GP von Mexiko

„Hätte sie töten können“: Formel-1-Star entgeht in Mexiko einer Tragödie

  • Sönke Brederlow
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Während des Formel-1-Rennens in Mexiko passiert ein gefährlicher Vorfall: Ein Pilot ist gezwungen zu bremsen, als Menschen über die Rennstrecke laufen.

Mexiko-Stadt – Schock beim Großen Preis von Mexiko: Während McLaren-Pilot Lando Norris in beeindruckender Dominanz zum Sieg raste und damit auch Teamkollege Oscar Piastri die WM-Führung bescherte, sorgte ein haarsträubender Zwischenfall in der Anfangsphase des Rennens für große Aufregung im Fahrerlager der Formel 1.

Der Marshal läuft knapp vor das Auto von Liam Lawson, der sich anschließend im Funk beschwert.

Was war passiert? In der dritten Runde laufen plötzlich zwei Streckenposten über die Piste – direkt vor das Auto von Racing-Bulls-Pilot Liam Lawson! Der 23-jährige Neuseeländer, der zu Saisonbeginn noch an der Seite von Weltmeister Max Verstappen bei Red Bull fuhr, muss abbremsen und ausweichen, um die beiden Menschen nicht zu überfahren.

Formel-1-Star wütet am Funk: „Ich hätte sie verdammt nochmal töten können!“

Am Funk platzt ihm daraufhin der Kragen: „Ich hätte sie verdammt nochmal töten können!“, schimpft Lawson. Die brenzlige Szene war zwar nicht im offiziellen TV-Bild zu sehen, tauchte jedoch in der Onboard-Kamera des Racing-Bulls-Piloten auf. In den sozialen Netzwerken kursieren inzwischen mehrere Fan-Videos, die das Geschehen dokumentieren.

Auch nach dem Rennen ist Lawson sichtlich aufgebracht, wie Bild berichtet. „Ich habe meinen Augen nicht getraut“, gibt er zu. „Ich war gerade in der Box, kam auf einem Satz frischen harten Reifen zurück auf die Strecke und komme dann zu Kurve 1. Da sind plötzlich diese zwei Kerle, die mir vors Auto rennen. Einen davon hätte ich fast überfahren.“

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„Ich habe so etwas noch nie erlebt, das ist total inakzeptabel“, sagt Lawson, der seinen Boliden wenig später aufgrund einer Kollision nach dem Start abstellen musste und nicht die Zielflagge sah. Aufgrund des schockierenden Vorfalls hat er mit der Situation allerdings noch nicht abgeschlossen. „Ich erwarte Erklärungen, wie das passieren konnte“, fordert der Formel-1-Pilot.

Die FIA hat sich mittlerweile zu dem Vorfall geäußert. Nach einem Zwischenfall in der ersten Kurve sei die Rennleitung darüber informiert worden, dass sich Trümmerteile auf der Strecke befanden. „In Runde 3 wurden die Streckenposten angewiesen, sich bereitzuhalten, um die Trümmer zu beseitigen, sobald alle Fahrzeuge Kurve 1 passiert hatten“, heißt es im Statement.

Das Problem: Lawson hatte kurz zuvor seinen Frontflügel gewechselt und lag dadurch weit hinter dem Feld zurück – offenbar ohne, dass die Rennleitung das rechtzeitig bemerkte. „Sobald klar war, dass Lawson an die Box gefahren war, wurde die Anweisung zum Betreten der Strecke zurückgenommen, und in dem Bereich wurden doppelte gelbe Flaggen gezeigt“, erklärte die FIA weiter.

„Wir untersuchen derzeit, was danach passiert ist.“ Ein Fehlverhalten der Sportwarte schließt der Weltverband allerdings aus. „Sie sind Freiwillige und spielen eine entscheidende Rolle für die Sicherheit und den reibungslosen Ablauf unseres Sports“, betont die FIA. „Ihr Engagement und ihre Professionalität sind für jedes unserer Events von unschätzbarem Wert.“ Dennoch entgeht die Formel 1 am Sonntag wohl nur knapp einer Tragödie. (SoBre)

Rubriklistenbild: © Jakub Porzycki/Imago

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