Serie gerissen
Heilbronner Falken verlieren ohne ihren Topscorer in Landshut
VonMarc Thorwartlschließen
Die Unterländer kassieren einfach zu viele Strafzeiten bei den Niederbayern.
Rein vom Tabellenstand sind beim DEL2-Spiel des EV Landshut gegen die Heilbronner Falken die Gäste klarer Favorit. Als Tabellenerster reisen sie zum Vorletzten. Doch sie sollten gewarnt sein. Die Niederbayern haben vier Spiele weniger als die Konkurrenz absolviert und waren in der Vergangenheit der Angstgegner. Auch dieses Mal. Die Hausherren gewinnen mit 4:3.
Für Bryce Gervais hat die Leidenszeit am Freitagabend ein Ende. Der Falken-Stürmer kann wieder mitwirken, nachdem ihn eine Fußverletzung in den vergangenen drei Partien zum Zusehen verdammt hatte. Dafür müssen die Unterländer kurzfristig einen herben Ausfall verkraften. Falken-Trainer Alexander Mellitzer gegenüber echo24.de: "Dylan Wruck ist krank und kann nicht spielen." Damit fällt der Topscorer der Liga aus. Um mit dem von Mellitzer präferierten Vier-Reihen-System zu spielen, fehlt ein Stürmer. Die Gastgeber hingegen können auf den unterhalb der Woche nachverpflichteten Jeff Hayes zurückgreifen.
Doppelschlag gegen die Heilbronner Falken
Die Heilbronner Falken wollen gar nicht lange abwarten, sondern starten direkt in Richtung EV-Tor. Sowohl Stefan Della Rovere als auch Sebastian Hon haben in den ersten Minuten gleich richtig gute Chancen, scheitern aber jeweils am Landshuter Keeper. Matthias Nemec auf Heilbronner Seite muss erst in der siebten Minute erstmals zupacken, als er einen Schuss aus der Nahdistanz entschärft. Kurze Zeit später dann erstmals Powerplay für die Gäste. Yannik Valenti kommt zum Schuss, scheitert aber am Außenpfosten. Kaum wieder komplett, haben die Hausherren die Chance, ihre Überzahlqualitäten zu zeigen, doch die Heilbronner Falken zeigen, warum sie im Penalty-Killing auf Platz eins stehen.
In der 14. Minute ist es dann passiert. Eine schöne Kombination schließen die Niederbayern zum 1:0 ab. Es kommt noch schlimmer. Elf Sekunden später ein Abspielfehler von Ian Brady, Landshut läuft Zwei-gegen-Eins, und der Schuss schlägt im Kreuzeck ein. Bemerkenswert, das 2:0 ist wie ein Weckruf für die Falken. Im direkten Gegenzug markiert Valenti den Anschlusstreffer. Gleich danach Powerplay für die Gäste. Allerdings muss nur 14 Sekunden später Alex Nikiforuk ebenfalls in die Kühlbox, die Chance ist somit vertan. Und dann folgt ihm auch noch Brady auf die Strafbank. Viel Platz auf dem Eis. Erneut überstehen die Falken diese prekäre Situation bravourös.
Heilbronner Falken mit Turbostart
Ins Mitteldrittel starten die Heilbronner Falken im Powerplay. Und wie. Die Scheibe läuft schnell durch die Reihen, Valenti sieht Derek Damon, dessen Schuss wird noch pariert, doch den Abpraller verwertet Della Rovere zum 2:2. Gespielt sind gerade einmal 46 Sekunden. Die Falken laufen jetzt richtig heiß. Erneut Powerplay. Der Führungstreffer liegt mehrfach in der Luft, aber es dauert bis zur 26. Minute, ehe Hon einen Querpass von Davis Koch direkt verwertet. Der Sturmlauf der Falken wird dann durch eine Strafzeit gebremst. Wieder einmal lassen die Unterländer gar nichts zu. Dennoch markieren die Niederbayern in der 31. Minute den Ausgleich. Gleich mehrfach verpassen es die Heilbronner Falken, die Scheibe zu klären, dann kommt ein Schuss, der Nemec durch die Schoner rutscht.
Zu allem Überfluss meckert Damon - und erhält eine Strafe. Schon wieder Unterzahl, die Unterländer sollten ihr Glück nicht überstrapazieren. Neun Sekunden vor Ablauf dieser Strafzeit ist es dann passiert. Landshut verwertet einen Abpraller zum 4:3. Und wieder meckert ein Falke nach dem Treffer - dieses Mal ist es Gervais, der in die Kühlbox muss. Das ist wirklich dämlich. Zum Glück leisten sich die Hausherren dann auch ein Foul, sodass die Unterzahl erst einmal vorüber ist. Danach eine starke Phase der Gäste, der Ausgleich liegt mehrfach in der Luft - bis sie sich den Schwung durch ein erneutes Foul nehmen. Wenn sie hier etwas reißen wollen, dann MÜSSEN sie von der Strafbank endlich fernbleiben. Immerhin fällt kein weiterer Treffer.
Heilbronner Falken ohne Glück
Auch ins letzte Drittel gehen die Heilbronner Falken in Überzahl. 54 Sekunden lang. Reicht das, um die Partie erneut zu egalisieren? Vom Bully weg eine weitere Strafe für Landshut. Die Falken mit doppelter Überzahl! Aber das ist gar nichts, was sie daraus machen. Das war DIE Chance. Kurz darauf wieder Strafzeit, gegen die Unterländer. Erneut gegen Damon. Es bleibt beim 4:3, doch jetzt sind die Gastgeber zurück in der Partie. Langsam läuft den Gästen die Zeit davon. Sie machen zwar mächtig Druck, doch das Tor scheint wie vernagelt.
In der 53. Minute dann Powerplay für die Heilbronner Falken. Aber da läuft nicht viel zusammen, vielmehr haben die Gastgeber sogar eine Konterchance. Unbarmherzig läuft die Zeit herab. 70 Sekunden vor Schluss nimmt Mellitzer den Keeper zugunsten eines weiteren Feldspielers vom Eis. Es hilft nichts. Da die Kassel Huskies zeitgleich in Crimmitschau gewinnen, ist auch die Tabellenführung futsch. "Wir haben nie richtig in unser Spiel gefunden", sagt Mellitzer nach der Partie. "Im letzten Drittel haben wir zwar versucht, Druck aufzubauen, das hat aber nicht geklappt."
Am Sonntag treffen die Falken daheim um 18.30 Uhr auf den ESV Kaufbeuren.
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