Serienmeister vergeigt Finale

Ende Gelände: Eisbären vergurken Penalty-Schießen!

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Konzentrierter als jeder Fruchtsaft: Marc Oppenländer.
  • Olaf Kubasik
    VonOlaf Kubasik
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Zweibrücken ist diesmal zu groß für die Eisbären Heilbronn.

Sie stehen mit dem Rücken zur Wand. Und sie müssen gewinnen. UUUNBEDINGT! Aber die Eisbären Heilbronn kennen das ja schon aus dem Playoff-Halbfinale der Eishockey-Regionalliga gegen Hügelsheim. Da lagen sie ebenfalls 0:1 zurück - und drehten das Ding noch. Jetzt steht's eben 0:1 in der Endspiel-Serie gegen Zweibrücken. Wurscht! Sturm-Schlachtross Marc Oppenländer erklärt: "Wir werden unsere Fehler abstellen und bereit sein, bis zum Letzten zu kämpfen!" Und dann? "Dann bin ich zuversichtlich, dass wir die Serie ausgleichen und das Finale zurück nach Heilbronn holen." Fruchtet nicht: 5:4 für Zweibrücken!

Eisbären-Trainer Sascha Bernhardt reist am Freitag mit 18 gerüsteten Recken nach Zweibrücken - "und gut aufgestellten Reihen". Was ihm dabei besonders wichtig ist: "Wir waren schon im Hinspiel motiviert - aber nur in den Köpfen. Jetzt stimmt auch die Einstellung in den Herzen!" Bernhardt, ganz DIE coole Playoff-Socke, legt noch einen drauf: "An der Ausgangssituation hat sich seit einer Woche nix geändert, denn wir müssen immer noch zwei Partien gewinnen." Zeigt: Der Serienmeister ist weiterhin titelhungrig. 

Ist die große Zeit der Eisbären mit dem Playoff-Aus vorbei?

Mit einem gierigen Roooaaar zum Anpfiff. Und die Eisbären drücken sofort - stärker als Zeitschriftenabo-Verkäufer und Zeugen Jehovas jemals an Haustüren. Mehr noch: Sie übernehmen komplett das Ruder. In Bad Rappenau-Babstadt fließt darob eine Freudenträne bei Olympiasiegerin Carina Bär. Gentleman Sven Breiter trocknet die sofort - mit einem gaaanz deftigen Wegwischer: 1:0 (7.) für die Zerreißbären. Hinten hält Goalie Markus Nachtmann mehr als jede Windel - sogar im Liegen! Pause.

Die Eisbären in der Folge wie Mickey Rourke nach seinen Schönheitsoperationen: NICHT wiederzuerkennen! Manuel Pfenning fegt derart stürmisch über Zweibrücken hinweg, dass die Hornets kurzfristig durch den Wind sind: 2:0 (29.). Doch promptes Aufbäumen: Maximilian Dörr (32.). Nur noch 2:1. Dann steigt dieser Playoff-Terminator ein: Claudio Schreyer (36.). Tom Tracy verkürzt allerdings (38.), einer fragwürdigen Schiri-Entscheidung zum Trotz. Nur noch 3:2 für die Ach-so-gerne-mal-wieder-Bescheißbären. Nun wird's eine Partie, so eng wie die Parklücke zwischen zwei von Unternehmergattinnen gefahrenen SUVs im Vier-Meter-Breite-Parkplatzhaus... VERDAMMT eng!

Das letzte Drittel beginnt mit Tracy: 3:3 (49.). Aber dann bekommt Breiter von Schreyer sooo einen Puck serviert, dass selbst Biene Maja staunt über ihren tumben Freund. Hammergeil (55.): 4:dreil (nur des Reimes willen)! Ryan McDonald mag keine Poesie (60.): 4:4. Verlängerung, die so endet wie der Reinfall des Mannes auf dubiose Anzeigen. Pen... alty-Schießen. Vorbei: Zweibrücken ist Meister!

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