Ein Sieg des Willens

Unglaubliches Comeback der Heilbronner Falken bei den Löwen Frankfurt

  • Marc Thorwartl
    VonMarc Thorwartl
    schließen

Auch das zweite Spiel bei einer hessischen Spitzenmannschaft innerhalb von zwei Tagen können die Heilbronner Falken für sich entscheiden.

Falken-Verteidiger Kevin Maginot ist in Frankfurt an alter Wirkungsstätte der überragende Spieler und erzielt den Siegtreffer in der Verlängerung.
  • Siegtreffer in der Verlängerung durch Kevin Maginot
  • Erstes Tor von Neuzugang Eero Savilahti
  • Löwen machen zwölf Sekunden vor Schluss den Ausgleich

In der DEL2 müssen die Heilbronner Falken heute Abend bei den Löwen Frankfurt antreten. Jahrelang war das eine eindeutige Angelegenheit für die Hessen, doch in dieser Saison ist alles anders. Die Unterländer stehen vor den Spielern der Mainmetropole in der Tabelle - und wollen den Vorsprung am liebsten noch ausbauen. Das gelingt. Sie gewinnen mit 4:3 nach Verlängerung.

Personell kann Falken-Trainer Alexander Mellitzer auf denselben Kader wie beim 5:2-Sieg in Kassel zwei Tage zuvor zurückgreifen. Die Devise des Coaches: "In der neutralen Zone kompakt stehen und die Räume engmachen." Um dann mit schnellem Umschaltspiel gefährliche Konter zu fahren.

Heilbronner Falken zu unkonzentriert

Im Spiel sind es die Hausherren, die die ersten Akzente setzen. Zweimal muss Falken-Keeper Matthias Nemec gegen Adam Mitchell klären, kurz danach kommt der Frankfurter-Topscorer und letztjährige Falke Roope Ranta allein auf ihn zugefahren, doch Nemec behält in allen Duellen die Oberhand. Dann gibt es eine Unterbrechung. Auf dem Eis hat es gerumst. Mit dabei: Michael Knaub. Der darf danach zum Duschen. Eine Entscheidung, die man vertreten kann, seltsam nur, dass die Referees erst gar keine Strafe angezeigt haben.

Michael Knaub (links) muss nach sechs Minuten zum Duschen.

Zwei Minuten geht es mit je vier Feldspielern weiter, danach sind die Heilbronner Falken drei Minuten in Unterzahl. Und dann passiert es. Die Falken vertändeln eine sichere Scheibe im Spielaufbau - die Löwen sagen danke, 1:0. Dann in Unterzahl die erste Großchance für die Unterländer. Jan Pavlu scheitert. Besser machen es die Hausherren, die im Gegenzug auf 2:0 erhöhen. Gerade, als die Falken ins Spiel finden, ziehen sie wieder eine Strafzeit. Ohne Folgen, dafür wird eine Strafzeit gegen die Hausherren angezeigt. Damon tankt sich durch - trifft aber nur den Pfosten. Das Powerplay der Falken im Anschluss? Zum Vergessen, Frankfurt hat bei Breaks mehrfach die Chance, zu erhöhen. Pause.

Heilbronner Falken jetzt deutlich besser

Eines ist klar, wenn die Heilbronner Falken diesem Spiel noch eine Wende geben wollen, dann müssen sie die leichtsinnigen Abspielfehler abstellen und von der Strafbank fernbleiben. Das klappt nur bedingt. Immerhin, in der 27. Minute kommt der Puck zu Tim Miller, der auf 2:1 verkürzt. Die Gäste jetzt mit deutlich mehr Aufwind, die Löwen bleiben aber bei ihren Angriffen stets gefährlich. In der 29. Minute dann eine unschöne Szene. Mike Mieszkowski, der im ersten Drittel bereits 16 Minuten aufgebrummt bekam, foult Damon abseits des Spielgeschehens auf hinterhältige Weise. Und bekommt dafür nur zwei Minuten.

Das Powerplay ist dieses Mal besser, zielstrebiger, doch noch hält das Frankfurter Abwehrbollwerk. Gleich im Anschluss Überzahl für die Gastgeber. Das Heilbronner Unterzahlspiel ist perfekt, Bryce Gervais hat sogar die Chance, bei einem Break auszugleichen, aber der Puck will einfach nicht ins Tor. Auf der Gegenseite ist es immer wieder Nemec, der die Fehler seiner Vorderleute ausbügelt. Sekunden vor dem Ende hat Miller DIE Chance zum Ausgleich, doch er schiebt die Scheibe knapp neben den Pfosten. Dabei wird er vom Gegenspieler gehakt - doch der Arm des Schiedsrichters bleibt unten.

Heilbronner Falken machen es in der Overtime

Die Marschroute des letzten Drittels ist klar: Die Falken müssen den Ausgleich erzielen, dürfen allerdings nicht aufmachen. Das machen sie richtig gut - und werden dafür belohnt. In der 46. Minute kann Jimmy Hertel einen Schuss von Kevin Maginot nicht festhalten, die Scheibe verwertet Neuzugang Eero Savilahti mit seinem ersten DEL2-Treffer aus der Luft zum 2:2. Jetzt entwickelt sich ein offener Schlagabtausch. Die beste Chance aufseiten der Heilbronner Falken hat Davis Koch, der sich durchtankt, im Fallen noch abzieht und den Puck nur um wenige Zentimeter am langen Pfosten vorbeischiebt.

Davis Koch gelingt die erstmalige Falken-Führung, doch leider hält sie nicht bis zum Schluss.

Sechs Minuten vor Ende der Partie macht er es dann besser. Wieder ist es Maginot, der voll abzieht, erneut muss Hertel die Scheibe prallen lassen, und Koch steht goldrichtig für den Rebound. 2:3, die erstmalige Führung für die Heilbronner Falken. Danach haben Gervais, Savilahti und auch Brock Maschmeyer die Chance, die Entscheidung herbeizuführen, aber sie scheitern. Noch zwei Minuten, Hertel verlässt sein Tor, Gervais trifft nur den Pfosten. Und dann gelingt den Löwen zwölf Sekunden vor Schluss wirklich noch der Ausgleich. 3:3. Verlängerung. Zwei Minuten vor Ende der Verlängerung ist es Kevin Maginot, der an alter Wirkungsstätte den Sieg und Extrapunkt für die Falken sichert.

Rubriklistenbild: © Thorwartl

Mehr zum Thema