Für ihn geht ein Traum in Erfüllung
Die Heilbronner Falken müssen sich einen neuen Trainer suchen
VonMarc Thorwartlschließen
Der bisherige Coach Alexander Mellitzer verlässt die Käthchenstadt nach zwei erfolgreichen Jahren und wechselt in die Schweiz zu den Langnau Tigers.
- Er wollte schon immer einmal in der Schweiz arbeiten.
- Mit Heilbronn verbindet er nur gute Erfahrungen.
- Er hilft aktiv bei der Suche nach seinem Nachfolger.
Die Erfolgsgeschichte der Heilbronner Falken und Trainer Alexander Mellitzer findet keine Fortführung – das vermelden die Falken heute in einer Pressemitteilung. Der Coach verlässt den Verein auf eigenen Wunsch. "Das ist keine Entscheidung gegen Heilbronn, sondern für etwas Neues", erklärt Mellitzer gegenüber echo24.de.
Das Neue ist ein Engagement bei den eidgenössischen Langnau Tigers. "Ich habe da ein tolles Angebot in der sehr guten Nachwuchsorganisation erhalten." Damit hat sich für ihn ein Wunsch erfüllt: "Langfristig war es immer mein Traum, einmal in der Schweiz oder in Schweden zu arbeiten." Bei den Tigers wird er im U20-Bereich tätig sein. "Der Verein hat vor, seine Juniorenspieler in die Profimannschaft einzubauen, ich soll die Schnittstelle zwischen dem Nachwuchs und der Nationalliga-A-Mannschaft bilden." Mit einem weiteren positiven Nebeneffekt: "Ich habe dort mehr Zeit fürs Training mit den Jugendlichen – auch meinen eigenen Kindern."
Der Falken-Coach hat Freundschaften fürs Leben geschlossen
Er wird die Käthchenstadt immer in guter Erinnerung behalten: "Heilbronn war eine Riesenerfahrung für mich, ich habe hier viel gelernt. Im Moment bin ich – nach der Absage der Saison – total enttäuscht und leer. Wir haben so viel Energie ins Team gesteckt, gute Spieler geholt, drei unserer Akteure wurden als beste Spieler ihrer Kategorie ausgezeichnet, und dann konnten wir nicht zeigen, was alles möglich gewesen wäre." Und er fährt fort: "Ich habe hier viele Freundschaften geschlossen, die erhalten bleiben. Zudem habe ich sehr gute Kontakte zum deutschen Eishockey geknüpft, hatte ein erstklassiges Verhältnis zur Presse, es war – abgesehen von dem abrupten Ende - eine wunderbare Zeit mit vielen schönen Erfahrungen."
Den Kontakt zu den Heilbronner Falken wird er nicht abreißen lassen: "Ich werde die Falken nicht aus den Augen verlieren und die Organisation bei der Suche nach einem neuen Trainer und Spielern so gut wie möglich unterstützen. Wir haben hier zusammen etwas richtig Gutes aufgebaut. Ich will keine verbrannte Erde hinterlassen. Deshalb sollen die Jungs einen Trainer bekommen, der sie genauso unterstützt, fördert und fordert wie ich, damit sie gerne in Heilbronn sind."
Mellitzer will sich stetig weiterentwickeln
Langweilig wird ihm bei seinem neuen Arbeitgeber sicherlich nicht: "Eishockey-Trainer ist kein Beruf, bei dem du um 16 Uhr Feierabend hast, da nimmst du viel mit nach Hause. Mit derselben Intensität betreibe ich auch die Nachwuchsarbeit, allerdings dürfte es dort wirklich ein bisschen entspannter als im Profibereich zugehen."
Dabei bleibt er seinem Leitsatz treu: "Ich liebe Eishockey und will mich stetig weiterentwickeln, von anderen Coaches lernen. Vielfach machen heute Kleinigkeiten den Unterschied über Sieg und Niederlage aus, der Zufall spielt eine immer unbedeutendere Rolle." Direkt nach dem Saisonende ist er mit der Familie zurück nach Österreich gefahren. Aber er wird nochmals nach Heilbronn zurückkehren: "Ich will mit meinen Kindern unbedingt noch in die Experimenta, das hatten wir in den zwei Jahren bisher nicht geschafft."
Mellitzer: "So ein Ende hat Derek nicht verdient"
Dass er durch die Saison-Absage nicht die Möglichkeit hatte zu zeigen, was in dem Team steckt, nagt an ihm. Doch noch mehr tut es ihm um seinen Kapitän und Vertrauten Derek Damon leid: "Er hat so schwer im Sommer geschuftet, stand dort unentwegt auf dem Eis, hatte einen Personal Trainer, nur um Meister zu werden – und dann endet seine Karriere so. Das hat er einfach nicht verdient. Er war immer der Erste im Training und der Letzte, der die Eisfläche verlassen hat. Mit ihm und seiner Familie verbindet mich eine Freundschaft fürs Leben."
Und er hat auch ein paar Worte an die Fans: "Danke, dass ihr immer zu uns gestanden seid. Ich bitte euch, auch in der kommenden Saison in Scharen ins Stadion zu kommen. Ich bin mir sicher, dass wir heuer den Umbruch geschafft haben und euch die Mannschaft viel Freude bereitet. Das ganze Umfeld hier ist hervorragend und Heilbronn wieder eine gute Eishockey-Adresse geworden. Mein Dank gilt auch all den Helfern, unserem Physio-Team um Thomas Motsch und Sibylle Nies sowie Mitch Bantel vom Fitness-Studio." Neben einem neuen Trainer haben die Heilbronner Falken mittlerweile auch einen neuen Manager gefunden.
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