Biedere Hausmannskost

Glanzloser Falken-Auftritt bringt sechsten Sieg in Folge

  • Marc Thorwartl
    VonMarc Thorwartl
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Es ist eine zähe Angelegenheit, ehe der Erfolgperfekt ist. Am Sonntag geht's zum Spitzenreiter Kassel.

Gegen Bayreuth war es eine ganz enge Kiste. Die Falken kamen nicht wie gewohnt zur Geltung.

Im DEL2-Spiel der Heilbronner Falken gegen die Bayreuth Tigers ist die Favoritenrolle klar verteilt. Die Unterländer haben die vergangenen fünf Spiele in Folge gewonnen, die Oberfranken haben fünf in Folge verloren. Die Falken stehen auf Platz drei, die Tigers auf Rang zwölf. Das ändert sich auch nach der Partie nicht. Die Falken siegen mit 4:3.

Personell handelt Falken-Trainer Alexander Mellitzer nach dem Motto "Ändere nie ein funktionierendes System". Er spielt mit exakt derselben Aufstellung wie zuletzt gegen die Löwen Frankfurt. Das heißt: Im Tor schenkt er erneut Mirko Pantkowski das Vertrauen.

Heilbronner Falken sind etwas lässig

Die Hausherren wollen schnell klarstellen, wer in der Kolbenschmidt-Arena die Hosen anhat. Die Gäste unterstützen sie dabei tatkräftig, denn sie ziehen gleich eine Strafzeit. Und dann noch eine. Zehn Sekunden doppelte Überzahl für die Heilbronner Falken. Und sie benötigen genau sechs Sekunden, da zappelt die Scheibe im Netz. Kevin Maginot hat von der blauen Linie abgezogen. Auch in der Folgezeit die Unterländer das spielbestimmende Team, aber zu verspielt, etwas zu lässig.

Bryce Gervais erzielt den 2:2-Ausgleichstreffer volley.

In Überzahl vertändelt Ian Brady die Scheibe, Konter der Gäste, und der Ex-Falke Ville Järveläinen macht das 1:1. Nur 75 Sekunden später eine Unstimmigkeit in der Heilbronner Hintermannschaft, es steht 1:2. Zum Glück haben die Falken Kapitän Derek Damon. Der spielt einen genialen Flip-Pass vors Tor und Bryce Gervais erzielt volley das 2:2. Und dann kommt auch noch Top-Scorer Dylan Wruck zum Zug. Seine Linie spielt Bayreuth schwindelig, bis er sich die Ecke aussuchen kann. 3:2, nur 53 Sekunden später.

Heilbronner Falken mit Sand im Getriebe

Im Mittelabschnitt wollen die Heilbronner Falken gerne die Vorentscheidung herbeiführen, es geht fast ausschließlich in Richtung Gästetor. Doch die Aktionen haben nur selten Hand und Fuß, vieles ist Stückwerk, es wirkt zerfahren. Auch im Powerplay kommen die Unterländer nicht wie gewohnt zur Geltung, vielfach lassen sie dort Konter der Gäste zu. Immerhin klappt die Unterzahl. Und wie. Ein Steal von Alex Nikiforuk, Doppelpass mit Wruck, 4:2.

Tim Miller war ein Aktivposten im Heilbronner Spiel.

Im letzten Abschnitt setzt sich das zerfahrene Spiel fort. Mit Vorteilen für die Tigers. Denn die Heilbronner Falken ziehen einfach viel zu viele Strafen. Das Powerplay der Franken wird immer besser. Mit ganz viel Einsatz überstehen die Hausherren die prekären Situationen. Nach vorne geht kaum mehr etwas. Auch weil die Falken nicht mehr mit der letzten Konsequenz den Weg zum Tor suchen. Es kommt wie es kommen musste. In der 56. Minute erzielen die Gäste den Anschlusstreffer. ZU mehr reicht es nicht mehr. Der sechste Falken-Sieg in Folge ist perfekt, am Sonntag geht's zum Spitzenspiel nach Kassel.

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