Medaille bleibt großes Ziel

„Nicht schön in Erinnerung“: Biathlon-Star Preuß teilt bittere Olympia-Erfahrungen

  • VonLuca Hartmann
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Franziska Preuß will bei Olympia unbedingt eine Medaille gewinnen. Ihre bisherigen Teilnahmen an Winterspielen verliefen für die Top-Biathletin enttäuschend.

München – Die Winterspiele gelten als Höhepunkt jeder Sportlerkarriere – doch nicht alle Athleten verbinden nur positive Erinnerungen mit dem olympischen Feuer. Während manche Sportler von magischen Momenten und unvergesslichen Erlebnissen schwärmen, haben andere enttäuschende Geschichten zu erzählen. Darunter auch Deutschlands Biathlon-Star Franziska Preuß.

Kann Franziska Preuß bei Olympia 2026 eine Einzel-Medaille im Biathlon gewinnen?

Kurz vor dem Start der Olympischen Spiele in Italien hat Preuß nun in einem offenen Interview über ihre bisherigen Olympia-Teilnahmen gesprochen – und dabei deutliche Worte über negative Erfahrungen gefunden. Die 31-Jährige aus dem Bayerischen Wald blickt nicht gerade mit Nostalgie auf ihre bisherigen Winterspiele zurück.

Biathlon-Queen Franziska Preuß spricht über negative Olympia-Momente – Einzel-Medaille bleibt großes Ziel

„Ich will Olympia einmal schön erleben und mit einem positiven Gefühl wieder heim nach Ruhpolding fahren“, sagte die 31-Jährige im Gespräch mit der Süddeutschen Zeitung vor dem anstehenden Heim-Weltcup in Bezug auf Olympia. An bislang drei Winterspielen nahm die Gesamtweltcup-Siegerin von letzter Saison teil. 2014, 2018 und 2022 blieb eine Einzelmedaille jedoch aus, lediglich 2022 konnte sie Bronze mit der Damen-Staffel gewinnen.

Doch die negativen Olympia-Gefühle kommen nicht nur von den Ergebnissen, wie Preuß verrät: „Ich war schon bei drei Olympischen Spielen und hatte immer entweder Probleme im Vorfeld oder währenddessen und habe es einfach nicht schön in Erinnerung.“ Gemeint sind körperliche Probleme und Krankheiten, die die Bayerin in ihrer Karriere immer wieder zurückwarfen.

Schießen, Laufen, Siegen – das Leben von Biathlon-Queen Franziska Preuß in Bildern

Franziska Preuß kommt mit 15 Jahren als Quereinsteigerin zum Biathlon, nachdem sie zunächst Leichtathletik betrieb. Seit ihrem 16. Lebensjahr trainiert sie in Ruhpolding, Anfang 2012 kann sie ihre ersten Karriere-Meilensteine feiern.
Bei den Olympischen Jugendspielen in Österreich holt sie 2012 Gold im Sprint und zweimal im Mixed, darüber hinaus gewinnt sie Silber in der Verfolgung. Die Erfolge machen sie zur erfolgreichsten Sportlerin der Wettkämpfe und erregen erstmals überregional Aufmerksamkeit.
Ein Jahr später gibt es bei der Junioren-Weltmeisterschaft die nächsten Medaillen: Gold in der Staffel, dazu Bronze in Verfolgung und Sprint. Hier feiert Preuß ihren dritten Platz in der Verfolgung. Zweite wird Staffel-Kollegin Laura Dahlmeier, Gold geht an Olga Podchufarova aus Russland.
2013 gelingt Preuß der Durchbruch im Erwachsenenbereich. Erst das Staffel-Gold bei den Europameisterschaften in Bansko (mit Vanessa Hinz, Nicole Wötzel und Karolin Horchler), dann ein dominanter Auftritt bei den Deutschen Meisterschaften in Arber und Ruhpolding.
Schießen, Laufen, Siegen – das Leben von Biathlon-Queen Franziska Preuß in Bildern

Auch in diesem Winter verpasste Preuß mehrere Rennen wegen einer Corona-Erkrankung – trotz strenger Isolation. „Ich bin da einfach anfällig und muss noch besser aufpassen. Es nervt mich mittlerweile wirklich, dass ich mich im Winter nie mit der Familie treffen oder etwas mit Freunden machen kann“, gestand Preuß.

Bei den anstehenden Winterspielen in Italien soll die Gesundheit diesmal mitspielen. Dafür habe sie „den ganzen Sommer wieder sehr viele Stunden investiert und dafür trainiert“. Olympia sei der Grund gewesen, „weiterzumachen“. Ob es dann letztlich auch mit der ersehnten Einzelmedaille klappt, wird sich zeigen. „Man kann eine Medaille nicht planen, aber ich gebe alles, was man dafür machen kann.“ (LuHa)

Rubriklistenbild: © IMAGO / Sportfoto Rudel

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