Star-Transfer als Flop gescheitert?

„Ich bin schockiert“: England-Legende versteht Manés Situation beim FC Bayern nicht

  • VonNiklas Kirk
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Neben offensiver Finesse sollte der Transfer von Sadio Mané dem FC Bayern auch Strahlkraft bringen. Sein schwerer Stand in München sorgt auch in England für Verwunderung.

München – Knapp ein Jahr ist es her, als Sadio Mané den Weg vom FC Liverpool an die Säbener Straße zum FC Bayern fand. Seinerzeit als Transfer-Coup angepriesen, der neben seiner sportlichen Qualität auch den Weggang des großen Namen Robert Lewandowski zumindest abmildern sollte. Dass er bisher keine dieser Rollen ausfüllen kann, sorgt bei manchem Fußballkenner nun für starke Verwunderung.

Sadio Mané
Geboren: 10. April 1992 in Bambali/Senegal
Bisherige Stationen:FC Metz, FC Red Bull Salzburg, FC Southampton, FC Liverpool, FC Bayern München
Vertrag bis:30. Juni 2025

Manés schwierige Situation beim FC Bayern – Verletzungen und Kabinenkrach

Dabei war die bisherige Saison, in welcher der Senegalese in der Bundesliga sieben Tore erzielte und fünf Treffer auflegte, von Verletzungspech geprägt. Eine Entzündung im Wadenbeinköpfchen warf ihn zurück und kostete ihn neben 9 Pflichtspielen für den deutschen Rekordmeister auch die Teilnahme an der Weltmeisterschaft und am Afrika-Cup.

Hausgemachte Probleme kamen jüngst hinzu, als der 31-Jährige mit einem körperlichen Übergriff auf Leroy Sané noch zusätzlich negative Schlagzeilen abseits des Platzes produzierte. Die Folge waren Berichte über eine vermeintliche Isolation innerhalb der Kabine. Somit ist Mané stand heute weder auf noch außerhalb des Platzes in München angekommen. In den entscheidenden Partien in der Champions League, im Pokal und zuletzt auch in der Bundesliga bekam Mané unter Thomas Tuchel nur noch wenig Einsatzzeit.

Ein großes Missverständnis? Sadio Mané und der FC Bayern.

Manés Situation beim FC Bayern – Neville ist schockiert, Reschke beurteilt Transfer kritisch

Stark verwundert über die äußert unglückliche Situation des Senegalesen in der Bundesliga äußerte sich nun einer, der Mané und die Premier League bestens kennt. Gary Neville sagte gegenüber Sky UK, er sei „schockiert“ darüber, „dass Sadio Mané in München nie angekommen ist“.

Dieser erinnert sich noch bestens an den Mané, der beim FC Liverpool den Durchbruch schaffte und dort in der Liga Tore und Vorlagen am Fließband produzierte (263 Spiele/111 Tore/47 Assists). „Er war einer der besten Premier League-Spieler, die wir in den letzten sechs Jahren gesehen haben“, so Neville. „Ich kann es einfach nicht glauben, dass dieser Transfer gar nicht funktioniert hat.“

Die größten Flop-Transfers des FC Bayern München

Breno, von Januar 2008 bis 2012 beim FC Bayern, 12 Millionen Euro Ablöse, 33 Spiele für den FC Bayern. 
Im Winter 2008 kam der hochtalentierte Innenverteidiger für eine beachtliche Ablösesumme vom FC São Paulo nach München. Schwere Knieverletzungen warfen den Brasilianer immer wieder zurück. Nachdem er unter Alkohol- und Medikamenteneinfluss 2011 sein Haus in Grünwald in Brand setzte, wurde er zu 3 Jahren und 9 Monaten Haft verurteilt. Nach seiner frühzeitigen Haftentlassung kehrte Breno zu seinen Jugendverein São Paulo zurück.
Edson Braafheid, von 2009 bis Januar 2011 beim FC Bayern, 2 Millionen Euro Ablöse, 19 Spiele für den FC Bayern.
Als Wunschtransfer von Louis van Gaal an die Säbener Straße gekommen, fand sich der Niederländer meistens auf der Bank wieder. Wurde 2010 für ein halbes Jahr an Celtic Glasgow verliehen und verließ Anfang 2011 München ablösefrei in Richtung Hoffenheim.
Danijel Pranjić, von 2009 bis 2012 beim FC Bayern, 7,7 Millionen Euro Ablöse, 85 Spiele für den FC Bayern. 
Für eine satte Ablöse wechselte der Kroate vom SC Heerenveen an die Säbener Straße. Genauso wie Braafheid ein Wunschtransfer von Louis van Gaal. Kam Pranjić unter dem Niederländer noch regelmäßig zum Einsatz, änderte sich dies in der Saison 2011/12 unter Jupp Heynckes. Der Vertrag wurde nicht verlängert und der Außenverteidiger verließ ablösefrei den Verein zu Sporting Lissabon. Ein sattes Minusgeschäft für den FC Bayern.
Landon Donovan, von Januar bis März 2009 beim FC Bayern, ausgeliehen, 7 Einsätze (kein Tor) für den FC Bayern.
Ausgeliehen von LA Galaxy während der Klinsmann-Ära, konnte der US-Boy auch im zweiten Anlauf in Deutschland nicht durchstarten (zuvor bei Bayer Leverkusen). Die Verantwortlichen in München waren froh, dass sie keiner festen Verpflichtung zugestimmt hatten und so trennten sich die Wege schnell wieder. In den folgenden Jahren wurde Donovan von Los Angeles zweimal zum FC Everton ausgeliehen. Auch hier blieb es bei Kurzbeschäftigungen.
Die größten Flop-Transfers des FC Bayern München

Scheinbar ist das „Mismatch“ nun dermaßen groß, dass der FC Bayern zuletzt ein Tauschgeschäft in Betracht zog – womöglich um einen anderen Wunschstürmer finanzieren zu können. Kritische Anmerkungen zur Personalie kamen auch von Michael Reschke. Der ehemalige technische Direktor befand im Sport1-Podcast „Die Bayern-Woche“, dass er andere Transfers, die der Club in jüngster Vergangenheit getätigt hat, mit Blick auf die Zukunft „vielversprechender“ sah, als den einstigen Offensiv-Star der Premier League. (nki)

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