„Aus meiner Sicht ist alles klar“

Bayern-Abschied? Goretzka trifft Entscheidung

  • VonLuca Hartmann
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Seit Wochen halten sich hartnäckig Wechselgerüchte um Leon Goretzka. Nun hat sich der Bayern-Star eindeutig zu seinen Zukunftsplänen geäußert.

München – Ein Sonntagsschuss ins Glück, sinnbildlich für die aufsteigende Form der letzten Wochen: Beim lockeren 5:1-Kantersieg des FC Bayern gegen Union Berlin erzielte Leon Goretzka sehenswert den Führungstreffer – sein fünftes Saisontor. Auch ansonsten überzeugte der 29-Jährige mit seiner Zweikampfstärke und Übersicht, bereitete später auch noch das 5:0 durch Thomas Müller vor.

In dieser Form ist Goretzka für den Saisonendspurt in Bundesliga und Champions League unverzichtbar – doch das war diese Saison nicht immer der Fall. Wie viele seiner Teamkollegen hatte Goretzka mit Leistungsschwankungen zu kämpfen, fand sich teilweise nur auf der Bank wieder. Immer wieder gab es daher auch Wechselgerüchte, ein vorzeitiger Abschied steht im Raum.

Leon Goretzka (rechts) überzeugte beim 5:1 des FC Bayern gegen Union Berlin mit einem Tor und einem Assist. Seine Zukunft sieht der Nationalspieler in München.

Bayern-Star Leon Goretzka sieht seine Zukunft in München

Diesen Spekulationen erteilte der 57-fache Nationalspieler nun eine klare Absage. Geht es nach Goretzka selbst, spielt er auch die kommenden Jahre beim FC Bayern. „Aus meiner Sicht ist alles klar: Mein Vertrag läuft bis 2026, und es gibt keinen Grund, über eine Veränderung nachzudenken“, sagte Goretzka der Sport Bild.

Beim FC Bayern soll im Sommer ein großer Umbruch bevorstehen. Im Mittelfeld wollen die Bosse wohl nachlegen und einen neuen Sechser holen. Goretzka galt daher immer wieder als potenzieller Verkaufskandidat. Entscheidend wird auch sein, ob der Nachfolger von Thomas Tuchel mit Goretzka plant. Mit Leistungen wie gegen Union betreibt er jedoch gute Eigenwerbung für einen Verbleib.

Tuchel-Nachfolger beim FC Bayern: Die Kandidaten-Liste in der Übersicht

Der niederländische Coach Erik ten Hag ist bei seinem aktuellen Klub Manchester United nicht unumstritten. Es ist möglich, dass sich beide Parteien im Sommer trennen. Laut Ex-Profi und Insider Jan Aage Fjörtoft scheint sogar ein Trainertausch mit FCB-Noch-Coach Tuchel nicht ausgeschlossen, wie der Norweger auf X schreibt.
Der frühere Bayern-Profi und spätere Reserve-Coach Martín Demichelis wird immer wieder von Experten als mögliche Übergangslösung auf der Trainerbank genannt, die im Erfolgsfall zur Dauerlösung werden könnte. Demichelis trainiert aktuell den argentinischen Spitzenklub River Plate. Trotz einiger Erfolge und der Meisterschaft im letzten Jahr ist der Coach in Buenos Aires nicht unumstritten. Die Argentinier könnten Demichelis bei einem tatsächlichen Bayern-Interesse ziehen lassen.
Der arbeitslose Spanier Julen Lopetegui ist ebenfalls einer der Kandidaten. Der FC Bayern muss sich laut Sky aber mit Premier-League-Klub West Ham United um den früheren Coach von Real Madrid streiten, die den Coach ebenfalls verpflichten wollen.
Zwischen Zinédine Zidane und dem FC Bayern soll es laut der italienischen Sportzeitung Corriere dello Sport bereits Kontakt gegeben haben. Laut Sportbild kommt ein Engagement des dreimaligen Weltfußballers in München aber nicht infrage, weil er einen Verein trainieren wolle, dessen Sprache er beherrsche. Für den Franzosen, der langfristig als designierter Nachfolger von Frankreichs Nationaltrainer Didier Deschamps gilt, wäre ein Engagement in der bayerischen Landeshauptstadt die erste Trainerstation seit seinem Ausscheiden bei Real Madrid 2021. Als Coach der „Königlichen“ gewann er in zwei Amtszeiten unter anderem zweimal die spanische Meisterschaft und dreimal die Champions League.
Tuchel-Nachfolger beim FC Bayern: Die Kandidaten-Liste in der Übersicht

Goretzka hat CL-Halbfinale und EM im Blick

Auf ähnlich starke Leistungen hoffen Goretzka selbst und die Fans auch im anstehenden Champions-League-Kracher gegen Real Madrid. „Es geht jetzt erst einmal um ein Halbfinale gegen Real Madrid. Das wird eine riesige Herausforderung“, sagte Goretzka. „Danach gucken wir mal, was uns im Finale erwartet.“

Dabei könnte Goretzka erneut wie häufiger in der Saison einen defensiveren Part als gewohnt einnehmen. Eine Rolle, mit der er sich inzwischen angefreundet hat. „Ich habe eine neue Rolle in unserem System. Dabei wollte ich von Anfang an das annehmen und umsetzen, was der Trainer von mir erwartet. Ich bin in der Lage, Zweikämpfe zu gewinnen und wichtig zu sein in den K.o.-Spielen. Das versuche ich der Mannschaft jetzt zu geben“, hob Goretzka seine defensiven Stärken hervor.

An diesen Stärken soll im Idealfall auch Nationaltrainer Julian Nagelsmann nicht vorbeikommen können. Zuletzt hatte Nagelsmann im DFB-Aufgebot auf Goretzka verzichtet. „Ich versuche, immer auf dem Platz zu stehen und Julian zu zeigen, dass ich da bin und den Kampf annehme. Das versuche ich Woche für Woche auf den Platz zu bringen, um irgendwie noch auf den Zug aufzuspringen“, erklärte Goretzka nach dem Union-Spiel seine persönliche EM-Mission. (LuHa)

Rubriklistenbild: © Andreas Gora/dpa

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