„Natürlich schon sehr interessant“

Zukunft beim FC Bayern? Kimmich lässt durchklingen, welcher Faktor der Wichtigste ist

  • Marius Epp
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Bleibt Joshua Kimmich beim FC Bayern oder ergreift er die Flucht? Der Nationalspieler nennt einen Faktor, der den Ausschlag geben könnte.

München – Ein nur noch gut ein Jahr laufender Vertrag, schwankende Leistungen, ein omnipräsenter Top-Klub wie der FC Bayern: Fertig ist der Cocktail, aus dem Wechselgerüchte gemacht sind. Joshua Kimmich wird sich demnächst entscheiden müssen: Wie sieht die Zukunft aus?

Nachdem sich der DFB-Star in den vergangenen Wochen nichts zu dieser Frage entlocken ließ, gab er nun einem Interview mit der Welt Hinweise darauf, was seine Entscheidung beeinflussen könnte. „Für mich ist die Situation sehr klar. Ich habe noch über ein Jahr Vertrag, weshalb ich entspannt bin“, leitet er seine Antwort ein.

Joshua Kimmich macht sich Gedanken um seine Zukunft.

Verlängerung oder Abschied? Kimmich am Scheideweg

Bei aller Gelassenheit: Auch Kimmich weiß, dass der FC Bayern bis zum Sommer auf eine Entscheidung pocht. Der Verein kann es sich nicht leisten, einen seiner besten Spieler im nächsten Jahr ablösefrei zu verlieren. Verlängern oder gehen, ist also die Frage, auf deren Antwort Max Eberl brennt. Will der FC Bayern den Nationalspieler behalten, muss er ihm ein gutes Angebot vorlegen.

Mit Spannung blickt Kimmich auf die momentan wohl drängendste Frage beim Rekordmeister: Wer wird Tuchels Nachfolger? „Stand jetzt ist ja noch offen, wer unser neuer Trainer ist. Das ist natürlich schon sehr interessant und wichtig zu wissen, wer das wird“, erklärt Kimmich.

Tuchel-Nachfolger beim FC Bayern: Die Kandidaten-Liste in der Übersicht

Der niederländische Coach Erik ten Hag ist bei seinem aktuellen Klub Manchester United nicht unumstritten. Es ist möglich, dass sich beide Parteien im Sommer trennen. Laut Ex-Profi und Insider Jan Aage Fjörtoft scheint sogar ein Trainertausch mit FCB-Noch-Coach Tuchel nicht ausgeschlossen, wie der Norweger auf X schreibt.
Der frühere Bayern-Profi und spätere Reserve-Coach Martín Demichelis wird immer wieder von Experten als mögliche Übergangslösung auf der Trainerbank genannt, die im Erfolgsfall zur Dauerlösung werden könnte. Demichelis trainiert aktuell den argentinischen Spitzenklub River Plate. Trotz einiger Erfolge und der Meisterschaft im letzten Jahr ist der Coach in Buenos Aires nicht unumstritten. Die Argentinier könnten Demichelis bei einem tatsächlichen Bayern-Interesse ziehen lassen.
Der arbeitslose Spanier Julen Lopetegui ist ebenfalls einer der Kandidaten. Der FC Bayern muss sich laut Sky aber mit Premier-League-Klub West Ham United um den früheren Coach von Real Madrid streiten, die den Coach ebenfalls verpflichten wollen.
Zwischen Zinédine Zidane und dem FC Bayern soll es laut der italienischen Sportzeitung Corriere dello Sport bereits Kontakt gegeben haben. Laut Sportbild kommt ein Engagement des dreimaligen Weltfußballers in München aber nicht infrage, weil er einen Verein trainieren wolle, dessen Sprache er beherrsche. Für den Franzosen, der langfristig als designierter Nachfolger von Frankreichs Nationaltrainer Didier Deschamps gilt, wäre ein Engagement in der bayerischen Landeshauptstadt die erste Trainerstation seit seinem Ausscheiden bei Real Madrid 2021. Als Coach der „Königlichen“ gewann er in zwei Amtszeiten unter anderem zweimal die spanische Meisterschaft und dreimal die Champions League.
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Bleibt er beim FC Bayern? Kimmich nennt Faktor, der entscheidend werden könnte

Der Schwabe lässt also durchblicken, dass die Trainerfrage bei seiner Entscheidung eine elementare Rolle einnimmt. Klar ist: Der FC Bayern wird seine Trainerwahl nicht von Kimmich abhängig machen. Die Bayern bereiten sich durchaus auf das Szenario Kimmich-Abschied vor – genauso wie auf das Szenario Kimmich-Verbleib.

Kimmich selbst steht mit 29 Jahren am Scheideweg seiner Karriere. Will er nochmal ein ambitioniertes Abenteuer im Ausland wagen, gibt es keinen besseren Zeitpunkt als jetzt.

Mit einem Wechsel zu einem anderen Top-Klub würde er auch ein Stück weit dem Fokus der deutschen Öffentlichkeit entgehen, die ihn in den letzten Jahren teilweise gar zum Sinnbild des Misserfolgs machte. Doch zum wohl ehrgeizigsten Spieler des Landes würde es auch passen, sich in Deutschland durchzubeißen. (epp)

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