Ex-Verkaufskandidat steht hoch im Kurs

Bayern-Trainer Kompany setzt auf Kimmich

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    VonPhilipp Kessler
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Nach der vergangenen Saison galt Joshua Kimmich als Verkaufskandidat. Innerhalb kürzester Zeit steht der Bayern-Star bei Trainer Vincent Kompany aber hoch im Kurs.

München – Vincent Kompany will hungrige Spieler. Einer, der diesen Wunsch des neuen Bayern-Trainers übererfüllt, ist seit knapp einer Woche zurück aus seinem EM-Urlaub: Joshua Kimmich.

Bayern-Star Kimmich hat einen Markt in England und Frankreich

Der deutsche Nationalspieler galt nach der vergangenen Saison in Bayerns Chefetage als Verkaufskandidat. Auch weil er im Gegensatz zu Kollegen wie beispielsweise Leon Goretzka, denen persönlich nahegelegt wurde, den Club zu verlassen, einen Markt hat. Neben Manchester City hat auch der französische Meister Paris Saint-Germain Kimmich im Visier.

Joshua Kimmich will mit dem FC Bayern in der kommenden Saison neu angreifen.

Allerdings: Der Bayern-Star will ein Jahr vor Ende seines Vertrags nicht mit aller Macht wechseln. Wozu auch? Entgegen anderslautenden Medienberichten setzt Kompany auf Kimmich.

Nach tz-Informationen ist dem Belgier durchaus bewusst, dass der Führungsspieler auf drei Positionen spitze sein kann: auf der Sechs, auf der Acht – und zur Not bzw. falls es die taktische Ausrichtung auf einen Gegner erfordert, auch als Rechtsverteidiger. Einen solchen Spieler gibt es weltweit derzeit nicht.

Champions-League-Sieger seit 1992/93 – bekommen Sie noch alle zusammen?

Champions-League-Sieger der Saison 1992/93: Olympique Marseille. Der deutsche Rudi Völler konnte als einer der ersten Spieler den „neuen“ Pokal in die Höhe recken. 1992 hieß der Wettbewerb zum ersten Mal „Champions League“.
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FC Bayern: Kimmich und Kompany haben denselben Ansatz beim Teamgedanken

Während der Marketing-Reise in Südkorea (31. Juli bis 5. August) wurde deutlich, dass Kompany Kimmich im zentralen Mittelfeld am stärksten sieht. Am vergangenen Samstag spielte der DFB-Star im Test gegen Tottenham (2:1) neben Youngster Aleksandar Pavlovic. In wichtigen Pflichtspielen dürften wohl Neuzugang Joao Palhinha, der für knapp 50 Millionen Euro Ablöse als Sechser von Premier-League-Club Fulham kam, und Kimmich im Zentrum auflaufen.

Generell soll aber bei der hohen Anzahl an Partien rotiert werden. Wie die tz erfuhr, stellt Kompany das Wir, den Teamgedanken, beim FC Bayern in den Vordergrund. Trainerteam, Staff und Spieler werden als eine Einheit gesehen, das Individuum soll nicht hervorgehoben werden. Ein Ansatz, den auch Teamplayer Kimmich gut findet und seit Jahren vorlebt.

Kompany folgt auf Tuchel: Alle Bundesliga-Trainer des FC Bayern

Vincent Kompany (ab 1. Juli 2024): Offiziell wird Vincent Kompany den FCB erst ab der Saison 24/25 übernehmen, vorgestellt wurde der Tuchel-Nachfolger aber schon Ende Mai. Zuvor coachte der langjährige Weltklasse-Innenverteidiger den FC Burnley und RSC Anderlecht.
Thomas Tuchel (24.03.2023 bis 30.06.2024): Im März 2023 wurde Thomas Tuchel überraschend während einer Länderspielpause als Trainer des FC Bayern verpflichtet. Er folgte auf den zuvor beurlaubten Julian Nagelsmann.
Julian Nagelsmann (01.07.2021 bis 23.03.2023): Mit gerade mal 33 Jahren übernimmt der Trainer-Emporkömmling den deutschen Rekordmeister. Zwei Super-Cup Siege und eine Meisterschaft reichen in der Summe jedoch nicht aus, die Arbeit weiter fortsetzen zu können. Im März 2023 wird er während einer Länderspielpause überraschend freigestellt.
Hansi Flick (03.11.2019 bis 30.06.2021): Unter Flick gewinnt der FC Bayern wieder alles, was es zu gewinnen gibt. Champions-League, Klub-WM, UEFA-Super-Cup, zwei Meisterschaften, einen Pokal- und einen Super-Cup-Sieg hinterließ Flick dem Klub, bevor es ihn zum DFB zog.
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Bayern-Boss Eberl äußert sich plötzlich wertschätzend über Kimmich

Lange Zeit äußerte sich Sportvorstand Max Eberl öffentlich überraschend neutral über den verdienten und hochdekorierten Bayern-Star (u.a. acht Meistertitel und ein Champions-League-Triumph), der nun in seine zehnte Saison beim deutschen Rekordmeister geht. In Seoul änderte er plötzlich seinen Kurs, sprach zum ersten Mal wirklich wertschätzend über Kimmich. „Dass Joshua für uns ein wichtiger Spieler in der Zukunft werden soll, das ist so“, so Eberl.

Erste lockere Gespräche über eine mögliche Zusammenarbeit über Kimmichs Vertragsende 2025 fanden bereits statt. Ob der 29-Jährige im besten Fußballeralter allerdings eine deutliche Gehaltsreduzierung akzeptieren würde, von der zuletzt zu lesen war, darf stark bezweifelt werden. Immerhin ist Kimmich seit Jahren Stammspieler – und dürfte das wohl auch bei Kompany sein. (Philipp Kessler, Manuel Bonke)

Rubriklistenbild: © IMAGO/Markus Fischer