Entscheidung des Youngsters steht aus

Xavi oder Doué? FC Bayern vollzieht wohl Kehrtwende

  • Christoph Wutz
    VonChristoph Wutz
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Die Münchner haben ihr Angebot für Désiré Doué deutlich aufgestockt. Doch auch Paris Saint-Germain macht jetzt ernst im Rennen um den Franzosen.

München – Xavi Simons oder Désiré Doué? Diese Frage stellen sich mutmaßlich zahlreiche Anhänger des FC Bayern dieser Tage. Der Rekordmeister liebäugelt mit einer Verpflichtung beider Spieler, kann sich aber wohl nur einen leisten.

Zuletzt zeichnete sich ein Simons-Transfer nach München ab. Doch jetzt könnte es anders kommen: Der Niederländer landet vermutlich nicht bei den Bayern, die sich stattdessen auf Doué konzentrieren. Allerdings buhlt auch Paris Saint-Germain um den französischen Youngster.

Xavi oder Doué? FC Bayern vollzieht wohl Kehrtwende im Transfer-Poker

Zumindest Sky-Reporter Florian Plettenberg berichtet jetzt, dass die Münchner wohl eine Kehrtwende vollziehen: Da die Gespräche mit Xavi Simons „immer komplizierter“ würden und sich Ex-Klub RB Leipzig zunehmend Hoffnung auf eine weitere Leihe mache, setze der Rekordmeister nun alles auf die Karte Doué. Zwar sei eine Verpflichtung des bei PSG unter Vertrag stehenden Niederländers nicht vom Tisch, aber genieße zumindest vorerst nicht mehr höchste Priorität.

Demnach stockte der FC Bayern seine Offerte für den jungen Franzosen inzwischen auf 55 Millionen Euro inklusive Boni auf, nachdem dessen Verein Stade Rennes das erste Angebot in Höhe von kolportierten 35 Millionen Euro abgelehnt hatte. Dies deckt sich mit Angaben der französischen Medien RMC Sport und L‘Équipe. Lediglich Paris Saint-Germain sei ebenfalls noch im Rennen um Doué. Doch dieses sei „offen“, so Plettenberg. Einige Punkte sprechen klar für den Dritten der abgelaufenen Bundesliga-Saison.

Im Münchner Transfer-Sommer zeichnen sich die nächsten Entscheidungen ab. Während es Xavi Simons (l.) womöglich erneut nach Leipzig zieht, liefern sich die Bayern jetzt ein enges Wettbieten mit Paris Saint-Germain um Stade Rennes‘ Désiré Doué (r.).

Tel als Vorbild: Französische Fraktion könnte Doué vom FC Bayern überzeugen

Auch in der bayerischen Landeshauptstadt gibt es einige französischsprachige Spieler. Dayot Upamecano, Kingsley Coman oder Mathys Tel beherrschen sowohl Deutsch als auch Französisch. Sie könnte dem 19-jährigen Doué bei der Eingewöhnung sowie über die Sprachbarriere hinweg helfen.

Und apropos Tel: Auch er kam 2022 als Talent aus Rennes und reifte seitdem immer mehr zur ernsthaften Alternative für den Münchner Sturm. Der Weg Doués ist bei einem Wechsel zum deutschen Rekordmeister also gewissermaßen vorgezeichnet, auf ihn dürften die Bayern-Fans ähnliche große Stücke setzen wie auf Liebling Tel.

