Nach zwei Monaten Verletzungspause

Tuchel hat Bayern-Geheimwaffe: BVB-Schreck vor Comeback

  • Christoph Klaucke
    VonChristoph Klaucke
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Der FC Bayern München kann im Klassiker gegen Borussia Dortmund wieder auf eine Geheimwaffe zurückgreifen: Kingsley Coman gilt als BVB-Schreck.

München – Der Klassiker kommt anders daher, als man das gewohnt ist. Weder der Deutsche Meister FC Bayern noch der Vize-Meister Borussia Dortmund grüßen vor dem direkten Duell von der Tabellenspitze. Trotzdem geht es für beide Mannschaften noch um einiges.

Während die Bayern die minimale Titelchance am Leben erhalten und sich für das Champions-Leauge-Viertelfinale gegen Arsenal warmschießen wollen, bangt der BVB um die Teilnahme an der Königsklasse in der kommenden Saison. Die Münchner können dabei wieder auf einen Dortmund-Schreck zurückgreifen, mit dem ein Verlieren gegen die Westfalen als unmöglich erscheint.

Bayerns BVB-Schreck steht vor Comeback im Klassiker gegen Dortmund

Kingsley Coman steht nach zweimonatiger Verletzungspause vor seinem Comeback. Der französische Flügelflitzer hatte sich beim 3:2-Sieg in Augsburg Ende Januar einen Innenbandriss im linken Knie zugezogen. Neben Serge Gnabry, der in den letzten beiden Partien bereits mit je einem Treffer als Joker glänzen konnte, hat Trainer Thomas Tuchel nun vor dem BVB-Duell wieder mehrere Alternativen in der Offensive.

„Kingsley ist natürlich ein Riesenfaktor für uns. Serge war einer der Besten in der Vorbereitung und fehlt uns fast die ganze Saison. Die beiden sind super wichtig, sie haben Speed, Torgefahr und ein wahnsinniges Pflichtbewusstsein beim Verteidigen“, lobte Tuchel seine beiden Offensivstars. „Der Konkurrenzkampf wird so, wie wir ihn uns eigentlich die ganze Zeit gewünscht haben. Das macht hoffentlich noch mal einen Unterschied.“ Ihre „Qualität steht außer Frage und auch der Einfluss, den sie in der Mannschaft offensiv, defensiv haben, ist einfach top“, befand Tuchel.

Kingsley Coman (li.) und Serge Gnabry (re.) wollen in der entscheidenden Saisonphase den Unterschied beim FC Bayern ausmachen.

BVB-Schreck: Kingsley Coman ist gegen Dortmund in der Bundesliga unbesiegt

„Es ist immer schwierig, wenn du verletzt bist, weil du deiner Mannschaft nicht helfen kannst und zuschauen musst“, wird indes Coman selbst vom FC Bayern zitiert. „Ich habe viel gearbeitet, um zurückzukommen. Jetzt fühle ich mich gut und bin fit. Ich freue mich sehr, wieder auf dem Platz zu stehen.“ Das Comeback kommt genau zum richtigen Zeitpunkt, denn der BVB ist so etwas wie Comans Lieblingsgegner.

Zwölf Mal spielte Coman mit den Bayern in der Bundesliga gegen Dortmund, elf Mal gingen die Münchner als Sieger vom Platz, einmal trennte man sich unentschieden. Das ist Rekord: Kein anderer Spieler lief in der höchsten deutschen Spielklasse so häufig in diesem besonderen Duell auf, ohne ein einziges Mal zu verlieren. Mehr noch: BVB-Schreck Coman steuerte gegen die Dortmunder zwei Tore bei und gab zwei Vorlagen. „Ich hoffe sehr, dass ich diese Statistik am Wochenende weiter ausbauen kann und wir gewinnen werden“, verriet Coman: „Es ist immer ein sehr spezielles Spiel, der Klassiker in Deutschland. Wir werden alles geben.“

Tuchel-Nachfolger beim FC Bayern: Die Kandidaten-Liste in der Übersicht

Der niederländische Coach Erik ten Hag ist bei seinem aktuellen Klub Manchester United nicht unumstritten. Es ist möglich, dass sich beide Parteien im Sommer trennen. Laut Ex-Profi und Insider Jan Aage Fjörtoft scheint sogar ein Trainertausch mit FCB-Noch-Coach Tuchel nicht ausgeschlossen, wie der Norweger auf X schreibt.
Der frühere Bayern-Profi und spätere Reserve-Coach Martín Demichelis wird immer wieder von Experten als mögliche Übergangslösung auf der Trainerbank genannt, die im Erfolgsfall zur Dauerlösung werden könnte. Demichelis trainiert aktuell den argentinischen Spitzenklub River Plate. Trotz einiger Erfolge und der Meisterschaft im letzten Jahr ist der Coach in Buenos Aires nicht unumstritten. Die Argentinier könnten Demichelis bei einem tatsächlichen Bayern-Interesse ziehen lassen.
Der arbeitslose Spanier Julen Lopetegui ist ebenfalls einer der Kandidaten. Der FC Bayern muss sich laut Sky aber mit Premier-League-Klub West Ham United um den früheren Coach von Real Madrid streiten, die den Coach ebenfalls verpflichten wollen.
Zwischen Zinédine Zidane und dem FC Bayern soll es laut der italienischen Sportzeitung Corriere dello Sport bereits Kontakt gegeben haben. Laut Sportbild kommt ein Engagement des dreimaligen Weltfußballers in München aber nicht infrage, weil er einen Verein trainieren wolle, dessen Sprache er beherrsche. Für den Franzosen, der langfristig als designierter Nachfolger von Frankreichs Nationaltrainer Didier Deschamps gilt, wäre ein Engagement in der bayerischen Landeshauptstadt die erste Trainerstation seit seinem Ausscheiden bei Real Madrid 2021. Als Coach der „Königlichen“ gewann er in zwei Amtszeiten unter anderem zweimal die spanische Meisterschaft und dreimal die Champions League.
Tuchel-Nachfolger beim FC Bayern: Die Kandidaten-Liste in der Übersicht

Coman vor Bayern-Comeback: Fit für BVB-Duell und die Champions League

Coman will nun in den entscheidenden Wochen für den FC Bayern wieder zur Topform auflaufen. „Wir müssen jedes Bundesliga-Spiel gewinnen, um den Glauben aufrechtzuerhalten. Dann werden wir sehen, was passiert“, meinte Coman, der auch schon die Kracher-Spiele gegen Arsenal in der Champions League im Blick hat: „Es wartet eine schwierige Runde auf uns. Wenn wir es in der Bundesliga gut machen, haben wir auch mehr Selbstvertrauen für diese Spiele. Wir wollen mit Siegen unsere Form halten und Selbstvertrauen sammeln.“ Unvergessen bleibt schließlich Comans Siegtor im Champions-League-Finale 2020 gegen PSG. (ck)

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