Zusammen bei Benetton gefahren
Michael Schumachers Ex-Teamkollege erklärt Schweigen zum Gesundheitszustand
VonSimon Monesschließen
Weltweit sehnen Formel-1-Fans ein Update herbei, wie es Michael Schumacher geht. Ein Ex-Teamkollege dämpft ihre Erwartungen auf baldige Informationen.
Gland/London – Auch zehn Jahre nach seinem schweren Ski-Unfall gibt es keine offiziellen Neuigkeiten zum Gesundheitszustand von Michael Schumacher. Nur ein kleiner Kreis hat überhaupt Zugang zu dem Rekordweltmeister. Die Familie des siebenmaligen Formel-1-Weltmeisters hält weiterhin jegliche Informationen über seine Verfassung unter Verschluss.
„Ich glaube, Neuigkeiten wird es erst dann geben, wenn es wirklich etwas zu berichten gibt“, erklärt Johnny Herbert, ehemaliger Teamkollege Schumachers bei Benetton im Gespräch mit dem EscapistMagazine. Obwohl beide Piloten ein gutes Verhältnis pflegen, hat der Brite aktuell „keinen Kontakt“ zur Familie Schumacher. Anders als der damalige Benetton-Teamchef Flavio Briatore, der sich aber bewusst gegen einen Besuch der deutschen Formel-1-Legende entschieden hat.
Alle deutschen Formel-1-Fahrer, die auf dem Podium standen




Herbert zeigt Verständnis für die Familie Schumacher
Diese strikte Informationspolitik ist für viele Fans der Formel 1 frustrierend, doch für diejenigen, die Schumacher näher kannten, nicht überraschend. „Es hat immer eine gewisse Zurückhaltung gegeben, schon seit Michael Schumacher in die Formel 1 kam“, erklärt Herbert.
„Angesichts der aktuellen Situation kann ich das gut nachvollziehen. Die Familie versucht einfach, ihn zu schützen“, meint der Brite. Eine Entscheidung, die der ehemalige Teamkollege nur zu gut nachvollziehen kann: „Je mehr Menschen sie Zugang gewähren, desto mehr Gerüchte könnten entstehen – und genau das wollen sie vermeiden.“
Michael Schumacher war schon immer auf den Schutz seiner Familie bedacht
Die Wahrung der Privatsphäre war schon zur aktiven Zeit ein Markenzeichen von Schumacher. Dieser brachte zwar seine Familie zu den Rennen mit, hielt sie aber stets im Hintergrund. „Er war stets sehr darauf bedacht, seine Familie zu schützen“, erinnert sich Herbert.
Diese Strategie diente dem Schutz seiner Angehörigen vor übermäßiger medialer Aufmerksamkeit. Herbert erinnert sich an seine Zeit als Teamkollege von Schumacher: „Auch als aktiver Fahrer hat er seine Gefühle nie nach außen getragen – Emotionen zeigte er so gut wie nie. Das war Teil dessen, was er und die Familie Schumacher aufgebaut haben, und dieses Prinzip wird bis heute fortgeführt.“ (smo)
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