Wer kommt im Winter?

Chalobah, ManCity-Star oder doch Palhinha? Die Wintertransfer-Pläne des FC Bayern

  • Florian Schimak
    VonFlorian Schimak
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Der Kader des FC Bayern wird im Winter Zuwachs bekommen. Wo bessert der Rekordmeister überall nach? Die Wintertransfer-Pläne der Münchner.

München – Der FC Bayern und die Diskussion um seinen Kader. Seit dem gänzlich verpatzten Deadline Day am 1. September vergeht fast kein Tag, an dem nicht an der Mannschaft von Trainer Thomas Tuchel herumgemäkelt wird.

Der eine findet den Kader zu dünn (Thomas Tuchel), der andere sieht nur Nationalspieler auf der Ersatzbank und schließt daher eine große Einkaufstour ab dem 1. Januar 2024 aus (Uli Hoeneß). Ab da startet nämlich die Transferperiode II und es kann bis zum 1. Februar 2024 geshoppt werden, was das Zeug hält.

SpielerVereinMarktwert
Kalvin PhillipsManchester City28 Millionen
Assan OuédraogoFC Schalke 046 Millionen
Manu KonéBorussia Mönchengladbach40 Millionen
Trevoh ChalobahFC Chelsea18 Millionen
Joao PalhinhaFC Fulham55 Millionen
Eric DierTottenham Hotspur18 Millionen
Federico ChiesaJuventus Turin45 Millionen

FC Bayern auf der Suche nach Verstärkungen im Winter

Zwar widerspricht man dem Bayern-Patron nur höchst ungern, weshalb eine Mega-Einkaufstour der Bayern wohl nicht stattfinden wird. Doch der Kader des Rekordmeisters benötigt qualitativ und quantitativ auf einigen Positionen Verstärkungen. Das schloss Hoeneß zuletzt dann auch nicht mehr aus.

So sagte Hoeneß im BR Mitte Oktober angesprochen auf das Winter-Transferfenster: „Wenn wir bis dahin das Gefühl haben, dass wir Ergänzungen brauchen, werden wir das tun.“ Da die Münchner zuletzt teilweise nur 15 fitte Feldspieler hatte, lässt darauf schließen, dass im Winter der eine oder andere Neuzugang den Weg an die Säbener Straße findet. Wer könnte alles kommen?

Kalvin Phillips, Joao Palhinha oder Federico Chiesa: Findet einer dieser drei den Weg im Winter zum FC Bayern?

Wer könnte alles kommen? Die Wintertransfer-Pläne des FC Bayern

  • Kalvin Phillips (27, Manchester City, defensives Mittelfeld)

Der Sechser kommt auch in seiner zweiten City-Saison nicht wie erhofft zum Zug. Lediglich drei Partien in der Premier League absolvierte Phillips bislang in dieser Spielzeit. Zu wenig für die Ansprüche und ein EM-Ticket nächstes Jahr.

Bereits im Sommer sollen sich die Bayern angeblich mit dem City-Star beschäftigt haben, am Ende aber fiel die Wahl doch auf Palhinha. Aber auch der Transfer klappte bekanntermaßen nicht. Bislang ist die Personalie Phillips an der Säbener Straße noch nicht heiß, aber das könnte sich n den kommenden Wochen ganz schnell ändern.

Das Management von Phillips sondiert bereits den Markt. Der Engländer strebt wohl ein Leihgeschäft mit Kaufoption an, wie Sky berichtet. Gut möglich, dass die Bayern ins Rennen mit einsteigen.

  • Assan Ouédraogo (17, FC Schalke 04, zentrales Mittelfeld)

Der Schalke-Youngster ist einer der gefragtesten Akteure aktuell auf dem Markt. Nicht nur der FC Bayern ist scharf auf den U17-Europameister, die halbe Bundesliga jagt ihn. Zuletzt soll auch Eintracht Frankfurt in das Rennen um Ouédraogo eingestiegen sein.

