Das hat er verdient
Falken-Stürmer von der Liga zum Spieler des Jahres gewählt
VonMarc Thorwartlschließen
Dylan Wruck sichert sich den Titel mit riesigem Vorsprung auf die nächsten Konkurrenten.
- Wruck gewinnt die Wahl mit riesigem Vorsprung.
- Der Titel ist für ihn eine Ehre.
- Er verdankt Trainer Alexander Mellitzer viel.
Die DEL2 wählt jede Spielzeit in Kooperation mit dem Fachmagazin Eishockey News den Spieler des Jahres. Trainer, Kapitäne und Offizielle sowie Fachleute haben die Möglichkeit, die dafür infrage kommenden Akteure zu nominieren und ihnen Stimmen zu vergeben.
Und dieses Mal wurde ein Spieler mit riesigem Vorsprung auf den Thron gehoben: Dylan Wruck, Topscorer der Liga und Stürmer im Dienste der Heilbronner Falken. Wirklich auf jedem Punktebogen war sein Name vertreten. "Diese Auszeichnung bedeutet mir sehr viel und ist eine große Ehre für mich. Wir hatten wirklich eine unglaubliche Saison in Heilbronn, und es tut gut zu sehen, dass das auch von anderen so wahrgenommen wird", erklärt der 27-Jährige gegenüber echo24.de in einer ersten Reaktion. Und noch einen Titel heimste Wruck ein: Er wurde auch zum Stürmer des Jahres gewählt.
Falken-Stürmer spielt seit sechs Jahren in Deutschland
Der Kanadier, der auch den deutschen Pass besitzt, spielt seit sechs Jahren in Deutschland. Seine Karriere startete er einst fulminant bei den Iserlohn Roosters in der DEL. Dort holte er sich den Titel Rookie (Neuling) des Jahres, als er in 51 Spielen 37 Punkte, davon 13 Tore machte. Einer glanzvollen Karriere schien nichts im Weg zu stehen.
Doch in der zweiten Saison ereilte ihn eine schwere Verletzung. Lediglich neun Partien konnte er für die Sauerländer bestreiten. "Nach der Verletzung bin ich in ein tiefes Loch gefallen. Zum Glück hatte ich Familie und Freunde, die mich immer wieder aufgebaut haben." Die ganze Zeit hatte er nur ein Ziel vor Augen: Er wollte wieder zur alten Stärke zurückfinden. Das war sein Anspruch und sein Ansporn.
Falken-Coach glaubte an seine Qualitäten
Es folgte eine dritte Saison bei den Roosters, ehe er nach Köln und dann nach Straubing wechselte. Nirgendwo wurde er wieder glücklich, fand sich meist in der dritten oder vierten Reihe wieder, manchmal saß er als überzähliger Spieler gar auf der Tribüne. Aber immer ohne Murren. Vielmehr zeigte er einen ganz starken Charakter, indem er beispielsweise in Straubing vor dem Spiel in der Kabine war und die Jungs anfeuerte.
"Ich habe einen Spieler an der Angel, wenn der kommt, dann wird er eine Rakete", hatte Falken-Trainer Alexander Mellitzer bei der Saisonplanung gegenüber echo24.de gesagt. Der Österreicher war von den Qualitäten des Linksschützen überzeugt. Wruck: "Ich kann ihm gar nicht genug danken. Er war es, der den ersten Kontakt zu mir herstellte. Er sagte mir vom ersten Gespräch, dass er an mich glaubt, erklärte mir, welche Rolle ich im Team einnehmen soll und dass er mir die Möglichkeit gibt, diese Rolle auch zu erfüllen, indem er mich mit Top-Spielern in eine Reihe einbaute."
Falken-Stürmer mit unglaublicher Entwicklung
Mellitzer hatte eines erkannt: Wruck ist ein Spieler für die Parade-Formation. "Dann kommen seine Qualitäten voll zum Tragen, in einer dritten oder vierten Formation als Rollenspieler ist er total verschenkt." Er beorderte ihn in einen Block mit den späten Neuzugängen Bryce Gervais und Davis Koch. Dieses Trio schnitt sich in der Saison durch die gegnerischen Abwehrreihen wie das heiße Messer durch die Butter.
Am Ende der Spielzeit war Wruck mit 24 Toren und 64 Vorlagen Topscorer der Liga. Mit unglaublichen 14 Punkten Vorsprung auf den Zweitplatzierten Sami Blomqvist und 19 Punkten auf den Dritten, Marco Pfleger. Dabei vernachlässigte er auch keinesfalls die Defensivarbeit. Seine Plus-Minus-Bilanz weist einen Wert von +9 auf. Seine beste Partie lieferte er beim 5:2-Auswärtserfolg beim damaligen Spitzenreiter Kassel Huskies ab, als er die Hessen vor 500 Heilbronner-Sonderzug-Fans mit vier Treffern fast im Alleingang überrollte. Und die Fans der Heilbronner Falken können auf eine Fortsetzung hoffen: "Ich liebe die Stadt, die Organisation, die Fans - die Falken sind meine erste Wahl, wenn ich in der DEL2 bleibe."
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