Zukunft des Senegalesen unngewiss

Der gescheiterte Superstar: Schickt der FC Bayern Sadio Mané in die Wüste?

  • Florian Schimak
    VonFlorian Schimak
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Sadio Mané hat die Erwartungen beim FC Bayern nicht erfüllt. Seine Zukunft an der Säbener Straße ist mehr als ungewiss. Wird er in die Wüste geschickt?

München – Als Sadio Mané im vergangenen Sommer zum FC Bayern wechselte, wurde er als der neue Superstar der Bundesliga vorgestellt.

Sadio Mané
Geburtsdatum:10. April 1992 (31 Jahre)
Verein:FC Bayern München (Vertrag bis 2025)
Position:Linksaußen
Marktkwert:45 Millionen Euro

Sadio Mané beim FC Bayern: Angekündigter Superstar enttäuscht

Auch die damaligen Verantwortlichen um Sportvorstand Hasan Salihamidzic und CEO Oliver Kahn klopften sich im Zuge der Verpflichtung des Senegalesen vom FC Liverpool noch tagelang gegenseitig auf die Schulter. Der Abgang von Robert Lewandowski? Vergessen!

„Vor zwei Monaten sah die Welt noch ganz anders aus“, sagte Kahn im Juli 2022: „Damals hatten wir kein Angebot für Lewy und auch noch keinen Weltstar verpflichtet.“ Eben dieser Weltstar sollte Mané für den FC Bayern sein – oder zumindest werden.

Sadio Mané könnte in diesem Sommer den FC Bayern schon wieder verlassen.

Sadio Mané überzeugt nur zu Beginn beim FC Bayern – schwere Verletzung vor WM 2022

Nach einem durchaus vielversprechenden Auftakt im Supercup gegen RB Leipzig und zum Bundesligastart bei Eintracht Frankfurt, zeigte die Formkurve von Mané dann aber schon recht schnell nach unten. Trainer Julian Nagelsmann brachte den angekündigten Superstar immer mal wieder nur von der Bank.

Kurz vor der WM 2022 verletzte sich Mané dann schwer am Schienbeinköpfchen. Das Wüsten-Turnier war für den damals 30-Jährigen gelaufen. Erst im März kehrte er wieder zurück. Allerdings weit von seiner Topform entfernt.

Die größten Flop-Transfers des FC Bayern München

Breno, von Januar 2008 bis 2012 beim FC Bayern, 12 Millionen Euro Ablöse, 33 Spiele für den FC Bayern. 
Im Winter 2008 kam der hochtalentierte Innenverteidiger für eine beachtliche Ablösesumme vom FC São Paulo nach München. Schwere Knieverletzungen warfen den Brasilianer immer wieder zurück. Nachdem er unter Alkohol- und Medikamenteneinfluss 2011 sein Haus in Grünwald in Brand setzte, wurde er zu 3 Jahren und 9 Monaten Haft verurteilt. Nach seiner frühzeitigen Haftentlassung kehrte Breno zu seinen Jugendverein São Paulo zurück.
Edson Braafheid, von 2009 bis Januar 2011 beim FC Bayern, 2 Millionen Euro Ablöse, 19 Spiele für den FC Bayern.
Als Wunschtransfer von Louis van Gaal an die Säbener Straße gekommen, fand sich der Niederländer meistens auf der Bank wieder. Wurde 2010 für ein halbes Jahr an Celtic Glasgow verliehen und verließ Anfang 2011 München ablösefrei in Richtung Hoffenheim.
Danijel Pranjić, von 2009 bis 2012 beim FC Bayern, 7,7 Millionen Euro Ablöse, 85 Spiele für den FC Bayern. 
Für eine satte Ablöse wechselte der Kroate vom SC Heerenveen an die Säbener Straße. Genauso wie Braafheid ein Wunschtransfer von Louis van Gaal. Kam Pranjić unter dem Niederländer noch regelmäßig zum Einsatz, änderte sich dies in der Saison 2011/12 unter Jupp Heynckes. Der Vertrag wurde nicht verlängert und der Außenverteidiger verließ ablösefrei den Verein zu Sporting Lissabon. Ein sattes Minusgeschäft für den FC Bayern.
Landon Donovan, von Januar bis März 2009 beim FC Bayern, ausgeliehen, 7 Einsätze (kein Tor) für den FC Bayern.
Ausgeliehen von LA Galaxy während der Klinsmann-Ära, konnte der US-Boy auch im zweiten Anlauf in Deutschland nicht durchstarten (zuvor bei Bayer Leverkusen). Die Verantwortlichen in München waren froh, dass sie keiner festen Verpflichtung zugestimmt hatten und so trennten sich die Wege schnell wieder. In den folgenden Jahren wurde Donovan von Los Angeles zweimal zum FC Everton ausgeliehen. Auch hier blieb es bei Kurzbeschäftigungen.
Die größten Flop-Transfers des FC Bayern München

Sadio Mané hält beim FC Bayern sein Versprechen nicht

Wann man den „wahren Sadio Mané“ sehen werde, wurde er im Frühjahr in der Mixed Zone der Allianz Arena gefragt. „Bald! Ich versprech‘s Euch!“. Jetzt, fast drei Monate später muss man sagen: Mané hat sein Versprechen nicht gehalten.

Auch unter Trainer Thomas Tuchel, der zwar angab, ein großer Fan von Mané zu sein, fand der Flügelstürmer nicht wieder in die Spur. Zwar traf er bei der 1:3-Niederlage beim 1. FSV Mainz und bereitete beim 6:0 gegen Schalke 04 einen Treffer als Joker vor. Doch das ist zu wenig für einen vermeintlichen Superstar.

Sadio Mané beim FC Bayern: Thomas Tuchel bringt im Saisonfinale lieber Youngster Tel

Als die Bayern am 34. Spieltag in Köln kurz vor Schluss einen Treffer benötigten, um sich doch noch die Meisterschaft zu schnappen, brachte Tuchel lieber den 18-jährigen Mathys Tel. Auf ganze neun Minuten Einsatzzeit kam Mané in den letzten drei Bundesligaspielen.

Man muss kein Prophet sein, um die Zeichen richtig zu deuten. Schon nach der Watschn gegen Leroy Sané nach dem Champions-League-Aus gegen Manchester City stand es nicht gerade rosig um Manés Zukunft an der Säbener Straße. Mit dem Abschied von Kahn und Salihamidzic, die Mané intern stets unterstützten, deutet vieles auf einen Mané-Abschied im Sommer hin.

Der gescheiterte Superstar: Schickt der FC Bayern Sadio Mané in die Wüste?

Aus der Premier League gibt‘s Interesse von Newcastle United, die sich für die Königsklasse qualifiziert haben und dank der Scheich-Millionen finanziell auf Rosenwasser gebettet sind. Außerdem wird Mané angeblich mit dem SSC Neapel in Verbindung gebracht.

Fast schon naheliegend wäre womöglich ein Wechsel nach Saudi-Arabien. Mit Cristiano Ronaldo, Karim Benzema und wohl auch bald N‘Golo Kanté spielen inzwischen drei Superstars über 30 in der Saudi Pro League. Weitere große Namen werden dort aktuell gehandelt.

So könnte der FC Bayern seinen gescheiterten Superstar in die Wüste schicken. Im wahrsten Sinne des Wortes. (smk)

Rubriklistenbild: © IMAGO/Frank Hoermann / SVEN SIMON