Erfolgreiches Debüt

Mick Schumacher sorgt bei IndyCar-Test für Sensation

  • Simon Mones
    VonSimon Mones
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Mick Schumacher glänzte bei seinem IndyCar-Debüt auf dem Indianapolis Speedway. Der Test verlief erfolgreich – auch dank guter Vorbereitung.

Indianapolis – Über den IndyCar-Test von Mick Schumacher auf dem Indianapolis Motor Speedway wurde schon im Vorfeld viel gesprochen. Onkel Ralf Schumacher etwa zeigte sich wenig begeistert. Der 26-Jährige ließ sich davon aber nicht beirren und zeigte am Montag im Boliden von Rahal Letterman Lanigan Racing (RLL) sein ganzes Können.

Mick Schumacher war bei seinem IndyCar-Test sehr schnell unterwegs.

Und wie! Schumacher brannte am Vormittag auf Anhieb die Bestzeit in den Asphalt des Indianapolis Motor Speedway und setzte sich dabei gegen IndyCar-Veteranen wie Alexander Rossi und Christian Rasmussen durch. Wie schnell der Sohn von Formel-1-Legende Michael Schumacher war, ist nicht offiziell bekannt.

Mick Schumacher fährt bei IndyCar-Test auf Anhieb Bestzeit

Laut Radio Fahrerlager soll der 26-Jährige ungefähr 71 Sekunden für seine beste Runde auf dem legendären Oval gebraucht haben. Damit war Schumacher schneller als die schnellste Rennrunde beim ersten Indianapolis-Rennen der IndyCar am 10. Mai, wie das Fachportal Motorsport-Total.com berichtet.

Die Qualifying-Zeiten lagen damals bei 69 Sekunden. Da aber wichtige Informationen über Reifen, Tankinhalt, Grip und Testprogramm fehlen, ist ein Vergleich kaum möglich. Klar ist aber: Schumacher bestätigte seine Leistung und war am Nachmittag erneut schnell unterwegs. Der 26-Jährige musste sich einzig dem ehemaligen F2-Piloten und Indy-NXT-Meister Dennis Hauger geschlagen geben.

Erfolge, Rückschläge und das bittere Formel-1-Aus: Die Karriere von Mick Schumacher in Bildern

Mick Schumacher im Jahr 2014 bei einem Kartrennen im belgischen Genk
Mick Schumacher in der Saison 2014 bei einem Kartrennen im belgischen Genk
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Schumachers Erfolg basierte auf einer akribischen Vorbereitung. Am 10. Oktober absolvierte er eine Sitzanpassung und verbrachte einen Nachmittag im Honda-Simulator. „Das war eine sehr gute Vorbereitung“, betonte der 26-Jährige in einer Fragerunde nach seinem Test. „Der Simulator war eine tolle Gelegenheit, das Auto schon einmal kennenzulernen, bevor ich es tatsächlich gefahren bin – so war es keine komplette Überraschung.“

Das Fahrgefühl sei ähnlich zu dem gewesen, was er bislang gefahren sei, betonte der 26-Jährige. „Es war sehr wichtig für mich, zu sehen, wie so ein Rennwochenende abläuft, und das war hier schon ziemlich nah dran“, erklärte Schumacher. „Wir haben das komplette Testprogramm geschafft und alle Punkte abgearbeitet, die wir uns vorgenommen hatten.“

Trotz der positiven Erfahrungen gab es auch Herausforderungen zu bewältigen. Schumacher merkte an, dass die geringere Luftzirkulation aufgrund des Aeroscreens eine Umstellung erforderte. „Es war teilweise ziemlich heiß, und der Luftstrom ist etwas eingeschränkt. Aber das sind Dinge, an die man sich schnell gewöhnt“, sagte er.

Und auch Rahal Letterman Lanigan Racing zeigte sich Schumacher mehr als beeindruckt. Die Atmosphäre im Team verglich er mit einem Familienbetrieb. Der 27-Jährige scheint also Blut geleckt zu haben. Ein Wechsel in die IndyCar-Series scheint nach seinem Test in Indianapolis also gut möglich. (smo)

Rubriklistenbild: © Michael Conroy/dpa

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