Hauptsache gewonnen
Heilbronner Falken holen drei ganz wichtige Punkte in Bayreuth
VonMarc Thorwartlschließen
In einer zerfahrenen Partie ist letztendlich das bessere Powerplay der Heilbronner Falken für den Erfolg verantwortlich.
○ Heilbronner Falken werden ihrer Favoritenrolle bei den Bayreuth Tigers nur selten gerecht.
○ Eine Partie mit vielen Fehlpässen auf beiden Seiten.
○ Stefan Della Rovere erzielt zwei Tore.
Am Freitagabend müssen die Heilbronner Falken in der DEL2 zum Auswärtsspiel bei den Bayreuth Tigers antreten. Die Favoritenrolle liegt ganz klar bei den Unterländern, sind sie doch Vierter und die Gastgeber lediglich Vorletzter. Aber aus der Erfahrung heraus ist ja bekannt,
dass sich die Heilbronner Falken gerade gegen Underdogs schwertun
. Doch nicht dieses Mal. Sie gewinnen mit 4:2.
Dabei haben die Unterländer mit Personalengpässen zu kämpfen. Neben den gesperrten Stürmern Tim Miller und Michael Knaub, fehlen auch Sebastian Hon, den das Knie zwickt und Louis Brune, der krank daheim geblieben ist. Somit kann Falken-Trainer Alexander Mellitzer nicht mit vier Sturmreihen agieren. Aber es gibt auch Lichtblicke: Verteidiger Marcus Götz und Stürmer Bryce Gervais können wieder mitwirken und Jung-Adler Jan-Luca Schumacher ist erstmals für die Heilbronner Falken in einem Punktspiel im Einsatz.
Heilbronner Falken mit Doppelschlag
Nach kurzem Abtasten kommen die Heilbronner Falken nach 70 Sekunden zu einer Großchance, doch Gervais verzieht knapp. Die Gäste können den Druck aufrechterhalten, weil sie gleich im Anschluss Powerplay haben, aber es springt nichts Zählbares dabei heraus. Pech in der achten Minute für Stefan Della Rovere, sein Kracher wird vom Lattenkreuz gestoppt. Dann erneutes Powerplay für die Gäste. Es dauert nur 30 Sekunden, da erspäht Derek Damon die Lücke und trifft zum 0:1. Die Falken bleiben in Überzahl - und nutzen es erneut. Ian Brady verwertet seinen eigenen Nachschuss zum 0:2. Ein Doppelschlag innerhalb von 119 Sekunden!
Im Anschluss haben die Gäste einige Probleme, da die Tigers mit wütenden Angriffen antworten, doch Matthias Nemec im Tor der Heilbronner Falken ist hellwach. Langsam gewinnen sie wieder die Oberhand, aber dann ziehen sie zwei Strafzeiten nacheinander. Sie werden sich doch nicht schon wieder durch eigen Undiszipliniertheiten in Schwierigkeiten bringen? Nein, das Penaltykilling klappt, es geht mit 0:2 in die Pause.
Heilbronner Falken zu weit weg vom Gegenspieler
Mit einem schlechten Wechsel ermöglichen die Heilbronner Falken zu Beginn des Mittelabschnitts den Hausherren eine Drei-auf-Zwei-Situation, die die Hausherren zum 1:2 nutzen. Aber im direkten Gegenzug vernascht Damon zwei Gegenspieler, passt auf Della Rovere, und dieses Mal schlägt der Puck im Netz ein. Das ist die perfekte Antwort. Allerdings sind die Gäste häufig unaufmerksam. Vielfach bringt man sich selbst durch Fehlpässe in Bedrängnis. Das rächt sich, die Hausherren machen das 2:3.
Die haben jetzt richtig Blut geleckt. Die Heilbronner Falken machen es ihnen aber auch einfach, weil sie hinten viel zu unkonzentriert agieren. Dann Videobeweis. Nemec wird mit dem Puck ins Tor geschoben. Treffer oder nicht? Es dauert eine gefühlte Ewigkeit, bis die Referees zurückkommen. Kein Tor, jetzt müssten die Unterländer doch endlich gewarnt sein? Nein, sie haben sogar Glück, dass der Ex-Falke Ville Järveläinen am Pfosten scheitert. 32 Sekunden vor der Pause dann aus dem Nichts das 2:4. Damon spielt einen Lob übers ganze Feld, die Scheibe verspringt dem Tigers-Verteidiger, Della Rovere stochert erfolgreich nach.
Heilbronner Falken bringen Sieg über die Zeit
Im letzten Drittel versuchen die Heilbronner Falken zwar, dem Gegner wieder das Spiel aufzuzwingen, doch das klappt nur selten. Immer noch sind sie bei der Abwehrarbeit zu weit weg vom Gegenspieler. Aber die Hausherren können aus dem Platz kein Kapital schlagen. Die Unterländer sollten ihr Glück nicht überstrapazieren. Sieben Minuten vor dem Ende dann Unterzahl der Falken. Aber auch die überstehen sie. So läuft die Zeit herunter, am Ende zählt nur der Sieg bei den Franken, zumal die direkten Konkurrenten heute fast ausnahmslos verloren haben.
"Wir sind gut ins Spiel gekommen und unser Powerplay hat im ersten Drittel gut geklappt. Im Mittelabschnitt waren wir dann zu weit weg vom Mann, haben in der neutralen Zone viele Turnover zugelassen, das Tor von Della Rovere zum 2:4 war natürlich sehr hilfreich", erklärt Mellitzer nach der Partie.
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