Wiederkehrendes Problem

Bayern-Vorstand Dreesen steht hinter Tuchel – in einer Frage lässt er ihn aber allein

  • Stefan Schmid
    VonStefan Schmid
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Die Niederlage gegen Leverkusen setzt Thomas Tuchel unter Druck. Bayern-Vorstand Dreesen ist bei einem wiederkehrendem Thema überfragt.

Leverkusen – Letzte Saison kostete eine Niederlage in Leverkusen Julian Nagelsmann den Trainerjob beim FC Bayern. Ereilt Thomas Tuchel dasselbe Schicksal? Ganz so schlimm steht es um Tuchels akute Jobsicherheit dann wohl doch nicht, auch wenn seine Herangehensweise im Topspiel mannigfaltige Kritik hervorrief.

FC Bayern wiederholt auch mit neuer Taktik alte Fehler

Über die überraschende Aufstellung des FC Bayern wurde schon kurz nach dem Anpfiff des Spitzenspiels in aller Ausführlichkeit diskutiert. Nach dem enttäuschenden Auftritt der Bayern-Elf wollte sich Vorstandschef Jan-Christian Dreesen dann nicht auch noch zu diesem Thema äußern.

Jan-Christian Dreesen (Foto von der Mitgliederversammlung) äußerte sich zu dem blutleeren Auftritt der Bayern in Leverkusen. Im Mittelpunkt standen die Entscheidungen von Thomas Tuchel.

Nun war die Leistung der Bayern sicherlich ein negativer Höhepunkt der letzten Jahre, einige Probleme waren ungeachtet des Taktik-Experiments allerdings keine Neuheit. Denn eigentlich starteten die Münchner gut in die Partie, verloren aber nach der Anfangsviertelstunde völlig den Faden. Nicht zum ersten Mal in dieser Saison schwankte die Bayern-Leistung innerhalb eines Spiels enorm.

Ein Punkt, auf den auch Dreesen angesprochen wurde. Einen Erklärungsansatz konnte er nicht bieten: „Woran das liegt? Dafür gibt es Experten. Da müssen wir den Trainer fragen.“ Und der Trainer? Tuchel hat in dieser Saison schon vielfach die fehlende Konstanz, und die Diskrepanz zwischen Trainings- und Spielleistung, angeprangert. Eine Lösung scheint er bislang aber noch nicht gefunden zu haben.

Kompany folgt auf Tuchel: Alle Bundesliga-Trainer des FC Bayern

Vincent Kompany (ab 1. Juli 2024): Offiziell wird Vincent Kompany den FCB erst ab der Saison 24/25 übernehmen, vorgestellt wurde der Tuchel-Nachfolger aber schon Ende Mai. Zuvor coachte der langjährige Weltklasse-Innenverteidiger den FC Burnley und RSC Anderlecht.
Thomas Tuchel (24.03.2023 bis 30.06.2024): Im März 2023 wurde Thomas Tuchel überraschend während einer Länderspielpause als Trainer des FC Bayern verpflichtet. Er folgte auf den zuvor beurlaubten Julian Nagelsmann.
Julian Nagelsmann (01.07.2021 bis 23.03.2023): Mit gerade mal 33 Jahren übernimmt der Trainer-Emporkömmling den deutschen Rekordmeister. Zwei Super-Cup Siege und eine Meisterschaft reichen in der Summe jedoch nicht aus, die Arbeit weiter fortsetzen zu können. Im März 2023 wird er während einer Länderspielpause überraschend freigestellt.
Hansi Flick (03.11.2019 bis 30.06.2021): Unter Flick gewinnt der FC Bayern wieder alles, was es zu gewinnen gibt. Champions-League, Klub-WM, UEFA-Super-Cup, zwei Meisterschaften, einen Pokal- und einen Super-Cup-Sieg hinterließ Flick dem Klub, bevor es ihn zum DFB zog.
Kompany folgt auf Tuchel: Alle Bundesliga-Trainer des FC Bayern

Bayern-Vorstand Dreesen wehrt Trainerfrage ab

Während eine Leistungsänderung der Bayern-Mannschaft für die Verantwortlichen wohl durchaus wünschenswert wäre, auf der Trainerposition will man Konstanz wahren. Angesprochen auf die weitere Zusammenarbeit zwischen dem Verein und Thomas Tuchel antworte Dreesen knapp, aber deutlich: „Da ändert sich gar nichts.“

Ist die Trainerdebatte damit vom Tisch? Zumindest Stand jetzt zeigt sich der Bayern-Vorstandsboss standhaft. „Ich mag mich ungern wiederholen“, so dessen Antwort auf eine Nachfrage zu Tuchel. Auch Thomas Müller wollte in seiner Wutrede nach dem Spiel nichts von der Trainerfrage wissen. (sch)

Rubriklistenbild: © IMAGO / Lackovic und Laci Perenyi

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