Ballon d‘Or-Boss erklärt Nicht-Nominierung

„Ich bin mir sicher, dass Jamal Musiala in Zukunft auf diese Liste zurückkehren wird“

  • Philipp Kessler
    VonPhilipp Kessler
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Der FC Bayern reagierte höchst verwundert, dass Jamal Musiala nicht zu den 30 Profis gehört, die für den Ballon d‘Or nominiert wurden. Nun spricht der Award-Boss in der tz.

München - Jamal Musiala trifft am Samstag (20.45 Uhr) in der Nations League mit der deutschen Nationalmannschaft auf Ungarn. Dass der herausragender Offensiv-Star des FC Bayern nicht auf der Nominierungsliste für den Ballon d‘Or steht, sorgt im internationalen Fußball weiterhin für Schlagzeilen.

Jamal Musiala nicht für Ballon d‘Or nominiert

Der Goldene Ball ist eine besondere Auszeichnung im Fußball. Dieses Jahr wird er am 28. Oktober in Paris vergeben. Die tz fragte bei Award-Chef Vincent Garcia, dem Chefredakteur des französischen Magazins „France Football“, nach den Gründen der umstrittenen Abstinenz Musialas.

„Dass Jamal Musiala nicht auf der Liste der 30 Nominierten für den Ballon d‘Or steht, bedeutet nicht, dass sein Talent, das jeder anerkennt, in Frage gestellt wird. Tatsächlich war er 2023 dabei und auch für die Kopa-Trophy nominiert, die an den besten jungen Spieler vergeben wird. Aber wie Jude Bellingham hat sich auch sein Status weiterentwickelt, und die Erwartungen waren in diesem Jahr wahrscheinlich höher. Infolgedessen wurde er wahrscheinlich auch anders bewertet“, sagt Garcia.

Jamal Musiala war auch bei der EM nur schwer zu stoppen.

Boss des Ballon d‘Or erklärt Musialas Nicht-Nominierung

Zur Erinnerung: Anhand der entscheidenden Saison 2022/23 hätte eigentlich Musiala statt Bellingham die Kopa-Trophäe gewinnen müssen. Die Statistik des Bayern-Stars damals: 16 Tore und 16 Vorlagen in 47 Spielen – zudem sorgte er mit seinem Treffer dafür, dass die Münchner Last-Minute-Meister wurde. Zum Vergleich: Bellingham erzielte im Dortmund-Trikot in 42 Partien 12 Treffer, machte sieben Assists – und blieb titellos. Wahrscheinlich also, dass sich die Jury von seinem starken Saisonstart nach seinem Wechsel zu Real Madrid leiten hat lassen.

Auch bei der aktuellen Ballon d‘Or-Wahl überrascht Musialas Bewertung. Garcia erklärt seine Sicht so: „Meiner Meinung nach gibt es drei Hauptgründe, warum er vom Ausschuss nicht ausgewählt wurde. Erstens seine mangelnden Statistiken in der Champions League, wo er zum Beispiel genauso viele Tore wie Mathys Tel erzielt hat. Das ist zu wenig für einen Spieler seines Kalibers. Auch in wichtigen Spielen wie dem Halbfinal-Rückspiel in der Champions League gegen Real Madrid oder dem EM-Viertelfinale gegen Spanien, wo seine Leistungen nicht katastrophal, sondern eher neutral waren, konnte er nicht überzeugen. Auch die Saison der Bayern, die in der Bundesliga die schlechteste Platzierung seit 2011 erreicht haben, hat ihm nicht geholfen.“

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Vincent Kompany (ab 1. Juli 2024): Offiziell wird Vincent Kompany den FCB erst ab der Saison 24/25 übernehmen, vorgestellt wurde der Tuchel-Nachfolger aber schon Ende Mai. Zuvor coachte der langjährige Weltklasse-Innenverteidiger den FC Burnley und RSC Anderlecht.
Thomas Tuchel (24.03.2023 bis 30.06.2024): Im März 2023 wurde Thomas Tuchel überraschend während einer Länderspielpause als Trainer des FC Bayern verpflichtet. Er folgte auf den zuvor beurlaubten Julian Nagelsmann.
Julian Nagelsmann (01.07.2021 bis 23.03.2023): Mit gerade mal 33 Jahren übernimmt der Trainer-Emporkömmling den deutschen Rekordmeister. Zwei Super-Cup Siege und eine Meisterschaft reichen in der Summe jedoch nicht aus, die Arbeit weiter fortsetzen zu können. Im März 2023 wird er während einer Länderspielpause überraschend freigestellt.
Hansi Flick (03.11.2019 bis 30.06.2021): Unter Flick gewinnt der FC Bayern wieder alles, was es zu gewinnen gibt. Champions-League, Klub-WM, UEFA-Super-Cup, zwei Meisterschaften, einen Pokal- und einen Super-Cup-Sieg hinterließ Flick dem Klub, bevor es ihn zum DFB zog.
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Ballon d‘Or: Waren wirklich alle Nominierten besser als Bayern-Star Musiala?

