Trotz enttäuschender erster Saison

Mané will beim FC Bayern bleiben – Berater wettert gegen Mitspieler

  • VonLuca Hartmann
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Sadio Mané blieb in seiner Debüt-Saison beim FC Bayern hinter den Erwartungen zurück. Trotzdem sieht der Top-Star seine Zukunft an der Säbener Straße.

München – Die Erwartungen an Sadio Mané vor der vergangenen Saison waren riesig. Als gefeierter Star aus der englischen Premier League konnte der FC Bayern Mané vom FC Liverpool loseisen. Beim FCB sollte er in die Fußstapfen von Robert Lewandowski treten, den es zum FC Barcelona zog. Doch Mané konnte die hohen Erwartungen nicht erfüllen. In 38 Einsätzen gelangen ihm lediglich zwölf Treffer. Abseits des Platzes sorgte er mit einem Schlag ins Gesicht von Leroy Sané für negative Schlagzeilen.

Sadio Mané
Geboren:10. April 1992 (Alter 31 Jahre), Bambali, Senegal
Verein:FC Bayern München
Position: Angriff

FC Bayern München: Mané sieht Zukunft beim Rekordmeister

Aufgrund der durchwachsenen Leistungen galt Mané in diesem Sommer als Abgangskandidat beim FC Bayern. Unter anderem über eine Rückkehr in die Premier League wurde spekuliert. Außerdem wird dem Ronaldo-Club Al Nassr aus Saudi-Arabien Interesse an Mané nachgesagt. Jedoch sieht der Senegalese selbst seine Zukunft weiter an der Säbener Straße.

Beim senegalesischen Fernsehsender 2sTV antwortete Mané auf die Frage, ob er dem FC Bayern erhalten bleibe: „Ja, so Gott will. Wenn alles gut geht, werde ich zu Bayern zurückkehren“. Ein klares Bekenntnis von Mané, der jedoch auch weiß, dass er sich steigern muss. „Es war eine sehr komplizierte Saison, aber das passiert. Das war keine Überraschung für mich. Ich habe erwartet, dass es ein bisschen kompliziert werden würde. Das ist normal“, sagte Mané.

Sadio Mané will trotz einer verkorksten Debüt-Saison beim FC Bayern bleiben.

Mané sieht FC Bayern als Herausforderung

Kürzlich wurde Mané mit großer Mehrheit der Bundesliga-Profis als „Enttäuschung der Saison“ gewählt. Einen Absprung ins Ausland ziehen Mané und sein Berater dennoch nicht in Betracht. Viel mehr will sich der 31-Jährige der Herausforderung stellen. „Ich liebe Herausforderungen und Bayern ist eine große Herausforderung. Jetzt liegt es an mir, alles zu geben, um diese Herausforderung zu bestehen“, so Mané. Sein Vertrag in München läuft noch bis 2025.

Auch den Disput mit Mitspieler Leroy Sané nach dem Champions-League-Viertelfinale gegen Manchester City will Mané hinter sich lassen. „So etwas kann passieren. Es ist passiert. Wir konnten dieses kleine Problem lösen. Manchmal ist es gut, Probleme zu lösen, aber vielleicht nicht auf diese Art und Weise. Das liegt jetzt hinter uns“, erklärt Mané den Zwischenfall für abgeschlossen.

Die größten Flop-Transfers des FC Bayern München

Breno, von Januar 2008 bis 2012 beim FC Bayern, 12 Millionen Euro Ablöse, 33 Spiele für den FC Bayern. 
Im Winter 2008 kam der hochtalentierte Innenverteidiger für eine beachtliche Ablösesumme vom FC São Paulo nach München. Schwere Knieverletzungen warfen den Brasilianer immer wieder zurück. Nachdem er unter Alkohol- und Medikamenteneinfluss 2011 sein Haus in Grünwald in Brand setzte, wurde er zu 3 Jahren und 9 Monaten Haft verurteilt. Nach seiner frühzeitigen Haftentlassung kehrte Breno zu seinen Jugendverein São Paulo zurück.
Edson Braafheid, von 2009 bis Januar 2011 beim FC Bayern, 2 Millionen Euro Ablöse, 19 Spiele für den FC Bayern.
Als Wunschtransfer von Louis van Gaal an die Säbener Straße gekommen, fand sich der Niederländer meistens auf der Bank wieder. Wurde 2010 für ein halbes Jahr an Celtic Glasgow verliehen und verließ Anfang 2011 München ablösefrei in Richtung Hoffenheim.
Danijel Pranjić, von 2009 bis 2012 beim FC Bayern, 7,7 Millionen Euro Ablöse, 85 Spiele für den FC Bayern. 
Für eine satte Ablöse wechselte der Kroate vom SC Heerenveen an die Säbener Straße. Genauso wie Braafheid ein Wunschtransfer von Louis van Gaal. Kam Pranjić unter dem Niederländer noch regelmäßig zum Einsatz, änderte sich dies in der Saison 2011/12 unter Jupp Heynckes. Der Vertrag wurde nicht verlängert und der Außenverteidiger verließ ablösefrei den Verein zu Sporting Lissabon. Ein sattes Minusgeschäft für den FC Bayern.
Landon Donovan, von Januar bis März 2009 beim FC Bayern, ausgeliehen, 7 Einsätze (kein Tor) für den FC Bayern.
Ausgeliehen von LA Galaxy während der Klinsmann-Ära, konnte der US-Boy auch im zweiten Anlauf in Deutschland nicht durchstarten (zuvor bei Bayer Leverkusen). Die Verantwortlichen in München waren froh, dass sie keiner festen Verpflichtung zugestimmt hatten und so trennten sich die Wege schnell wieder. In den folgenden Jahren wurde Donovan von Los Angeles zweimal zum FC Everton ausgeliehen. Auch hier blieb es bei Kurzbeschäftigungen.
Die größten Flop-Transfers des FC Bayern München

Berater von Mané kritisiert FC-Bayern-Spieler

Bacary Cissé, der Berater von Mané, begründete die durchwachsene Saison beim Sender 2sTV unter anderem mit der langen Verletzungspause im Winter. Außerdem hätte sein Klient „zehn vom VAR nicht gegebene Tore“ erzielt. Daran seien vor allem seine Mitspieler Schuld. „Seine Teamkollegen haben sich nicht an sein schnelles Spiel angepasst. Ich glaube, dass er wahrscheinlich fünf Tore mehr geschossen hätten, wenn sie sich angepasst hätten“, sagte Cissé.

Angesprochen auf die Zukunft von Mané stellt Cissé klar: „Ich habe nichts von Angeboten aus Saudi-Arabien gehört. Es ist sicher, dass er bei Bayern bleibt.“ Dort hofft man dann in der kommenden Saison auf Weltklasse-Leistungen von Mané. Dass er das Zeug dazu hat, zeigte er zuletzt auch wieder in der Nationalmannschaft, wo ihm ein Doppelpack inklusive Traumtor gegen Brasilien gelang. (luha)

Rubriklistenbild: © Frank Hoermann/Sven Simon/Imago