Wieder nix in Bietigheim

Können die Eisbären 2017 überhaupt noch gewinnen?

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Spielertrainer Manuel Pfenning (links) steht bei Coach Sascha Bernhardt in der Pflicht.
  • Olaf Kubasik
    VonOlaf Kubasik
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Es ist eine richtungsweisende Regionalliga-Partie, doch die Eisbären Heilbronn sind weiterhin von der Rolle...

Vier Niederlagen in Folge - und jetzt auch noch DAS: Stammtorhüter Kevin Yeingst hat den Eishockey-Regionalligisten Eisbären Heilbronn verlassen - in Richtung Bayern. Für Stürmer Sven Breiter alles kein Grund, den Kopf in den Sand zu stecken. Im Gegenteil - seine Knallhart-Forderung vor der richtungsweisenden Begegnung des kriselnden Serienmeisters in Bietigheim: "Wir Führungsspieler müssen jetzt endlich wieder damit anfangen, Partien zu leiten!" Die markigen Worte schlagen fehl: Am Ende gewinnen die kleinen Steelers deutlich mit 6:2.

In Bietigheim muss Trainer Sascha Bernhardt auf die Langzeitverletzten John Kraiss, Milan Liebsch und Stefan Schrimpf sowie auf den gesperrten Igor Filobok verzichten. Dafür hat er die HEC-Juniorenspieler Vasilios Maras und Philip Spechtenhauser mitgenommen - "um dem Kader mehr Tiefe zu verleihen". Ins Tor stellt er fortan Tobias Amon: "Er war schon vorher informiert, absolut fleißig im Training und ist jetzt unsere unangefochtene Nummer eins."

Was trauen Sie den Eisbären in dieser Saison zu?

Los geht's - jedoch mit bangen Fragen: Was ist, wenn die Eisbären das 1:0, das 2:0 erzielen? Geben sie dann wieder im zweiten Drittel das Spiel aus der Hand? Besser wäre es doch, gleich mit 3:0 anzufangen! Die Bietigheimer sind allerdings bissig und giftig wie eine Mischung aus Mike Tyson und Désirée Nick. Logische Folge: Strafen. Doch die Eisbären machen nix aus der Überzahl. Den einzigen Treffer in Abschnitt eins erzielt letztlich der Bietigheimer Marcel Neumann (16.). Ist das jetzt schlecht? Oder ist das gut? Erstmal gibt's die Pause...

Aber Pausen vergehen, wie Arbeitnehmer jeden Mittag feststellen müssen. Und kaum fertig pausiert, folgen schon das 2:0 und 3:0 für Bietigheim: Tim Heffner (22.) und Andrey Kaufmann (24.) reißen den Eisbären weitere Fangzähne aus. Bis Benjamin Brozicek genug hat - und die Scheibe in die Maschen haut: 1:3 (28.). Ex-Käpt'n Felix Kollmar setzt nach: 2:3 (31.)! Die Führungsspieler übernehmen Führung, sind aber laut Spielstand eigentlich bloß Anschlusstrefferspieler. Jetzt sind allerdings Ausgleichsspieler gefordert! Doch unverhofft wird man zum Hirsch. DENN: Gleichnamiger Haiko ist zur Stelle - 4:2 (37.). In der Arktis schmelzen derweil prompt Polkappen und schränken den Eisbären-Lebensraum in den Playoffs weiter dramatisch ein.

Das letzte Drittel beginnen wir oberlehrerhaft mit einer Französisch-Lektion. Anlass: Das Bietigheim-Gehäuse hütet Viktor Laveuve. "La veuve" heißt "die Witwe". Verdammt, soll die ohne Pucks in den Maschen schon sooo jung vereinsamen?!? Anscheinend: 5:2 durch Marcel Neumann (51.), 6:2 durch Andreas Hilse (60.). Aus, Sieg Bietigheim! Und die regionale Gothic-Szene muss sich nunmehr warm anziehen: Alle Friedhöfe werden fortan nächtens besetzt. Mit Eisbären-Fans, die Lacrimosas "Schakal" jaulen...

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