„Das ist meine Meinung“
Formel-1-Weltmeister lästert - und schießt gegen die Konkurrenz
VonSönke Brederlowschließen
Die Formel 1 diskutiert über das WM-Duell zwischen Lando Norris und Oscar Piastri: Jetzt mischt sich der Weltmeister ein - und teilt gegen die Konkurrenz aus.
Austin – Die Diskussionen um die sogenannten „Papaya-Regeln“ bei McLaren reißen auch vor dem Großen Preis der USA (alle Sendezeiten) nicht ab. Nach der teaminternen Kollision in Singapur steht Lando Norris im Zentrum der Kritik: Für sein Manöver gegen Teamkollege Oscar Piastri wurde der Brite zur Verantwortung gezogen und muss die Konsequenzen dafür tragen.
Nun meldet sich auch Weltmeister Max Verstappen zu Wort – und spart dabei nicht mit deutlicher Kritik an der Konkurrenz. „Wenn du die Tür auch nur leicht offenlässt, so wie Oscar es in Singapur getan hat, kann so etwas passieren“, schmunzelt der Red-Bull-Pilot und sieht McLaren mit den umstrittenen „Papaya-Regeln“ auf einem fragwürdigen Kurs.
Weltmeister sieht McLaren mit den „Papaya-Regeln“ auf dem falschen Weg
Verstappen macht keinen Hehl daraus, dass er McLaren selbst für die verfahrene Situation verantwortlich hält. „Sie haben sich das auch ein Stück weit selbst eingebrockt, weil sie so sehr versuchen, alles mit bestimmten Maßnahmen völlig gleichzuhalten“, erklärt der amtierende Weltmeister und spielt damit auf die Teamorder beim Großen Preis von Italien in Monza an.
Damals musste Piastri seinen Teamkollegen vorbeilassen, nachdem Norris durch einen nicht optimalen Boxenstopp Zeit verloren hatte. Der Australier war dank eines Undercuts kurzfristig in Führung gegangen, doch McLaren stellte die Reihenfolge mit einer klaren Ansage wieder her. Verstappen jedoch hält von solch einer Vorgehensweise bis heute wenig.
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Auf die Frage, ob er selbst einer solchen Anweisung gefolgt wäre, reagiert der Niederländer mit einem weiteren Seitenhieb: „Nein, aber dann wären wir wahrscheinlich ohnehin nicht so dicht beieinander in der Punktewertung“, schmunzelt der 28-Jährige und fügt hinzu, dass er sich von seinem Teamkollegen „deutlich weiter abgesetzt“ hätte. „Dann wäre das Thema automatisch erledigt.“
„Man muss einfach dafür sorgen, gar nicht erst in so eine Situation zu kommen“, meint Verstappen. Heißt: Hätte einer der beiden McLaren-Piloten im bisherigen Saisonverlauf weniger Fehler gemacht, wäre der Vorsprung bereits komfortabler – und die teaminterne Spannung wohl deutlich geringer.
Max Verstappen erinnert: „Ein Titelkampf ist nie zu 100 Prozent fair“
Stattdessen gibt es ein enges, hart umkämpftes Duell zwischen zwei ehrgeizigen Fahrern, das immer wieder für neue Reibungspunkte sorgt. Aber: „Ein Titelkampf ist nie zu 100 Prozent fair“, betont der Weltmeister. „Manchmal hast du einen schlechten Boxenstopp, manchmal geht der Motor kaputt. Das kannst du nicht wirklich ausgleichen, finde ich.“
„McLaren sieht das offenbar anders, aber das ist meine Meinung. Es ist sehr schwierig – und genau das führt manchmal zu Frust.“ Die Szene in Singapur war schließlich nicht der erste Zwischenfall dieser Art. Schon beim Großen Preis von Kanada kollidierten Norris und Piastri miteinander. Eine Fortsetzung scheint jedenfalls nicht ausgeschlossen. (SoBre)
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