Unnötig wie ein Kropf

Falken mit Chancenplus, aber die Punkte bleiben in Kaufbeuren

  • Marc Thorwartl
    VonMarc Thorwartl
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Die Unterländer ziehen einfach zu viele Strafzeiten, das Powerplay funktioniert nicht, und es gibt es zu viele Leichtsinnsfehler im Defensivverhalten.

Dylan Wruck besorgt die Heilbronner Führung, allerdings hält sie nicht bis zum Schluss.
  • Rückspiel der Heilbronner Falken beim ESV Kaufbeuren.
  • Verteidiger Ian Brady ist mit von der Partie.
  • Falken kassieren einen Short-Hander.

Hin- und Rückspiel innerhalb von zwei Tagen. Die Terminansetzung der DEL2 hat schon in der Punkterunde Playoff-Charakter. Nur zwei Tage nach dem 6:3-Heimerfolg, treffen die Heilbronner Falken schon wieder auf den ESV Kaufbeuren. Dieses Mal müssen sie aber im Allgäu antreten.

Falken-Trainer Alexander Mellitzer kann nahezu auf dasselbe Team wie am Freitag zurückgreifen. Lediglich Pierre Preto fehlt. Im Tor erhält erneut Mirko Pantkowski den Vorzug vor Matthias Nemec. Und - wie vom Coach am Samstag bereits angedeutet - ist auch Ian Brady, bester Verteidiger der Heilbronner Falken, mit dabei. Seine Verletzung am Ohr hindert den US-Amerikaner nicht daran, für sein Team aufzulaufen. Das sollte den Unterländern doch Selbstvertrauen geben? Von wegen, sie verlieren mit 2:3.

Heilbronner Falken gehen in Führung

Die erste Chance des Spiels verzeichnen die Hausherren. Sami Blomqvist fälscht nach wenigen Sekunden einen Schuss ab, der aber knapp am Tor vorbeigeht. Dann sind die Heilbronner Falken am Zug, da sie Powerplay haben. Das ziehen sie gut aus, doch die Allgäuer werfen sich mit Mann und Maus in die Schüsse. Kurz danach scheitert Blomqvist an Pantkowski. Dann Powerplay Kaufbeuren. Aber auch die Falken stehen sicher, haben sogar, als Derek Damon aus der Kühlbox zurückkommt, eine gute Chance, in Führung zu gehen. Den Schuss des Kapitäns kann ESV-Keeper Stefan Vajs nicht festhalten, der hätte auch ins Tor fallen können.

Eines ist schon jetzt festzuhalten: Die Partie hat zu Beginn gleich viel mehr Dynamik als am Freitag. Die Kaufbeurer suchen immer schnell den Abschluss, die Heilbronner Falken ebenso, wobei sie spielerisch Vorteile haben. In der 15. Minute dann die Gäste-Führung. Bryce Gervais luchst ESV-Verteidiger Valentin Gschmeißner die Scheibe ab, passt zu Dylan Wruck - der, genau wie am Freitag, in den Winkel trifft. Das Tor schockt die Gastgeber. Es läuft nicht mehr viel zusammen - außer die Unterländer machen einen Fehler. So auch in der 17. Minute, als Kevin Maginot über die Scheibe schlägt, Kaufbeuren aber auch übers Tor schießt. Dann Strafe gegen Heilbronn. Dieses Mal geht es schnell. Ein Pass in den Torraum - und Daniel Oppolzer macht das 1:1. Kurz vor der Pause, das schmerzt. Aber die Falken sind unbeeindruckt, Gervais kann nur durch ein Foul gebremst werden. Powerplay für Heilbronn. Pause.

Heilbronner Falken mit zu vielen Strafzeiten

Perfekt wäre es, wenn die Heilbronner Falken ihre 39 Sekunden restliches Powerplay gleich zu Beginn des zweiten Drittels nutzen könnten. Aber nein, das ist nix. Und dann kassiert schon wieder Valentino Klos eine Strafe. Seine erste führte zum Ausgleich. Doch dieses Mal stehen die Unterländer gut, haben sogar die Möglichkeit, die erneute Führung zu erzielen. Dann muss Davis Koch auf die Strafbank. Wieder ohne Folgen. Auch Kaufbeuren spielt mit. Jetzt trifft es einen ihrer Spieler, Überzahl Heilbronn. Mit ganz viel Pech, Gervais scheitert an der Unterkante der Latte, Maginot am Pfosten.

Aber die Falken nehmen sich selbst wieder den Spielfluss, weil ein Unterländer auf die Sünderbank muss. Auch dieses Powerplay überstehen die sie unbeschadet, doch dann ein Fehlpass im Abwehrdrittel, ein Schuss, die Scheibe wird abgefälscht, 2:1 für Kaufbeuren. Im Anschluss dann die beste Phase der Gäste, die Reihe um Wruck spielt die Hausherren schwindelig, Gervais scheitert mehrfach an Vajs und der ESV zieht eine Strafe. Da sind die Falken eigentlich am Drücker, bis es zu einem Zusammenstoß von Brady und Wruck kommt. Die Allgäuer mit einem schnellen Konter und dem Short-Hander zum 3:1. Das ist wohl eine Vorentscheidung. Pause.

Heilbronner Falken wachen zu spät auf

Im letzten Drittel reagiert Falken-Trainer Alexander Mellitzer. Er nimmt Eero Savilahti aus der ersten Formation und beordert dort Tim Miller hin. Der Finne agierte im bisherigen Verlauf der Partie äußerst unglücklich. Keine gute Visitenkarte, um eine Verlängerung seines Probevertrags, der mit dieser Partie ausläuft, zu verlängern. Und sofort haben die Unterländer wieder Powerplay. Da MUSS doch endlich mal etwas klappen. Nein, das war katastrophal, Kaufbeuren hätte bei einem erneuten Konter schier das 4:1 erzielt. Dann ein Traumpass von Wruck auf Gervais, der wird beim Alleingang gefoult, es gibt Penalty. Den verwandelt der Gefoulte selbst eiskalt. Nur noch 3:2. Und wieder Powerplay für die Gäste.

Heilbronn jetzt mit der zweiten Luft. Das Geschehen spielt sich vorwiegend im Abwehrdrittel des ESV ab. Doch immer noch ist das letzte Abspiel etwas ungenau, manchmal fehlt auch das kleine Quäntchen Glück. Den Falken läuft langsam die Zeit davon. Mellitzer nimmt eine Auszeit, will sein Team auf die letzten vier Minuten nochmals einstellen. Genau zwei Minuten vor dem Ende kassiert Corey Mapes eine Strafe. Die sorgt für Aufregung auf der Falken-Bank, denn das als Foul zu werten, ist eine Frechheit. Es kommt noch schlimmer. Denn beim nachfolgenden Bully bekommt Miller eine Strafe. Jetzt wird es lächerlich. Der regt sich auf, bekommt eine Spieldauerdisziplinarstrafe aufgebrummt und dann wird auch Damon hinterhergeschickt. Kaufbeuren spielt die Zeit herunter, es bleibt beim 3:2.

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