Das war gar nix

Siegesserie gerissen - die Falken kommen in Kassel böse unter die Räder

  • Marc Thorwartl
    VonMarc Thorwartl
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Die Heilbronner Falken werden von den Kassel Huskies in den ersten zehn Minuten zerlegt und bekommen nie Zugriff auf die Partie.

Ian Brady und seine Falken hatten keine Chance gegen die Huskies.

Zum Spitzenspiel der DEL2 Erster gegen den Zweiten, müssen die Heilbronner Falken bei den Kassel Huskies im Tor auf Mirko Pantkowski verzichten. Der wurde vom Kooperationspartner Adler Mannheim angefordert, da sich dort Dennis Endras verletzt hatte. Deshalb rückt Matthias Nemec zwischen die Pfosten. Für einen Falken-Stürmer hingegen hat die Leidenszeit ein Ende: Louis Brune ist wieder fit und kann gegen die Hessen mitwirken. Dafür fehlt Verteidiger Tobias Möller, die Falken also nur mit nominell fünf Defendern am Start.

Die Schlittenhunde sind zu Hause bisher ein Macht und unbesiegt, außerdem sind sie Tabellenführer, obgleich sie ein Spiel weniger absolviert haben. Deshalb sind sie wohl favorisiert, aber die Heilbronner Falken haben in den vergangenen Wochen gezeigt, dass sie sich vor keinem Gegner verstecken müssen. Allerdings ist davon in Kassel nichts zu sehen. Die Falken kommen mit 7:1 unter die Räder. Nichts ist es mit dem siebten Sieg in Serie.

Heilbronner Falken finden überhaupt nicht statt

Die Hessen zeigen schnell, dass sie ihrer Favoritenrolle gerecht werden wollen. Sie sind es, die das Forechecking betreiben, immer wieder die Heilbronner Falken in deren eigener Abwehrzone unter Druck setzen und so unzählige Turnover provozieren. Die Gäste bekommen überhaupt keinen Zugriff auf die Partie. Und die Falken-Abwehr macht Fehler. Corey Mapes verpasst es, in der neutralen Zone den Puck zu klären, Alexander Karachun trifft zum 1:0. Marcus Götz will einen langen Pass spielen, der Puck wird an der blauen Linie abgefangen, Richie Mueller macht das 2:0.

Matthias Nemec wurde von seinen Verteidigern im Stich gelassen.

Jan Pavlu will mit der Scheibe laufen, statt zu passen, die Huskies gehen dazwischen, 3:0. Gespielt sind gerade einmal zehn Minuten, die Unterländer bis dato ohne einen einzigen Torschuss. Und der Druck der Hausherren bleibt unverändert hoch, Nemec hat alle Hände voll zu tun, um weitere Tore zu verhindern. Dann die erste Strafzeit, Bryce Gervais muss raus und 50 Sekunden später folgt ihm Götz. Aber diese prekäre Situation überstehen die Heilbronner unbeschadet. Warum nicht so bei fünf-gegen-fünf? Das erste Drittel ist aus Sicht der Unterländer komplett in die Hose gegangen, die Schussstatistik von 15:3 spricht Bände.

Heilbronner Falken einfach zu langsam

Vielleicht geht für die Heilbronner Falken ja etwas in Überzahl? Sie gehen mit einem Mann mehr ins zweite Drittel. Nein, das ist gar nix, vielmehr haben die Gäste Glück, dass die Huskies nicht auf 4:0 davonziehen. Aufwachen!!! Immerhin sind sie danach besser im Spiel, erarbeiten sich auch mal eine richtige Torchance, Stefan Della Rovere scheitert aber am Husky-Goalie. Doch fast im Gegenzug machen die Hausherren alles klar. Einfaches, strukturiertes Aufbauspiel, Pass in die Tiefe, Karachun macht das 4:0. Das geht viel zu einfach. Und dann wieder einer dieser vielen Fehlpässe im Heilbronner Aufbauspiel - Justin Kirsch sagt danke und trifft zum 5:0.

Bryce Gervais musste im letzten Drittel verletzt vom Eis.

Im letzten Drittel haben die Heilbronner Falken Glück, dass die Huskies gleich zu Beginn nur den Pfosten treffen. Dann drittes Powerplay der Gäste - und endlich das Tor. Yannik Valenti mit der Direktabnahme zum 1:5. Jetzt läuft es deutlich besser, die Falken sind nun die spielbestimmende Mannschaft, können aber gute Chancen durch Samuel Soramies, Gervais oder Pierre Preto nicht verwerten. Dafür machen die Hessen das 6:1, Karachun zum Dritten. Dann ein Konter der Hausherren, 7:1. Jetzt wird es richtig peinlich. Zum Glück ist es dann irgendwann vorbei. Bezeichnend, dass Keeper Nemec noch der beste Falke ist.

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