Der "Bad-Boy" der DEL2

Dieser Falken-Stürmer wurde zum Fanspieler der Liga gewählt

  • Marc Thorwartl
    VonMarc Thorwartl
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Auf dem Eis setzt sich Michael Knaub immer für seine Mitspieler ein - und führt die Strafzeiten-Statistik mit weitem Vorsprung an.

Michael Knaub ist nicht nur bei den Falken-Fans sehr beliebt.
  • Seine körperbetonte Spielweise kommt bei den Fans an.
  • Seine Mitspieler sind für ihn wie Geschwister.
  • Er glaubt ganz fest an die Meisterschaft.

Das Fachmagazin Eishockey News hatte zur DEL2-Fanspieler-Wahl des Jahres aufgerufen – und es gab einen eindeutigen Sieger.

Mehr als 30.000 Anhänger hatten an der Umfrage teilgenommen

und knapp ein Viertel hatte sich für den Falken-Stürmer Michael Knaub entschieden.

Am Sonntag wurde er vor dem letzten Hauptrundenspiel gegen die Löwen Frankfurt im Beisein von Ligaleiter René Rudorisch dafür geehrt. "Diese Auszeichnung durch die Fans bedeutet unglaublich viel für mich. Es zeigt, dass ich mich in der DEL2 etabliere, durchsetze und meine körperbetonte Spielweise anscheinend sehr gut ankommt. Ich kann gar nicht anders, in Kanada habe ich jeden Check zu Ende gefahren, das mache ich auch in Deutschland."

Falken-Stürmer ist der Strafbankkönig der DEL2

Kanada, das ist das Land, in das der gebürtige Dortmunder 2009 mit seiner Familie auswanderte. Knapp ein Jahrzehnt später kam er wieder zurück. Er spielte eine halbe Saison in der Oberliga in Hannover, ehe er diese Spielzeit an den Neckar in die DEL2 wechselte. "Das war der absolut richtig Schritt für mich. Ich will mich in Deutschland und der Liga durchsetzen, das ist mein Ziel."

Immer wenn Michael Knaub (links) auftaucht, wird es für die Gegenspieler meist äußerst unangenehm.

Schnell eilte dem Stürmer der Heilbronner Falken der Ruf des "Bad-Boy" der DEL2 voraus, in 26 Partien kassierte er bereits 151 Spielminuten, damit führt er die Strafzeitstatistik der Liga mit großem Vorsprung an. Als unfairen Spieler sieht er sich aber nicht: "Ich spiele mit dem Herzen und bin ein emotionaler Mensch. Wenn es darauf ankommt, dann verteidige ich meine Mannschaft. Wann immer auf dem Eis gegen mein Team passiert, dann werde ich einschreiten. Ich spiele dann hart und nutze meine Körpergröße als Vorteil."

Falken-Stürmer will die Meisterschaft

Auch von Rückschlägen lässt sich der 1,95 Meter-Hüne nicht unterkriegen. Anfang Januar verletzte er sich im Training schwer, war wochenlang zum Zusehen verdammt, trotzdem blickt er zuversichtlich nach vorne: "Eishockey ist nicht nur ein körperlicher, sondern auch ein mentaler Sport. Du musst einfach positiv denken. Ich habe in meiner bisherigen Karriere bereits viel schwere Verletzungen einstecken müssen. Ich bin da schon vielfach durch die harten Zeiten gegangen – und weiß, was ich tun muss. Das Wichtigste dabei: Du darfst niemals, wirklich niemals aufgeben!

Michael Knaub geht keinem Zweikampf aus dem Weg.

Vor wenigen Tagen feierte er seinen 25. Geburtstag, mehr als ein Drittel seines Lebens hat er zuletzt in Kanada verbracht, trotzdem ist Deutschland für ihn die Heimat: "Ich wurde hier geboren, Deutschland ist und bleibt meine Heimat. Natürlich vermisse ich meine Eltern und Brüder in Kanada. Aber ich habe hier im Team neue Geschwister gefunden. Ich bin mir sicher, dass mich Gott hierher zurückgeführt hat. Alles passiert im Leben aus einem bestimmten Grund – und ich muss ihn hier finden. Dafür gebe ich jeden Tag mein Bestes, und ich werde mich noch steigern, das werde ich den Fans beweisen." Schon bei seiner Ankunft in Heilbronn nahm er offen das Wort Meisterschaft in den Mund. Eine Vorahnung? "Sie ist mein erklärtes Ziel – und mit unserer Mannschaft auch erreichbar. Wir werden sehr weit kommen, es sind nur zwölf Siege notwendig."

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