Angeblich soll aber auch in naher Zukunft ein Treffen mit dem Rekordmeister geplant sein. Christoph Freund hat sich der ganzen Sache angenommen. Ouédraogo könnte tatsächlich ein Schnäppchen werden, weil Schalke für den 17-Jährigen nur zwischen neun und zwölf Millionen fordert.

Nicht auszuschließen, dass die Bayern im Winter zuschlagen und ihn noch für die Rückrunde an die Knappen ausleihen. Ab Sommer könnte die Lage dann neu bewertet werden.

Die größten Flop-Transfers des FC Bayern München

Breno, von Januar 2008 bis 2012 beim FC Bayern, 12 Millionen Euro Ablöse, 33 Spiele für den FC Bayern. 
Im Winter 2008 kam der hochtalentierte Innenverteidiger für eine beachtliche Ablösesumme vom FC São Paulo nach München. Schwere Knieverletzungen warfen den Brasilianer immer wieder zurück. Nachdem er unter Alkohol- und Medikamenteneinfluss 2011 sein Haus in Grünwald in Brand setzte, wurde er zu 3 Jahren und 9 Monaten Haft verurteilt. Nach seiner frühzeitigen Haftentlassung kehrte Breno zu seinen Jugendverein São Paulo zurück.
Edson Braafheid, von 2009 bis Januar 2011 beim FC Bayern, 2 Millionen Euro Ablöse, 19 Spiele für den FC Bayern.
Als Wunschtransfer von Louis van Gaal an die Säbener Straße gekommen, fand sich der Niederländer meistens auf der Bank wieder. Wurde 2010 für ein halbes Jahr an Celtic Glasgow verliehen und verließ Anfang 2011 München ablösefrei in Richtung Hoffenheim.
Danijel Pranjić, von 2009 bis 2012 beim FC Bayern, 7,7 Millionen Euro Ablöse, 85 Spiele für den FC Bayern. 
Für eine satte Ablöse wechselte der Kroate vom SC Heerenveen an die Säbener Straße. Genauso wie Braafheid ein Wunschtransfer von Louis van Gaal. Kam Pranjić unter dem Niederländer noch regelmäßig zum Einsatz, änderte sich dies in der Saison 2011/12 unter Jupp Heynckes. Der Vertrag wurde nicht verlängert und der Außenverteidiger verließ ablösefrei den Verein zu Sporting Lissabon. Ein sattes Minusgeschäft für den FC Bayern.
Landon Donovan, von Januar bis März 2009 beim FC Bayern, ausgeliehen, 7 Einsätze (kein Tor) für den FC Bayern.
Ausgeliehen von LA Galaxy während der Klinsmann-Ära, konnte der US-Boy auch im zweiten Anlauf in Deutschland nicht durchstarten (zuvor bei Bayer Leverkusen). Die Verantwortlichen in München waren froh, dass sie keiner festen Verpflichtung zugestimmt hatten und so trennten sich die Wege schnell wieder. In den folgenden Jahren wurde Donovan von Los Angeles zweimal zum FC Everton ausgeliehen. Auch hier blieb es bei Kurzbeschäftigungen.
Die größten Flop-Transfers des FC Bayern München

Wintertransfers beim FC Bayern: Welche Stars könnten den Weg nach München finden?

  • Manu Koné (22, Borussia Mönchengladbach, defensives Mittelfeld)

Den jungen Franzosen hatten die Bayern bereits im Sommer auf dem Schirm, da wurde Koné aber noch als zu leicht befunden. Auch inzwischen hätte der Gladbacher noch nicht das Zeug, den Rekordmeister in der Spitze zu verstärken.

Aber je nach Kaderplanung wäre er eine spannende Option als Back-up im zentralen Mittelfeld, sollte Konrad Laimer weiter als Rechtsverteidiger eingeplant werden. Allerdings: Bei einem Marktwert von 40 Millionen wäre er eine kostspielige Variante und ist daher aktuell eher auszuschließen.

