Zwei Punkte mit viel Glück
Siegtor für die Heilbronner Falken in der allerletzten Sekunde
VonMarc Thorwartlschließen
Durch die vielen Strafzeiten machen sich die Heilbronner Falken das Leben beim EHC Freiburg selbst schwer.
Und los geht es wieder in der DEL2, nachdem die Teams am vergangenen Wochenende spielfrei gehabt hatten. Die Heilbronner Falken müssen beim badischen Rivalen EHC Freiburg antreten. Die Breisgauer, in der vergangenen Spielzeit fast abgestiegen, spielen bisher eine sensationelle Saison, liegen lediglich vier Punkte - bei einer weniger absolvierten Partie - hinter den Unterländern. Nach dem Match sind es fünf Punkte, da die im Breisgau mit 4:3 nach Verlängerung gewinnen.
Nichts war es bei den Heilbronner Falken mit der erhofften Rückkehr von Verteidiger Marcus Götz, Torhüter Mirko Pantkowski und Stürmer Bryce Gervais ins Team. Bei allen lassen die Verletzungen, beziehungsweise die Trainingsrückstände noch keinen Einsatz zu. Deshalb muss Falken-Trainer Alexander Mellitzer seine Mannschaft umbauen. Auffälligste Änderung: Topscorer Dylan Wruck tauscht mit Alex Nikiforuk die Plätze und steht an der Seite von Kapitän Derek Damon.
Zu undiszipliniert: Heilbronner Falken zu Beginn
Die Partie startet gleich mit einer guten Chance für die Heilbronner Falken, doch der Freiburger Goalie ist auf dem Posten. Aber auch die Hausherren suchen den Weg nach vorne, aber auch Matthias Nemec ist hellwach. In der siebten Minute dann entschärft er einen Alleingang von Freiburgs Nikolas Linsenmaier, im direkten Gegenzug scheitert Nikiforuk. Im Anschluss doch einiger Leerlauf bei beiden Teams, die Pause hat Spuren hinterlassen. Dann erstes Powerplay für die Hausherren. Jan Pavlu muss auf Heilbronner Seite in die Kühlbox. Die Breisgauer das beste Überzahlteam der Liga, die Falken mit dem besten Penalty-Killing.
Das setzt sich durch - auch dank Nemec, der zweimal in brenzligen Situationen die Übersicht behält. Kaum wieder komplett, die Heilbronner Falken mit tollem Forechecking, Pierre Preto erobert die Scheibe, passt quer auf Yannik Valenti, der mit der Direktabnahme das 0:1 erzielt. Doch dann muss erneut Pavlu auf die Strafbank. Die Freiburger mit starkem Powerplay, sie scheitern aber wieder an Nemec. Die Hausherren jetzt mit viel Selbstvertrauen, wieder eine Strafe gegen die Unterländer. 59 Sekunden vor dem Pausenpfiff. Und dieses Mal ist Nemec geschlagen. Gegen den Hammer von Nick Pageau aus der Nahdistanz ist er machtlos. Der verdiente Ausgleich. 20 Sekunden vor der Pause, das tut weh. Die Gäste sollten tunlichst die Strafbank vermeiden, denn bei Fünf-gegen-Fünf sind sie das bessere Team.
Heilbronner Falken weiter zu viel in Unterzahl
Den Schwung des späten Ausgleichs nehmen die Freiburger mit ins zweite Drittel. Die Heilbronner Falken sind gedanklich wohl noch in der Kabine, sie sind unaufmerksam, leisten sich Fehlpässe und wieder gibt es eine Strafzeit. Zum dritten Mal erwischt es Pavlu, das kann doch gar nicht wahr sein. Die Gastgeber wirklich mit einem exzellenten Powerplay, Linsenmaier scheitert an der Latte. Es dauert bis zur 28. Minute, ehe sich die Gäste gefangen haben und wieder mitspielen. Nur ein kurzes Aufbäumen, denn wieder muss ein Falke in die Kühlbox. Und dann leistet sich Tim Miller auch noch eine, das heißt fast komplett zwei Minuten mit zwei Mann weniger auf dem Eis. Das ist dämlich.
Aber die drei verbliebenen Heilbronner Falken kämpfen wie die Löwen, bringen das Unentschieden über die Zeit. Das muss doch Selbstvertrauen geben? Zumal es endlich auch die erste Überzahl für die Gäste gibt. Und das gleich für vier Minuten, da Derek Damon von einem hohen Stock im Gesicht getroffen wird und blutet. 3:57 Minuten passiert eigentlich gar nichts, dann schlägt Miller eiskalt zu und macht das 1:2. Unverdient, aber wen interessiert's? Mit der knappen Führung geht es in die Pause.
Heilbronner Falken mit dem Lucky Punch
Im letzten Drittel brennt es gleich wieder lichterloh vor dem Falken-Gehäuse. Vorausgegangen war wieder ein Fehlpass im eigenen Abwehrdrittel, Brock Maschmeyer rettet für seinen bereits geschlagenen Goalie auf der Linie. Im Anschluss neutralisieren sich beide Teams, bis in der 47. Minute Damon eine Strafe erhält. Mit Folgen, Freiburg trifft zum 2:2. Und die Gäste ziehen die nächste Strafe, das kann einfach nicht gutgehen. Nemec wieder mit einem Monstersave. Die Unterländer können sich bei ihrem Keeper bedanken, dass sie nicht in Rückstand geraten.
Und dann passiert es doch. Kaum wieder komplett, laufen die Falken in einen Konter, es steht 3:2. Kippt die Partie jetzt? 55 Minuten sind gespielt, da zieht Wruck von der eigenen blauen Linie los, marschiert durch alle Freiburger und versenkt den Puck zum 3:3. Dabei bleibt es bis zum Schluss, die Partie geht in die Verlängerung. Und da gibt es 90 Sekunden vor dem Ende eine Strafe gegen die Hausherren. Das ist die Chance für die Falken. Und da trifft Ian Brady in der letzten Sekunde zum 4:3-Sieg für die Falken.
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