“ intensiv über den Bundesliga-Spieltag und auch über den FC Bayern und dessen bisherige Leistungen diskutiert. Vor der Sendung habe ich in der Maske die Aussage von Thomas Tuchel vom Fan-Fest gehört. Im Zusammenhang mit der Meldung vom Rücktritt von Xavi beim FC Barcelona und der derzeitigen Situation beim FC Bayern, fand ich die Aussage unpassend. Später in der emotionalen Diskussion habe ich dann darauf Bezug genommen und die Aussage von Thomas Tuchel nicht richtig wiedergegeben bzw. falsch interpretiert. Er hat nicht gesagt, dass er gerne mal in Barcelona oder in Spanien trainieren wolle. Dafür möchte ich mich bei Thomas Tuchel und den Bayern entschuldigen“, ließ der Experte über seinen Arbeitgeber Sky mitteilen.

Didi Hamann entschuldigt sich für seine Aussagen beim FC Bayern und Thomas Tuchel.

Hamann schießt gegen Tuchel nach Spanien-Sätzen

Erstmeldung vom 29. Januar: München – Für den FC Bayern München war es ein gelungener Bundesliga-Spieltag. Das eigene Spiel wurde mit 3:2 beim FC Augsburg gewonnen und Kontrahent Bayer Leverkusen patzte beim 0:0 gegen Borussia Mönchengladbach. Also alles gut beim deutschen Rekordmeister, oder? Nein, ganz und gar nicht, denn Aussagen über Cheftrainer Thomas Tuchel verärgern die Verantwortlichen des Klubs enorm.

Bayern-Trainer Tuchel besucht Fanclub

Der Coach des FC Bayern hat einen Tag nach dem Augsburg-Spiel einen Fanclub besucht und dabei mit den Anhängern des deutschen Rekordmeisters geplaudert. Die Fans fragten ihn nach seinen Erfahrungen im Ausland. „Das Ausland wird mich auf jeden Fall nochmal reizen, also ganz allgemein.“ Die spanische LaLiga finde der Übungsleiter „außergewöhnlich“, da sie von „wahnsinnigem Selbstvertrauen geprägt“ sei, antwortete Tuchel.

Auch die spanische Spielkultur sagt dem 50-Jährigen offensichtlich sehr zu: „Wenn man mit spanischen Spielern spricht, hast du das Gefühl, dass du ganz schnell mit den Menschen sprichst und da keine Floskeln dazwischenstehen und keine unsichtbare Wand“, so der Cheftrainer des FC Bayern weiter.

FC-Bayern-CEO Jan-Christian Dreesen stellt sich vor Thomas Tuchel.

In der Sendung „Sky90“ reagierte TV-Experte Dietmar Hamann auf Tuchels Aussagen und bezeichnete diese als „Frechheit“. „Dann setzt sich der da hin und redet über Xavi, über die Nachfolge und dass er gerne mal in Barcelona oder Spanien trainieren würde“, so der ehemalige deutsche Nationalspieler. „Tuchel und Bayern München ist das größte Missverständnis seit Jürgen Klinsmann. Es passt nicht zusammen und er weiß das mittlerweile auch“, legte Hamann nach.

Jan-Christian Dreesen, Vorstandsvorsitzender des FC Bayern, antwortete auf tz-Nachfrage, ob solche Aussagen Tuchels bei den Verantwortlichen des Klubs gut ankämen, deutlich: „Ach, man sollte da nicht so aufgeregt mit umgehen. Der Job eines Trainers ist generell nie an einen Rentenvertrag geknüpft. Es ist völlig korrekt und okay für mich, wenn Thomas so etwas sagt, zumal er ja nicht von selbst darauf kam, sondern in einer offenen Fan-Fragerunde dementsprechend ,gelöchert‘ wurde. Ich wundere mich viel mehr, was daraus teilweise gemacht wurde. Das geht dann doch zu weit. Thomas arbeitet mit großer Leidenschaft und Intensität für uns. Er will mit uns etwas erreichen – und wir wollen mit ihm etwas erreichen.“

FC Bayern reagiert auf Aussagen gegen Tuchel

Am Montag reagierte der FC Bayern München dann in einem Statement: „Unser Cheftrainer Thomas Tuchel wurde am Sonntag im Rahmen eines Fanclubbesuches von den Anhängern über seine Trainerkarriere und seine bisherigen Erfahrungen im Ausland bei Paris St. Germain und dem FC Chelsea befragt und gab darüber im Gespräch natürlich Auskunft. Ebenso beantwortete er allgemeine Fragen der Fans zu Spanien als Fußballland.“

Die größten Flop-Transfers des FC Bayern München

Breno, von Januar 2008 bis 2012 beim FC Bayern, 12 Millionen Euro Ablöse, 33 Spiele für den FC Bayern. 
Im Winter 2008 kam der hochtalentierte Innenverteidiger für eine beachtliche Ablösesumme vom FC São Paulo nach München. Schwere Knieverletzungen warfen den Brasilianer immer wieder zurück. Nachdem er unter Alkohol- und Medikamenteneinfluss 2011 sein Haus in Grünwald in Brand setzte, wurde er zu 3 Jahren und 9 Monaten Haft verurteilt. Nach seiner frühzeitigen Haftentlassung kehrte Breno zu seinen Jugendverein São Paulo zurück.
Edson Braafheid, von 2009 bis Januar 2011 beim FC Bayern, 2 Millionen Euro Ablöse, 19 Spiele für den FC Bayern.
Als Wunschtransfer von Louis van Gaal an die Säbener Straße gekommen, fand sich der Niederländer meistens auf der Bank wieder. Wurde 2010 für ein halbes Jahr an Celtic Glasgow verliehen und verließ Anfang 2011 München ablösefrei in Richtung Hoffenheim.
Danijel Pranjić, von 2009 bis 2012 beim FC Bayern, 7,7 Millionen Euro Ablöse, 85 Spiele für den FC Bayern. 
Für eine satte Ablöse wechselte der Kroate vom SC Heerenveen an die Säbener Straße. Genauso wie Braafheid ein Wunschtransfer von Louis van Gaal. Kam Pranjić unter dem Niederländer noch regelmäßig zum Einsatz, änderte sich dies in der Saison 2011/12 unter Jupp Heynckes. Der Vertrag wurde nicht verlängert und der Außenverteidiger verließ ablösefrei den Verein zu Sporting Lissabon. Ein sattes Minusgeschäft für den FC Bayern.
Landon Donovan, von Januar bis März 2009 beim FC Bayern, ausgeliehen, 7 Einsätze (kein Tor) für den FC Bayern.
Ausgeliehen von LA Galaxy während der Klinsmann-Ära, konnte der US-Boy auch im zweiten Anlauf in Deutschland nicht durchstarten (zuvor bei Bayer Leverkusen). Die Verantwortlichen in München waren froh, dass sie keiner festen Verpflichtung zugestimmt hatten und so trennten sich die Wege schnell wieder. In den folgenden Jahren wurde Donovan von Los Angeles zweimal zum FC Everton ausgeliehen. Auch hier blieb es bei Kurzbeschäftigungen.
Die größten Flop-Transfers des FC Bayern München

„Er sprach niemals über Xavi Hernández und dessen Nachfolge, wie danach fälschlich behauptet wurde. Wir werden solche unsachlichen, gegen unseren Trainer gerichteten Aussagen, die immer aus derselben Ecke kommen, nicht mehr akzeptieren“, so die Mitteilung weiter. Welche Konsequenzen der FC Bayern München ziehen würde, sollte es weiterhin „unsachliche Aussagen“ geben, ist unklar. (smr)

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