Zur Wahrheit gehört allerdings: Musiala schaffte es bei der Heim-Europameisterschaft im Sommer in die offizielle Top-Elf des Turniers und war mit drei Treffern einer der Torschützenkönige. Im besagten Semifinale der Königsklasse holte Musiala im Hinspiel (2:2) gegen Real den Elfmeter zum zwischenzeitlichen 2:1 der Bayern heraus. In Madrid (1:2) leitete er den Treffer von Alphonso Davies ein.

Kurios: Im Gegensatz zu Musiala stehen der Engländer Cole Palmer von Chelsea, der Portugiese Vitinha von Paris Saint-Germain, der Norweger Martin Ödegaard von Arsenal oder auch der Ukrainer Artem Dovbyk (bis Sommer bei Girona, aktuell AS Rom) auf der Liste der 30 Nominierten.

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Manuel Neuer hat seinen Vertrag beim FC Bayern nun noch einmal verlängert und wird daher bis mindestens 2025 den Kasten des Rekordmeisters hüten.
Jonas Urbig kam im Januar 2025 vom 1. FC Köln in die bayerische Landeshauptstadt, sein Vertrag läuft bis Sommer 2029.
Sven Ulreich hat ein Arbeitspapier beim FC Bayern bis 2025.
Daniel Peretz bei seiner Bayern-Vorstellung
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Bayern-Boss Eberl über Musialas Nicht-Nominierung verwundert

Musialas Club hatte mit großer Verwunderung auf die Nicht-Nominierung Musialas reagiert. „Ich gönne es jedem Spieler, der für den Ballon d‘Or nominiert ist, allerdings sind wir beim FC Bayern sehr überrascht, dass Jamal Musiala auf dieser Liste fehlt“, hatte Sportvorstand Max Eberl der dpa gesagt.

„Jamal war einer der herausragenden Spieler bei der Europameisterschaft, wurde dort in die Top-Elf gewählt und zählte zu den Torschützenkönigen des Turniers“, betonte Eberl: „Zudem stand der FC Bayern auch dank der großartigen Leistungen von Jamal im Halbfinale der Champions League. Dass er nun nicht einmal zu den 30 besten Spielern der vergangenen Saison zählen soll, ist für uns völlig unverständlich.“

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Vancouver/Kanada: BC Place Stadium. Kapazität: 21 000-54 320.
Monterrey/Mexiko: Estadio BBVA Bancomer. Kapazität: 51.000.
Guadalajara/Mexiko: Estadio Akron. Kapazität: 45.500.
Toronto/Kanada: BMO Field. Kapazität: 30.991.
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Wie Musiala: Auch CL-Sieger Rodrygo fehlt auf der Liste für den Ballon d‘Or

Rodrygo von Champions-League-Sieger Real Madrid fehlt beispielsweise ebenfalls auf der Liste. Sein brasilianischer Landsmann Neymar kann dies nicht verstehen und postete auf Instagram ein Foto des Offensivspielers. Dazu schrieb Neymar (Al-Hilal): „Mindestens unter den Top-5 der Welt. Star.“ Auch einige andere Stars äußerten ihren Unmut über die Liste der Wahl.

Der Ballon d‘Or wird von France Football verliehen. Die Redaktion erstellt dabei eine Liste mit 30 Kandidaten, die für den Award zur Wahl stehen. Danach stimmt eine internationale Jury aus Journalisten mit einem Vertreter pro Land ab. Zum Vergleich: Beim The Best-Award der FIFA, den einige Experten und Anhänger inzwischen für objektiver halten, werden elf Spieler zur Wahl gestellt. Hier entscheidet eine extrem fachkundige Jury über den Gewinner. Diese besteht aus aktuellen Trainern und Kapitänen der Nationalmannschaften, Journalisten und registrierten Fans auf FIFA.com.

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Champions-League-Sieger der Saison 1992/93: Olympique Marseille. Der deutsche Rudi Völler konnte als einer der ersten Spieler den „neuen“ Pokal in die Höhe recken. 1992 hieß der Wettbewerb zum ersten Mal „Champions League“.
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Vincent Garcia macht Jamal Musiala Hoffnung auf Ballon d‘Or in der Zukunft

Garcia macht Musiala abschließend noch Mut für kommende Ballon d‘Or-Vergaben: „Ich bin mir sicher, dass er in Zukunft auf diese Liste zurückkehren wird.“ Für Lothar Matthäus bringt der Bayern-Star jedenfalls alles mit, um zum besten Spieler der Welt gekürt zu werden, wie Deutschlands Rekordnationalspieler und der Weltfußballer von 1990 der Bild sagte: „Er kann dank seines Spielverständnisses, seiner Bewegungen und seiner Ballbehandlung Dinge, die die meisten gar nicht für möglich halten. Dazu hat er zuletzt auch noch seinen Torabschluss deutlich verbessert. Deswegen ist es logisch und richtig, dass er sich den Ballon d‘Or zum Ziel setzt.“ (Philipp Kessler)

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