„Keine Änderungen beschlossen“
Formel 1 erzielt keine Einigung bei Plänen für umstrittene Regeländerung
VonSönke Brederlowschließen
Die Formel 1 will den Sport künftig spannender machen. Ein Vorhaben zur Regeländerung wurde allerdings auf einen späteren Zeitpunkt verlegt.
London – Ist die Formel 1 zu langweilig geworden? Sowohl Fans als auch Fahrer kritisierten zuletzt, dass die Rennen oft schon in der ersten Kurve entschieden werden. Danach fahren die Autos meist nur noch hintereinander her. Dass die Reifen lange halten und nur ein Boxenstopp nötig ist, trägt nicht zur Spannung bei. Deshalb wurde diskutiert, künftig zwei Pflichtboxenstopps einzuführen.
Die Formel-1-Kommission des Automobil-Weltverbandes FIA hat bei einer Sitzung am Freitag allerdings keine Einigung erzielt: „Ein Vorschlag zur Prüfung verpflichtender zwei Boxenstopps für Grands Prix wurde ebenso diskutiert wie Anpassungen an Reifenspezifikationen, Reifenlebensdauer und die Verwendung aller drei Mischungen im Rennen“, heißt es im offiziellen Statement.
Zwei Pflichtboxenstopps in der Formel 1: Änderung verschoben, aber nicht vom Tisch
Und weiter: „Die Diskussion stützte sich auf Rückmeldungen aus Analysen und Simulationen der Teams und von Pirelli. Es wurden keine Änderungen beschlossen. Eine Fortsetzung der Gespräche während der Saison 2026 wurde jedoch vereinbart.“ Heißt im Klartext: Die Einführung eines zweiten Pflichtboxenstopps ist vorerst verschoben, für die Zukunft aber noch keinesfalls vom Tisch.
Zwar könne ein zweiter Boxenstopp für mehr Spannung sorgen, allerdings auch das genaue Gegenteil bewirken. „Meine größte Sorge wäre, dass wir am Ende alle innerhalb einer Runde die gleiche Strategie fahren. Man wird durch die Pflicht dazu gedrängt“, sagt etwa Williams-Teamchef James Vowles, wie Formel1.de berichtet.
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Auch McLaren bleibt kritisch: „Wir haben viele Rennen gesehen, in denen ein Fahrer auf einer Einstoppstrategie unterwegs ist und ein anderer auf zwei Stopps“, erinnert Teamchef Andrea Stella. „Der Fahrer mit einem Stopp wird dann vom anderen gejagt. Das würde verschwinden. Wir müssen sehr sorgfältig darüber nachdenken und das tun wir auch.“
Sicher ist: Die Formel 1 muss sich etwas überlegen, um die Rennen wieder spannender zu machen. Weil im nächsten Jahr allerdings ein neues Regelwerk greift, das zahlreiche Änderungen bei Aerodynamik, Antrieb und Chassis bringt, könnten sich die Kräfteverhältnisse in der Königsklasse ohnehin auf den Kopf stellen – auch ohne zweiten Pflichtboxenstopp. (SoBre)
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