Trainer-Diskussion geht weiter

Verbleib bis Saisonende oder Sofort-Abschied? Tuchel-Tendenz der Bayern-Bosse durchgesickert

  • Alexander Kaindl
    VonAlexander Kaindl
    schließen

Was wird aus Thomas Tuchel? Inzwischen soll offenbar auch ein sofortiger Abschied vom FC Bayern diskutiert werden. Die Bosse denken angeblich anders.

München – Kein Tag ohne Diskussionen um Thomas Tuchel: Nach dem biederen 2:2 des FC Bayern München in Freiburg stellen sich Experten und Fans wieder die Frage: Wäre eine sofortige Trennung nicht doch sinnvoller?

Thomas Tuchel und der FC Bayern München: Wie geht es weiter?

Seit dem 21. Februar 2024 ist bekannt, dass die Bayern und Tuchel zum Ende dieser Saison getrennte Wege gehen. Mit diesem Schritt wollten die Bosse um CEO Jan-Christian Dreesen eigentlich auch die Mannschaft in die Pflicht nehmen.

Es folgte ein Last-Minute-Sieg gegen Leipzig – und nun eben das 2:2 in Freiburg. Eine Leistungs-Explosion sieht anders aus. Jetzt steht das Rückspiel im Champions-League-Achtelfinale gegen Lazio Rom an. Mit Tuchel?

Thomas Tuchel steckt mit dem FC Bayern München tief in der Krise.

Verbleib bis Saisonende oder Sofort-Abschied? Tuchel-Tendenz der Bayern-Bosse durchgesickert

Ja! Zumindest nach derzeitigem Stand. Nach Informationen der Bild wollen Dreesen und der neue Sportvorstand Max Eberl mindestens für die Partie gegen die Römer an ihrem Plan festhalten, dass Tuchel bis zum Saisonende bleibt. Ein sofortiges Tuchel-Aus noch am Wochenende soll es also nicht geben – wohl auch aus Mangel an Alternativen. Was passiert aber, wenn am Dienstag Endstation in der Königsklasse ist?

Laut Sky sei dann eine „sofortige Trennung wahrscheinlich“. Welcher Trainer käme als kurzfristiger Tuchel-Ersatz infrage? Darauf gibt es momentan keine zufriedenstellende Antwort. Wenn es nach den Fans geht, würde Thomas Müller als Spielertrainer übernehmen – ein Vorschlag, der zeigt, wie düster die Bayern-Situation aktuell ist.

Tuchel-Nachfolger beim FC Bayern: Die Kandidaten-Liste in der Übersicht

Der niederländische Coach Erik ten Hag ist bei seinem aktuellen Klub Manchester United nicht unumstritten. Es ist möglich, dass sich beide Parteien im Sommer trennen. Laut Ex-Profi und Insider Jan Aage Fjörtoft scheint sogar ein Trainertausch mit FCB-Noch-Coach Tuchel nicht ausgeschlossen, wie der Norweger auf X schreibt.
Der frühere Bayern-Profi und spätere Reserve-Coach Martín Demichelis wird immer wieder von Experten als mögliche Übergangslösung auf der Trainerbank genannt, die im Erfolgsfall zur Dauerlösung werden könnte. Demichelis trainiert aktuell den argentinischen Spitzenklub River Plate. Trotz einiger Erfolge und der Meisterschaft im letzten Jahr ist der Coach in Buenos Aires nicht unumstritten. Die Argentinier könnten Demichelis bei einem tatsächlichen Bayern-Interesse ziehen lassen.
Der arbeitslose Spanier Julen Lopetegui ist ebenfalls einer der Kandidaten. Der FC Bayern muss sich laut Sky aber mit Premier-League-Klub West Ham United um den früheren Coach von Real Madrid streiten, die den Coach ebenfalls verpflichten wollen.
Zwischen Zinédine Zidane und dem FC Bayern soll es laut der italienischen Sportzeitung Corriere dello Sport bereits Kontakt gegeben haben. Laut Sportbild kommt ein Engagement des dreimaligen Weltfußballers in München aber nicht infrage, weil er einen Verein trainieren wolle, dessen Sprache er beherrsche. Für den Franzosen, der langfristig als designierter Nachfolger von Frankreichs Nationaltrainer Didier Deschamps gilt, wäre ein Engagement in der bayerischen Landeshauptstadt die erste Trainerstation seit seinem Ausscheiden bei Real Madrid 2021. Als Coach der „Königlichen“ gewann er in zwei Amtszeiten unter anderem zweimal die spanische Meisterschaft und dreimal die Champions League.
Tuchel-Nachfolger beim FC Bayern: Die Kandidaten-Liste in der Übersicht

FC Bayern mit Thomas Tuchel gegen Lazio Rom

Der Bayern-Auftritt in Freiburg warf erneut etliche Fragen auf. Warum der Rekordmeister in der ersten halben Stunde vollkommen neben der Spur agierte, konnte Tuchel im Nachgang nicht erklären. Dafür sparte er nicht mit Kritik an seinen Stars. DAZN-Experte Jonas Hummels warf dem Bayern-Trainer anschließend vor, planlos zu sein. Es brodelt gewaltig bei den Münchnern.

Wie geht es jetzt weiter? Die Meisterschaft ist außer Sicht, Leverkusen hat bei einem Spiel weniger sieben Punkte Vorsprung (Stand: 2. März, 12 Uhr). Gegen Lazio Rom müssen die Bayern am Dienstag (5. März) einen 0:1-Rückstand aus dem Hinspiel aufholen. Eine Hürde, die die Roten in Normalform locker überspringen. Auf diese Gewissheit kann man sich in diesen Tagen an der Säbener Straße aber nicht mehr verlassen. (akl)

Rubriklistenbild: © Sven Simon / Imago

Mehr zum Thema