Ravensburg entpuppt sich als Titel-Favorit
Bittere Pille: Eisbären vergeigen's durch ihr Überzahlspiel
VonOlaf Kubasikschließen
Sie drücken, sind stellenweise überlegen - doch die Eisbären Heilbronn nutzen gegen den EV Ravensburg ihr Powerplay nicht aus.
Die 0:5-Wertung der Partie gegen den EHC Zweibrücken am Grünen Tisch hat die Eisbären Heilbronn wütend gemacht. Und diese Wut soll am Freitagabend der EV Ravensburg in der Eishockey-Regionalliga Südwest zu spüren bekommen. In einer kochenden Kolbenschmidt-Arena! Eisbären-Trainer Heiko Vogler erklärt: "Wir haben in dieser Saison schon so viele Ohrfeigen erhalten, da macht eine weitere den Braten auch nicht fett." Dennoch: "Mit unseren tollen Fans im Rücken werden wir alle dafür tun, einen Sieg einzufahren." Das geht jedoch in die Hose: 3:8-Niederlage.
Trotz zahlreicher Ausfälle (Arno Metz, Felix Kollmar, Daniel Brendle, Vasilios Maras) ist dem Coach nicht bange. Denn er kann auf einige DNL-Spieler zurückgreifen, schickt drei Reihen aufs Eis. Und dann feiert auch noch "Bomber" Benjamin Brozicek seine Rückkehr im Bärli-Trikot. Vogler verspricht: "Wir werden definitiv an die Leistung gegen Bietigheim anknüpfen." Los geht's!
Eisbären Heilbronn nutzen ihr Überzahlspiel nicht
Mit Eisbären, die vor der vollsten Hütte der Saison loslegen, als würden sie ums Überleben kämpfen. Doch obwohl die Zwei-Minuten-Strafen des ersten Drittels (3) allesamt auf den EV Ravensburg gehen, hakt das Heilbronner Überzahlspiel. Mit Folgen, die so unangenehm sind wie ein entfleuchter Pups im vollbesetzten Aufzug: Pffft - Simon Heckenberger (10.) und Philipp Heckenberger (20.) sorgen für den überraschenden 0:2-Drittelrückstand der Hausherren.
Daniel Steinke sendet Lebenszeichen für die Eisbären Heilbronn
Im zweiten Drittel geht der bitterböse Lauf weiter: Johann Katjuschenko schneidet wie ein heißes Messer durch die Butter, die sich Eisbären-Abwehr nennt: 0:3 (27.). Als Heilbronn die ersten zwei Minuten in Person von Stefano Rupp kassiert, klingelt's erneut im Kasten: 0:4 durch André Martini (28.). Immerhin: Daniel Steinke gibt sich nicht geschlagen, zementiert den Anschlusstreffer (33.). Der quirlige Sven Breiter legt nach Und zwar derart, als wollte er es kurz vor Weihnachten noch als Küchengerät auf Wunschzettel schaffen (37.). Pause. Durchatmen...
Eisbären Heilbronn: Toller Kampf, aber der EV Ravensburg ist abgebrühter
Heiko Vogler würde jetzt am Liebsten selbst aufs Eis gehen, den Puck mit den Zähnen fangen und ihn dann höchstpersönlich ins Ravensburger Gehäuse spucken. Doch er hält sich zurück. Mit schwerwiegenden Folgen: wupp, Martini (47.): 2:5. Doch Steinke, dieser Hüne gibt nicht auf: 3:5 aus Bären-Sicht (51.). Es nützt aber nichts: Der alles überragende Martini (56.), Steffen Kirsch (59.) und Ludwig Valenti (60.) besiegeln den 8:3-Endstand für den EV Ravensburg. Eine bittere Pille, die die Eisbären im Kampf um die Playoff-Plätze allerdings selbst zu schlucken haben.




