Unerklärliche Aussetzer

Falken-Niederlage, so unnötig wie ein Kropf

  • Marc Thorwartl
    VonMarc Thorwartl
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Nach 30 Minuten geben die Hausherren ein sicheres Spiel noch aus der Hand.

Für einen Falken gibt es bereits vor Spielbeginn in der DEL2 zwischen den Heilbronner Falken und dem Deggendorfer SC etwas zu jubeln. Richi Gelke bestreitet an diesem Abend sein 250. Pflichtspiel für die Hausherren und wird auf dem Eis dafür geehrt und von den Fans entsprechend gefeiert. Nach Spielende feiern die Gäste. Sie gewinnen mit 7:5.

Die Bilder der Partie Heilbronner Falken gegen Deggendorfer SC

Die Voraussetzungen für die Gastgeber, ihre seit drei Spielen andauernde Erfolgsserie fortzusetzen, stehen gut. Das Lazarett hat sich gelichtet. Samuel Soramies und Marcus Götz können wieder mitwirken. Damit müsste doch eigentlich der Aufsteiger zu schlagen sein.

Heilbronner Falken im Vorwärtsgang

Die Hausherren zeigen schnell, dass sie für klare Verhältnisse sorgen wollen. Vom Eröffnungsbully weg geht es in Richtung Gästetor. Allerdings ziehen sie auch ziemlich schnell eine Strafzeit. Das heißt Unterzahl. Zuletzt nicht gerade die Stärke der Unterländer. Doch dieses Mal machen sie es geschickt. Brad Ross zieht davon, wird gefoult, Strafe gegen die Gäste.

Erstes Powerplay der Hausherren. Und wie. Eine schnelle Kombination über Brock Maschmeyer und Kevin Lavallée, dann hat Derek Damon freie Schussbahn. 1:0! Aber auch die Gäste können Powerplay. Ein verdeckter Schuss von Christoph Gawlik - es steht 1:1. Die Falken sind aber nicht geschockt. Nächstes Powerplay - nächstes Tor. Erneut schaltet Damon am schnellsten. Kurz vor Drittelende dann gar das 3:1. Markus Eberhardt zieht ab und vom Rücken von Lavallée springt die Scheibe ins Tor. Wenn man unbedingt etwas bei den Heilbronnern bemängeln will, dann die Chancenverwertung. Es hätte auch eine höhere Führung zur Pause sein können.

Kollektive Abwehr-Blackout der Heilbronner Falken

Auch im zweiten Durchgang setzt sich anfangs die Dominanz der Falken fort. Allerdings auch ihr fahrlässiger Umgang mit den Chancen. Das rächt sich. Die Gäste fackeln nicht lange - ein Schuss, Tor. Bekommen die Niederbayern jetzt die zweite Luft? Nein, denn fast im direkten Gegenzug stellt Damon mit seinem dritten Treffer den alten Abstand wieder her.

Was dann passiert, ist mit Worten nicht zu erklären. Anstatt das fünfte Tor nachzulegen, stellen die Falken das Spielen ein. Keinerlei Abwehrverhalten mehr, viele Fehlpässe und immer einen Schritt zu langsam. Das nutzen die Gäste gnadenlos aus und erzielen innerhalb von sieben Minuten drei Treffer. Danach ist für Falken-Goalie Mirko Pantkowski der Abend beendet, Leon Frensel geht ins Tor.

Kevin Lavallée macht den Ausgleich

Im letzten Abschnitt entwickelt sich zu Beginn ein Spiel auf Augenhöhe. Die Falken suchen nach ihrem Rhythmus. Den finden sie, als sie Überzahl bekommen. Mit fünf Stürmern wird das SC-Gehäuse unter Beschuss genommen, doch die Scheibe geht nicht über die Linie. Das passiert dann kurze Zeit später, als Lavallée einfach mal abzieht - und ins lange Eck trifft.

Das muss doch jetzt Kräfte freisetzen. Stimmt! Doch die Gäste verteidigen aufopferungsvoll - und nach vorne sind sie weiterhin mit ihren schnellen Kontern brandgefährlich. In der 52. Minute ist es Christoph Gawlik, der sein Team erneut in Führung bringt. Danach die Heilbronner zwar überwiegend im Vorwärtsgang, doch sie finden einfach keine Lücke. Die Zeit verrinnt. Als sie den Goalie zugunsten eines weiteren Feldspielers vom Eis nehmen, treffen die Gäste zum 7:5-Endstand.

Aufstellung

Falken

T: Pantkowski; Frensel

V: Maschmeyer, Pavlu; Götz, Kurz; Mapes, Eberhardt;

S: Ranta, Damon, Gibson; Ross, Lavallée, Kirsch; Preto, Helms, Bernhardt; Gelke, Soramies, Bettahar;

Deggendorf

T: Hare; Brenner

V: Kasten, Gläßl; Roach, Müller; Wiederer, A. Gawlik; Stern

S: Brittain, Kiefersauer, Filin; Röthke, Leinweber, Gibbons; Schembri, C. Gawlik, Litesov; Seidl, Deuschl, Wolfgramm

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