Erfolg bei Italien-Heimspiel

„Großartig“: Sorgt der Imola-GP für Ruhe zwischen Hamilton und Ferrari?

  • Sönke Brederlow
    VonSönke Brederlow
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Lewis Hamilton und sein Ferrari-Team durchlebten eine Phase der Anspannung. Das erfolgreiche Formel-1-Rennen in Italien deutet auf eine Versöhnung hin.

Imola – Aufatmen bei Ferrari! Nach dem schlechten Start in das Wochenende und dem missglückten Qualifying, in dem sowohl Charles Leclerc als auch Lewis Hamilton am Einzug in die Top-10 scheitern, melden sich die Roten beim Großen Preis der Emilia-Romagna eindrucksvoll zurück. Lewis Hamilton rast auf Platz vier und verpasst das Podium beim Heimrennen in Italien um gerade einmal 1,4 Sekunden!

Erleichterung, Jubel – und überraschend viel Lob vom siebenfachen Weltmeister, der zuletzt nicht gerade zimperlich mit seiner neuen Ferrari-Mannschaft umging. Könnte ausgerechnet das Heimspiel den Wendepunkt markieren? „Ich hätte definitiv nicht erwartet, heute Vierter zu werden“, gesteht Hamilton im Interview mit Sky. „Ich wusste nicht, wo wir landen würden, weil wir so weit hinten gestartet sind.“

Ferrari-Star Lewis Hamilton lässt sich beim Großen Preis der Emilia-Romagna 2025 von den Tifosi feiern

„Wirklich großartig angefühlt“: Hamilton lobt Ferrari

Aber: „Das Auto hat sich wirklich großartig angefühlt“, lobt Hamilton, der anders als die McLaren-Piloten von einer nahezu perfekten Strategie profitierte. Im Gegensatz zu den meisten anderen Piloten im Feld startete der Ferrari-Pilot mit den härteren Reifen, wechselte im Verlauf des Rennens auf die weichere Mischung – und konnte damit in der Schlussphase nach vorne fahren.

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Der Brite hatte in den letzten Runden sogar das Podium im Blick, allerdings lief ihm schlussendlich die Zeit davon. Es hätte „wahrscheinlich noch fünf Runden gebraucht“, um Oscar Piastri (McLaren) einzuholen und vom Podium zu verdrängen, glaubt Hamilton. Dennoch überwiegt die Zufriedenheit. „Das Team hat einen fantastischen Job mit der Strategie gemacht“, lobt der Ferrari-Pilot. „Sie waren fehlerfrei.“

Töne, wie man sie von Hamilton im Ferrari-Dress bislang kaum hörte, noch in Miami hatte er sich offen mit seinem Renningenieur Riccardo Adami angelegt. Jetzt hingegen der Schulterschluss: „Riccardo und ich haben einen fantastischen Job gemacht, was seine Kommunikation mit mir betrifft“, erklärt Hamilton. „Ich war ruhig, also war er ruhig und das Team war ruhig bei der Umsetzung der Strategie – und die Boxenstopps waren super. Insgesamt: Mega.“

Neuer Zuschauerrekord beim Imola-GP 2025

Auch abseits der Strecke sorgte der Emilia-Romagna-GP für Gänsehautmomente beim Formel-1-Star, nicht zuletzt durch die leidenschaftlichen Tifosi. „Es war unglaublich. Also grazie a tutti – danke an alle, die gekommen sind“, so Hamilton, der mittlerweile zum Fanliebling avanciert ist. „Und es war wirklich etwas ganz Besonderes für mich, dieses Meer aus Rot zu sehen.“

Ferrari-Star Lewis Hamilton wird beim Großen Preis der Emilia-Romagna 2025 Vierter

Vor dem Wochenende wusste der Brite nicht, was ihn erwarten würde, doch der Anblick der Tribünen überwältigte ihn: „Es sah nach einer der höchsten Zuschauerzahlen aus, die wir je hier hatten.“ Mit 242.000 Besuchern über das Wochenende hinweg stellte das Event in Imola tatsächlich einen neuen Rekord auf.

„Wie früher, als ich Michael [Schumacher] hier fahren gesehen habe“, schwärmt der Ferrari-Star in Erinnerung an vergangene Zeiten. „Es war wirklich großartig zu sehen und zu erleben. Ich werde dieses Erlebnis in Ehren halten.“ Und das sollte Hamilton auch, denn möglicherweise war es vorerst das letzte Formel-1-Rennen in Imola. Für 2026 ist der Große Preis der Emilia-Romagna alles andere als sicher. (SoBre)

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