  • Trevoh Chalobah (24, FC Chelsea, Innverteidigung)

Der einstige Tuchel-Schüler wäre fast im Sommer schon nach München gekommen, aber am chaotischen Deadline Day ließ sich ein Transfer nicht finalisieren. Vielleicht ergibt sich im Winter nochmal die Chance?

Chalobah wäre für die Defensive aufgrund seiner Vielseitigkeit eine gute Option, da er Innen- und Rechtsverteidiger spielen kann. Auf beiden Positionen sind die Bayern arg dünn besetzt. Problem: Der Chelsea-Star fällt seit August mit einer Oberschenkelverletzung aus und hat bislang noch kein Pflichtspiel für die Blues absolviert.

Daher wäre es fraglich, ob er ab Januar eine Verstärkung für den Rekordmeister wäre. Allerdings weiß keiner so gut, wie Thomas Tuchel, ob Chalobah auch nach längerer Verletzungspause performen könnte.

Joao Palhinha zum FC Bayern: Wird es Liebe auf den zweiten Blick?

  • Joao Palhinha (28, FC Fulham, defensives Mittelfeld)

Es war das große Transfer-Drama am Deadline Day. Bereits in München, gab‘s für Palhinha am Ende vom FC Fulham keine Freigabe. Inzwischen hat der Portugiese in London seinen Vertrag verlängert. Das schließt einen Winter-Transfer zwar nicht aus, aber schwer vorstellbar, dass die Bayern für ihn nochmal mehr Geld als im Sommer auf den Tisch legen.

Gut möglich, dass die Münchner in Form vom neuen Sportdirektor Freund noch einmal mit Fulham vorfühlen und möglicherweise die Verhandlungen aufnehmen, weil Palhinha weiterhin zum FC Bayern möchte. Letztlich aber wäre es eine Frage des Geldes. Bayern-Boss Jan-Christian Dreesen sagte nach dem geplatzten Deal im Sommer: „Man sieht sich immer zwei Mal im Leben.“

  • Eric Dier (29, Tottenham Hotspur, Innenverteidigung)

Auch in diese Richtung hatte der FC Bayern im Sommer seine Fühler ausgestreckt. Nun offenbar wieder. Nicht wenige Fans rieben sich etwas verdutzt die Augen, als sie den Namen Dier mit den Münchnern in Verbindung sahen. Doch der erfahrene Engländer (49 Länderspiele) wäre vermutlich nicht zwingend sportlich eine Mega-Verstärkung, aber von der Mentalität her.

Außerdem hätte er den großen Vorteil, dass er innen sowie rechts verteidigen – und zudem auf der Sechs – spielen kann. Dier wäre die von Tuchel so arg gewünschte „Holding Six“. Mit einem Marktwert von 18 Millionen wäre er vermutlich deutlich günstiger zu haben, als ein Palhinha.

Problem: Bei den Spurs spielt er in dieser Saison bislang keine Rolle (null Einsätze). Wäre so einer dann eine Verstärkung für den FC Bayern?

FC Bayern vor Wintertransfers? Auswahl möglicher Stars überschaubar

  • Federico Chiesa (26, Juventus Turin, Linksaußen)

Ein Offensivspieler für die Bayern? Eigentlich drückt beim Deutschen Meister auf anderen Positionen dringlicher der Schuh. Dennoch wurde Chiesa zuletzt an der Säbener Straße ins Gespräch gebracht, falls einer der Offensiv-Granden den Verein verlassen sollte.

Grundsätzlich haben die Bayern Chiesa schon länger auf dem Schirm, sollte Bedarf bestehen. Allerdings wird der Italiener keine Option für den Winter sein. Aber der nächste Transfer-Sommer kommt bestimmt … (smk)

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