Die größten Flop-Transfers des FC Bayern München

Breno, von Januar 2008 bis 2012 beim FC Bayern, 12 Millionen Euro Ablöse, 33 Spiele für den FC Bayern. 
Im Winter 2008 kam der hochtalentierte Innenverteidiger für eine beachtliche Ablösesumme vom FC São Paulo nach München. Schwere Knieverletzungen warfen den Brasilianer immer wieder zurück. Nachdem er unter Alkohol- und Medikamenteneinfluss 2011 sein Haus in Grünwald in Brand setzte, wurde er zu 3 Jahren und 9 Monaten Haft verurteilt. Nach seiner frühzeitigen Haftentlassung kehrte Breno zu seinen Jugendverein São Paulo zurück.
Edson Braafheid, von 2009 bis Januar 2011 beim FC Bayern, 2 Millionen Euro Ablöse, 19 Spiele für den FC Bayern.
Als Wunschtransfer von Louis van Gaal an die Säbener Straße gekommen, fand sich der Niederländer meistens auf der Bank wieder. Wurde 2010 für ein halbes Jahr an Celtic Glasgow verliehen und verließ Anfang 2011 München ablösefrei in Richtung Hoffenheim.
Danijel Pranjić, von 2009 bis 2012 beim FC Bayern, 7,7 Millionen Euro Ablöse, 85 Spiele für den FC Bayern. 
Für eine satte Ablöse wechselte der Kroate vom SC Heerenveen an die Säbener Straße. Genauso wie Braafheid ein Wunschtransfer von Louis van Gaal. Kam Pranjić unter dem Niederländer noch regelmäßig zum Einsatz, änderte sich dies in der Saison 2011/12 unter Jupp Heynckes. Der Vertrag wurde nicht verlängert und der Außenverteidiger verließ ablösefrei den Verein zu Sporting Lissabon. Ein sattes Minusgeschäft für den FC Bayern.
Landon Donovan, von Januar bis März 2009 beim FC Bayern, ausgeliehen, 7 Einsätze (kein Tor) für den FC Bayern.
Ausgeliehen von LA Galaxy während der Klinsmann-Ära, konnte der US-Boy auch im zweiten Anlauf in Deutschland nicht durchstarten (zuvor bei Bayer Leverkusen). Die Verantwortlichen in München waren froh, dass sie keiner festen Verpflichtung zugestimmt hatten und so trennten sich die Wege schnell wieder. In den folgenden Jahren wurde Donovan von Los Angeles zweimal zum FC Everton ausgeliehen. Auch hier blieb es bei Kurzbeschäftigungen.
Die größten Flop-Transfers des FC Bayern München

FCB-Coach Kompany telefonierte angeblich bereits mit Transferziel Doué

Zudem nicht zu vernachlässigen: Auch Trainer Vincent Kompany spricht fließend Französisch und telefonierte nach Informationen Plettenbergs unlängst bereits mit Doué. Er zeigte darüber hinaus bereits bei seiner vorherigen Station in Burnley eindrucksvoll, dass er mit jungen, vielversprechenden Spielern umzugehen und diese weiterzuentwickeln weiß.

Selbiges gilt jedoch für PSG-Coach Luis Enrique. Dies stellte er nicht nur in Barcelona, sondern ebenfalls in Paris unter Beweis. Und auch der französische Meister macht jetzt offenbar ernst im Kampf um das Mittelfeld-Juwel. Die Verantwortlichen um Präsident Nasser Al-Khelaifi und Berater Luis Campos trafen sich demnach mit Doué und seiner Familie. PSG möchte den Olympia-Fahrer unbedingt verpflichten.

Was wird aus Sane? Vertragslaufzeiten der Bayern-Stars

Manuel Neuer hat seinen Vertrag beim FC Bayern nun noch einmal verlängert und wird daher bis mindestens 2025 den Kasten des Rekordmeisters hüten.
Jonas Urbig kam im Januar 2025 vom 1. FC Köln in die bayerische Landeshauptstadt, sein Vertrag läuft bis Sommer 2029.
Sven Ulreich hat ein Arbeitspapier beim FC Bayern bis 2025.
Daniel Peretz bei seiner Bayern-Vorstellung
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Bayern oder PSG? Rennes-Talent Doué hat sich noch nicht entschieden

Eine Entscheidung steht noch aus. Rennes fordert dem Vernehmen nach noch immer rund 60 Millionen Euro Ablöse für Doué, der sich weiterhin nicht bekannt haben soll.

Laut RMC Sport belief sich das letzte Angebot der Pariser auf 45 Millionen Euro, einschließlich Bonuszahlungen – zu wenig für die Talentschmiede aus der Bretagne. Doch auch ob der FC Bayern jetzt tatsächlich die genannte Summe für Doué bezahlt, ist nach den jüngsten Aussagen von Ehrenpräsident Uli Hoeneß ungewiss. (wuc)

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