Neue Regeln ab 2026
Streit um F1-Motoren erneut Thema: „Das ist doch ein Witz“
VonSimon Monesschließen
Die Diskussion um die Hybrid-Motoren spaltet die Königsklasse: Ferrari und Red Bull kämpfen weiter für Änderungen. Warum die Debatte noch lange nicht beendet ist.
Kommt der V10-Motor zurück oder nicht? Diese Frage hielt in den letzten Wochen die Formel 1 im Atem. In Bahrain fiel dann die klare Entscheidung: Es wird am geplanten Motorenreglement ab 2026 festgehalten. Der V6-Hybrid-Motor wird also kommen und bis mindestens 2030 bleiben. Und dennoch steht das Thema am Donnerstag (24. April) erneut auf der Tagesordnung der Formel-1-Kommission.
Ferrari und Red Bull sorgen sich um Sicherheit und Attraktivität
Denn Ferrari und Red Bull Powertrains lassen nicht locker und streben nun eine Änderung bei der Leistungsverteilung zwischen Verbrenner und Batterie an. Geplant ist ein Verhältnis von 55 zu 45 Prozent. Heißt: Der Verbrenner soll 400 kW leisten und die Elektromotoren 350 kW. Im Qualifying soll das auch so bleiben. Im Rennen wollen Ferrari und Red Bull jedoch mehr Leistung aus dem Verbrenner haben.
Die beiden Motorenhersteller führen Sicherheitsbedenken an. Zudem sorge man sich um die Attraktivität des Sports, wie Auto, Motor und Sport berichtet. Die Gegner der Änderung vermuten indes, dass der Wind aus einer anderen Richtung weht und einige Hersteller bei der Entwicklung des Hybrids hinterherhinken.
Mercedes will neuen Regeln erst mal eine Chance geben
Für Mercedes-Teamchef Toto Wolff ist aber klar, dass es keine Änderung am Motorenreglement für 2026 geben wird. „Ich wollte uns selbst eigentlich schützen und mich gar nicht dazu äußern. Aber das ist doch wirklich ein Witz. Erst vor einer Woche hatten wir ein Meeting zu den Motoren. Und nun landen diese Dinge schon wieder auf der Agenda“, zitiert Auto, Motor und Sport den Österreicher.
Mercedes vertritt den Standpunkt, dem neuen Reglement zunächst eine Chance zu geben und dann gegebenenfalls anzupassen. Ähnlich dürften es wohl auch Audi und Honda sehen. Für beide Hersteller ist das neue Motorenreglement der Hauptgrund für ein Engagement in der Königsklasse.
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Neben der Debatte um die Leistungsverteilung steht auch eine mögliche Aufweichung des Homologations-Prozesses zur Diskussion. Die Sorge ist groß, dass die Leistungsunterschiede zwischen den Herstellern zu gravierend ausfallen könnten. Ein längeres Entwicklungsfenster könnte den Nachzüglern die Chance geben, eventuelle Rückstände aufzuholen. Diese Option soll in der Formel-1-Kommission ebenfalls erörtert werden. Die letzte Messe dürfte also noch nicht gelesen sein.
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